Jazzclub - Der frühe Vogel fängt den Wurm

Deutschland 2003/2004 Spielfilm

Summary

Although Teddy Schu, a fish vendor, works part-time as a newspaper deliverer, he still does not have enough money to live a decent life, much to the chagrin of his wife. But jazz music is Teddy′s true passion. He plays in a band and dreams about a career as a musician. But real life does not mean well for Teddy. On top of that, the innkeeper of Teddy′s jazz bar dies, and the band even loses its place to play at.

 

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Heinz17herne
Heinz17herne
Er war OO Schneider, Dr. Hasenbein und Doc Snyder, „Katzenklo“-Barde und Musicalautor am Schauspielhaus Bochum („Mendy – Das Wusical“ und „Aprikose, Banane, Erdbeer – Kommissar Schneider und die Satanskralle von Singapur“): Die Rede ist naturgemäß von Helge Schneider, der „singenden Herrentorte“ aus Mülheim an der Ruhr. Der vereinte, nach siebenjähriger Leinwandabstinenz, seine beiden großen Leidenschaften, Jazz und Kino, in der Komödie „Jazzclub – der frühe Vogel fängt den Wurm“, die nach der Event-Uraufführung Ende März 2004 im Essener Cinemaxx (u.a. mit der Bochumer „Revier-Duse“ Tana Schanzara, die im Film eine kleine, aber wie immer feine Rolle spielt) nicht sonderlich erfolgreich in den heimischen Kinos lief, nimmt man seine stets ausverkauften Live-Tourneen als Maßstab.

Der Fischverkäufer Teddy Schu liebt gebratene Spiegeleier und Jazzmusik. Doch er wird nicht nur vom Pünktlichkeitsfimmel des stinkend faulen „Happy Fisch“-Standeigentümers genervt („Der frühe Vogel fängt den Wurm“), sondern auch von seiner zickigen Frau Jacqueline. Die macht sich daheim ein schönes Leben und frühstückt ausgiebig mit ihrer Freundin Christine („Mendy“-Protagonistin Julie Bräuning), während sich ihr Gatte Teddy nicht nur tagsüber am Fischstand (für Tana etwa angelt er extra einen Zander), sondern abends auch noch als Callboy Rodrigo (von der Ich-AG-Agentur „Senora Fuck“) für gewisse Stunden mit besonderen Kundenwünschen herumschlagen muss. Zudem verdonnert Jacqueline den armen Kerl auch noch, mitten in der Nacht aufzustehen, um selbst im dicksten Regenschauer Zeitungen auszutragen – eine der tragikomischen Szenen des Films.

Dabei steht Teddy viel eher der Sinn danach, mit seinen Kumpels, dem Schlagzeuger Howard und dem Kontrabassisten Steinberg, im Club zu jammen. Doch dem droht die Schließung, was kein Wunder ist angesichts stets gähnender Leere im Parkett: Nur der stumme Theodor steht am Billardtisch. Und wenn sich ’mal ein Gast (der Bochumer Schauspieler Manfred Böll) in die schäbige Kellerkneipe verirrt, dann schimpft er auch noch über die schräge Katzenmusik des Trios. Als auch noch der Wirt Willy (der Düsseldorfer Schauspieler Horst Mendroch) im Angesicht des Gerichtsvollziehers, der das Klavier beschlagnahmt, stirbt, nimmt Teddys Leben ganz zwangsläufig eine unerwartete (außerirdische) Wendung...

„Jazzclub“ ist vor allem eine zwar immer wieder von Albernheiten durchzogene, aber vergleichsweise klamaukfreie, in Teilen sogar melancholische Hommage an Helge Schneiders Heimat an der Schnittstelle zwischen Ruhrgebiet und Rheinland, in der er vor allem auf seine problematische Jugend zurückblickt: Geboren 1955 im Stadtteil Styrum als „Stammhalter“ zwischen zwei Schwestern brach er 1971 die Schule ab und begann eine Lehre als Bauzeichner. Die er ebenso nicht durchhielt wie ein Klavierstudium am Duisburger Konservatorium. Wie seine Filmfigur Teddy Schu hat er sich erfolglos in mehreren Berufen versucht, bevor er sich 1977 dem Jazz zuwandte und zunächst nur vor einer Handvoll Zuhörer spielen musste.

Helge Schneiders „Jazzclub“ lebt von vielen kleinen szenischen Petitessen (Udo Lindenberg-Persiflage, Stummfilm-Hommage), Runnings Gags (der Nachbar am Türspion, der Hansaplast-Verkäufer, der Alte unter der Brücke – kein Geringerer als Helge Schneiders „alter“ Jazz-Mitstreiter Charlie Weiß) und einer Schlusspointe, in der sich der reitende Bote des Herrschers als grünes Männchen vom Mars entpuppt...

Für die Einwohner Mülheims an der Ruhr und Umgebung sowie alle eingefleischten Helge Schneider-Fans ein „Muss“, für den Rest besser nicht. „Jazzclub – Der frühe Vogel fängt den Wurm“ ist am 11. November 2008 auf 3-Sat erstausgestrahlt worden.

Pitt Herrmann

Credits

Director

Director of photography

Cast

Producer

All Credits

Director

Director of photography

Production design

Set design

Costume design

Sound

Audio mixing

Special effects

Cast

Producer

Executive producer

Original distributor

Shoot

    • 26.05.2003 - 16.06.2003: Mülheim und Umgebung
Duration:
2298 m, 84 min
Format:
35mm, 1:1,85
Video/Audio:
Farbe, Ton
Censorship/Age rating:

FSK-Prüfung (DE): 22.03.2004, 97450, ohne Altersbeschränkung/feiertagsfrei

Screening:

Kinostart (DE): 01.04.2004

Titles

  • Originaltitel (DE) Jazzclub - Der frühe Vogel fängt den Wurm
  • Arbeitstitel Teddy Schuh, der Tag wird kommen

Versions

Original

Duration:
2298 m, 84 min
Format:
35mm, 1:1,85
Video/Audio:
Farbe, Ton
Censorship/Age rating:

FSK-Prüfung (DE): 22.03.2004, 97450, ohne Altersbeschränkung/feiertagsfrei

Screening:

Kinostart (DE): 01.04.2004

Digitalisierte Fassung

Duration:
84 min
Format:
DCP 2k, 1:1,85
Video/Audio:
Farbe, Ton