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Production design
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Screening:
Uraufführung (DE): 29.11.1977, ARD
Titles
- Reihentitel (DE) Liebesgeschichten
- Originaltitel (DE) Stark wie der Tod
Versions
Original
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Uraufführung (DE): 29.11.1977, ARD
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Dabei soll sein neues Stück im gerade sehr angesagten Bremer Theater uraufgeführt werden. Wolfgang fühlt sich als politischer Mensch, weshalb er spürt, dass er im sonnigen Süden vom politischen und gesellschaftlichen Geschehen auch um ihn herum nichts mitbekommt. Er fühlt, dass er viel zu wenig Zeit übrig hat für seine Freundin, die ihm allzu ergebene, brave Fotografin Karolin Anders (Donata Höffer). Das Paar streitet sich, sie greift häufiger zur Flasche.
Während er mit Hochdruck am Schlusskapitel seines neuen Romans schreibt, der abgeschlossen sein soll, wenn er zur Theaterpremiere in den hohen Norden an die Weser fährt, fühlt sich Karolin allein. Als beide überstürzt nach Deutschland zurückkehren, haben sie sich nicht mehr viel zu sagen – und Karolin versucht zu sich selbst zu finden, indem sie sich zumindest für eine gewisse Zeit von Wolfgang trennt. Nach dem Tod Karolins und dem langsamen Sterben seiner Mutter (Tilli Breidenbach) lernt Wolfgang am Bremer Theater die Bühnenbildnerin Vera Sommer (Renate Schroeter) kennen. Vera ist selbständig und selbstbewusst genug, um sich als Partnerin neben und mit Wolfgang zu verwirklichen…
Wie Luchino Visconti in „Die Verdammten“ aus dem Jahre 1969 versucht Thomas Valentin in seiner 1977 von Radio Bremen produzierten „Liebesgeschichten“-Trilogie, die nach „Eine Jugendliebe“ und „Schulzeit“ mit dem knapp zweistündigen Film „Stark wie der Tod“ ihren Abschluss gefunden hat, individuelle Geschichte mit Zeitgeschichte zu verknüpfen. Was ihm auf erfreulich unaufdringliche Weise gelungen ist.
Auch wenn ich mit vielen Details keineswegs einverstanden bin, so ist Karolins an Verfolgungswahn grenzende Angst, in der Bundesrepublik – im Gegensatz zu Italien – keinen Freiraum zum Atmen zu haben, barer Unsinn einer hysterischen politischen Linken, die Wasser predigt und Wein trinkt, beeindruckt der Film vor allem durch die Darstellungskraft Hermann Treuschs. Wolfgangs familiäre Probleme mit seiner an Krebs erkrankten und an Selbstmitleid erstickenden Mutter und seinem Großvater (Sigfrid Steiner) sind die einer ganzen Generation, sein Drang nach einer starken, selbstbewussten Partnerin wie Vera glaubhaft.
Thomas Valentin kann episch erzählen und Rainer Wolffhardt die Geschichten mit Ausstatter Frank Hein und Kameramann Rolf Romberg adäquat umsetzen – mit genauem Lokalkolorit, hier das italienische Gardone und dort die norddeutsche Marschenlandschaft, mit detailreichem Zeitkolorit, hier Mitte der 1960er Jahre. Und mit großen Gefühlen, die trotz der einen oder anderen Träne nie ins Melodramatische abrutschen: Wie Tilli Breidenbachs Mutter eine Nacht lang mit dem Leben kämpft und diesen Kampf am Ende verliert, geht ohne jeglichen spektakulären Moment unter die Haut. So wie die stumme und doch so beredte Reaktion Hermann Treuschs: in diesem Moment ist für Wolfgang die Jugendzeit endgültig zu Ende gegangen.
Valentins „Liebesgeschichte“ ist vermutlich autobiographischen Ursprungs. Er hat seinen Lehrerberuf an den Nagel gehängt, um in Worpswede leben und am damals höchst spannenden Bremer Theater als Chefdramaturg arbeiten zu können. Thomas Valentin hat viele Jahre als Schriftsteller am Gardasee und auf Sizilien in Italien verbracht, wo er in seinen Stücken und Romanen immer wieder Bezug genommen hat auf die Nöte der jungen Generation und besonders der Schüler. Seinen Roman „Die Unberatenen“ hat Peter Zadek 1969 zu seinem Kinofilm „Ich bin ein Elefant, Madame“ adaptiert, der auf der Berlinale 1969 mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet worden ist.
Rainer Wolffhardt im Presseheft: „Die Bücher ‚Eine Jugendliebe‘, ‚Schulzeit‘ und ‚Stark wie der Tod‘ von Thomas Valentin zeigen drei Stationen eines heute sich Erinnernden. Vordergründig Liebesgeschichten, bemühen sie sich, den Kontext der jeweiligen Epoche kritisch mit einzubeziehen.“
Pitt Herrmann