Zum 50. Jubiläum der Sektion Generation im Jahr 2027 schlägt die Berlinale ein neues Kapitel für ihr wegweisendes Programm für junge Zuschauer*innen auf. Künftig werden die wichtigsten Auszeichnungen der Sektion, die Gläsernen Bären, bei der offiziellen Preisverleihung der Berlinale im Berlinale Palast überreicht.
Eine überarbeitete Programmstruktur wird neue Möglichkeiten schaffen, Kinder, Jugendliche und Familien im gesamten Festival noch stärker anzusprechen und gleichzeitig die Sichtbarkeit und Wirkung für Filmschaffende und Verleiher zu erhöhen.
"Seit ihrer Gründung im Jahr 1978 steht Generation für die Überzeugung, dass junge Zuschauer*innen anspruchsvolles Kino verdienen. Kinder und Jugendliche sind nicht einfach das Publikum von morgen. Sie sind das Publikum von heute und begegnen Filmen mit ihrer eigenen Neugier, Intelligenz und Perspektive", sagt Sebastian Markt, Leiter der Sektion Generation.
Berlinale-Intendantin Tricia Tuttle ergänzt: "Zum 50. Geburtstag von Generation feiern wir dieses Vermächtnis und machen es zugleich bei der gesamten Berlinale noch sichtbarer. Die Verleihung der Gläsernen Bären im Berlinale Palast bringt unsere jungen Jurys und die von ihnen ausgezeichneten Filmschaffenden auf die größte Bühne des Festivals. Mit neuen Elementen im bewährten Programm verfolgen wir sowohl ein kulturelles als auch ein praktisches Ziel: Viele von uns haben sich schon als junge Menschen in Filme verliebt. Generation soll diese lebenslange Begeisterung weitergeben und zugleich außergewöhnlichen Filmen helfen, weltweit ein größeres Publikum zu erreichen."
Weiterentwickeltes Generation-Programm
Kern von Generation bleiben die Wettbewerbe um die Gläsernen Bären, die zusammen zwölf bis vierzehn internationale Langfilme umfassen. Über die Auszeichnungen entscheiden weiterhin junge Zuschauer*innen selbst: eine Kinderjury in Generation Kplus sowie eine Jugendjury in Generation 14plus. Die Gläsernen Bären werden am 19. Februar 2027 erstmals bei der offiziellen Preisverleihung im Berlinale Palast überreicht.
Mit Generation Premieres wird zudem eine neue, nicht kompetitive Programmschiene eingeführt. Vier bis sechs Filme mit breiter Publikumsattraktivität werden in großen Spielstätten des Festivals präsentiert. Ziel ist es, Menschen verschiedener Altersgruppen an das Kino- und Festivalerlebnis heranzuführen und neue Zuschauer*innen zu gewinnen.
Filme, Publikum und Branche enger verbinden
Generation wird seine Verbindung zu den Industry-Aktivitäten von Berlinale Pro, insbesondere zum European Film Market (EFM), ausbauen und damit die Rolle der Berlinale als zentrale Plattform für die internationale Kinder- und Jugendfilmbranche stärken.
Dadurch entstehen zusätzliche Möglichkeiten für Filmschaffende im Bereich Kinder- und Jugendfilm, internationale Branchenvertreter*innen zu treffen und die Kinoauswertung ihrer Filme über nationale Grenzen hinaus zu fördern.
Über Generation
Generation wurde 1978 als Kinderfilmfest gegründet und schuf damit einen der weltweit ersten festen Orte für Filme für junge Zuschauer*innen innerhalb eines A-Festivals. 2004 wurde das Programm mit der Einführung von 14plus, einem Wettbewerb für Jugendliche ab 14 Jahren, erweitert. 2007 erhielt die Sektion den Namen Generation, der das Kinder- und das Jugendprogramm unter einer heute international etablierten Berlinale-Marke für qualitativ hochwertiges Kino vereint.
Im Zentrum der Sektion steht die Überzeugung, dass junge Zuschauer*innen neugierige, engagierte Kinobesucher*innen mit einer eigenen kritischen Stimme sind. Das Programm sucht Filme, die Kinder und Jugendliche unmittelbar ansprechen und zugleich auch andere Publikumsgruppen begeistern.
Die Gläsernen Bären
Die Gläsernen Bären nehmen unter den großen Auszeichnungen der Berlinale eine besondere Stellung ein: Die prämierten Filme werden von genau jenem Publikum ausgewählt, für das sie gemacht wurden. Kinder und Jugendliche beurteilen die Werke aus ihrer eigenen Perspektive.
Im Laufe der Jahre wurden mit den Gläsernen Bären Filmschaffende aus aller Welt ausgezeichnet, von Ntshavheni Wa Lurulis "The Wooden Camera", dem ersten Gewinner eines Gläsernen Bären im Wettbewerb 14plus, bis zu Michel Gondrys "Maya, Give Me a Title", der 2025 mit dem Gläsernen Bären geehrt wurde. Colm Bairéads "The Quiet Girl" erhielt 2022 eine Lobende Erwähnung der Jury und wurde später als erster irischsprachiger Film für den Oscar in der Kategorie Bester Internationaler Film nominiert.
Quelle: www.berlinale.de