Credits
Director
Screenplay
Director of photography
Editing
Music
Cast
- Oberleutnant Thomas Grawe
- Oberleutnant Jürgen Hübner
- Kriminalistin Schmitz
- Leiter des Fahndungsstabes
- Norbert Pfeiffer
- Elke Pfeiffer
- Jürgen Pfeiffer
- Reni Pfeiffer
- Onkel Mischa
- Frau Gröning
Production company
Producer
All Credits
Director
Assistant director
Screenplay
Script editor
Director of photography
Make-up artist
Editing
Sound
Music
Cast
- Oberleutnant Thomas Grawe
- Oberleutnant Jürgen Hübner
- Kriminalistin Schmitz
- Leiter des Fahndungsstabes
- Norbert Pfeiffer
- Elke Pfeiffer
- Jürgen Pfeiffer
- Reni Pfeiffer
- Onkel Mischa
- Frau Gröning
- Herr Gröning
- Leutnant Gröbner
Production company
Producer
Unit production manager
Shoot
- 15.03.1988 - 30.04.1988: Berlin
Duration:
70 min
Format:
1:1,33
Video/Audio:
Farbe, Ton
Screening:
Uraufführung (DD): 21.05.1989, DFF 1
Titles
- Originaltitel (DD) Gestohlenes Glück
- Reihentitel (DD DE) Polizeiruf 110
Versions
Original
Duration:
70 min
Format:
1:1,33
Video/Audio:
Farbe, Ton
Screening:
Uraufführung (DD): 21.05.1989, DFF 1
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Als die ebenfalls berufstätige Elke Pfeiffer, schwer bepackt mit Einkäufen, die Wohnung betritt, ist Norberts Zimmer leer. Der hat sich in den vorweihnachtlichen Einkaufstrubel der Hauptstadt gemischt und ist vor einem Geschäft auf einen ihm wohlbekannten Kinderwagen mit der kleinen Claudia gestoßen, mit dem er spontan eine Runde dreht. Tante Renate „Reni“ Pfeiffer ist überrascht, aber nicht besorgt, nimm ihren Neffen wie selbstverständlich zu ihren anderen beiden Kindern mit: Norbert baut gerne mit ihnen kreative Gebilde aus Holz – und gehört schon fast zur Familie.
Was Renis Ehemann Michael „Mischa“ Pfeiffer, der Bruder von Norberts Vater, auch so sieht und entsprechend ausdrückt, als Norberts Eltern ihren Sohn am späten Abend abholen. Zu einem ungünstigen Zeitpunkt – mitten im „Mensch-ärgere-dich-nicht“-Spiel. Ein zweites Kind in der eigenen Familie würde Norbert guttun, sagt Mischa zu seinem Bruder, was Norbert später im Auto aufgreift. Aber sein Vater sieht „keinen Bedarf“: „Wir sind froh, dass du schon so groß bist.“
Am nächsten Tag sind beide Eltern nach Feierabend unterwegs und haben Norbert einen Einkaufszettel hinterlassen. Vor einer großen Kaufhalle, in der Hochbetrieb herrscht, sodass sich die Kunden die Zeit in den endlosen Schlangen vor den Kassen sogar mit Lektüre der „Berliner Zeitung“ und ihres Boulevard-Ablegers „BZ am Abend“ vertreiben, stößt Norbert auf einen Kinderwagen mit einem laut schreienden Baby. „Ne Runde drehen“ wie am Vortag mit Claudia könnte helfen, denkt Norbert – und löst damit einen großen Polizeieinsatz aus. Denn als die völlig konsternierte Mutter Heidrun Gröning den Wagen samt Kind vermisst und den Abschnitts-Bevollmächtigten (ABV), Leutnant Gröbner, alarmiert, steht Kindesentführung im Raum.
Was für den Leiter des Fahndungsstabes bedeutet, das ganz große Besteck in Bewegung zu setzen: Lautsprecher-Durchsagen, Absperrung ganzer Stadtteile durch kasernierte Volkspolizei, Hundestaffeln, Hubschrauber-Einsatz. Vom Rummel verschreckt, flüchtet sich Norbert mit dem Baby in die ihm bekannte Gartenlaube der Eltern seines Klassenkameraden Karli (Sebastian Jacob). Und sorgt mit Heizlüfter und Gasherd für etwas Wärme, später beim Einkauf im Geschäft auch für Milch samt Fläschchen und Nuckel.
„Der Schock wird noch lange dauern“ ist sich die Ärztin (Birgit Frohriep) der Schnellen Medizinischen Hilfe (SMH) sicher, als die beiden Kriminalisten Oberleutnant Jürgen Hübner und Oberleutnant Thomas Grawe die Mutter der vermissten Rieke befragen wollen. Heidrun Gröning und ihr Mann haben acht Jahre auf ihr erstes Kind gewartet – und dann solch‘ ein Unglück! „Ich werde ihr Kind wiederbringen, ich verspreche es“ lehnt sich Hübner weit aus dem Fenster im Bewusstsein, dass in der DDR noch nie ein Kind mit erpresserischer Absicht entführt worden ist. Stets handelte es sich um Frauen, die gerade ein Kind verloren haben oder keines bekommen können – und stets konnten die entführten Babys den Müttern zurückgebracht werden. In diesem Fall aber ergibt die Überprüfung einschlägig Verdächtigter kein Ergebnis, reißt im Gegensatz alte Wunden wieder auf, was Thomas Grawe an der Ermittlungsmethode zweifeln lässt.
Weil die kleine Rieke die Milch offenbar nicht verträgt, befragt Norbert in verklausulierter Form seine Tante Reni, als diese gerade ihr Baby Claudia windelt und eincremt. Die Rede kommt auf Kuhmilch-Unverträglichkeit, was dazu führt, dass Norbert nicht nur heimlich Windeln mitgehen lässt, sondern auch Babykost aus dem Kühlschrank. Die völlig verzweifelte, sich selbst die Schuld gebende Heidrun Gröning will sich mit Tabletten umbringen, was die in der Wohnung verbliebene Kriminalistin Schmitz im letzten Augenblick verhindern kann.
In der gleichen Nacht meldet Jürgen Pfeiffer seinen Sohn Norbert als vermisst. Als Thomas Grawe, der seinen Weihnachtsurlaub bis zur Lösung des Falls verschoben hat, einen Zusammenhang mit der Entführung vermutet, kommt endlich Bewegung in die Ermittlungen. Die über Norberts Klassenkameraden Karli zur Laube der Eltern führen – aber noch nicht zu Rieke: Nachdem dort beide Sicherungen durchgebrannt sind, will Norbert die kleine Rieke anonym abgeben. Weil in der Nacht aber keine Busse fahren, ist das Wartehäuschen trotz Beleuchtung kein sicherer Ort. Kurzentschlossen nimmt er die Kleine mit zu seinen Eltern…
„Gestohlenes Glück“, am 21. Mai 1989 im Fernsehen der DDR erstausgestrahlt, ist ein einzigartiges Plädoyer für die Familie. Was auf den ersten Blick außergewöhnlich ist, gilt im Sozialismus doch die Devise, dass der Staat für seine Bürger allein zuständig ist – von der Wiege bis zur Bahre. Allerdings stellt der „Polizeiruf 110“-Krimi von Thomas Jacob (Buch und Regie) nach einem Szenarium von Ulrich Waldner nicht das westdeutsche Modell, in dem die Kleinfamilie mit nur einem zumeist männlichen Ernährer steuerlich begünstigt wird, als Gegenmodell vor, sondern die fünfköpfige Familie von Tante Reni und Onkel Mischa: Sie funktioniert vorbildlich im staatlichen System aus Krippe und Kindergarten, obwohl beide Eltern berufstätig sind.
Pitt Herrmann