Das DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum ist von Montag, 8., bis Mittwoch, 10. Juni, Gastgeber der Abschlussveranstaltung "À NOUS LE CINÉMA !" des renommierten internationalen Filmvermittlungsprojekts "Le Cinéma, cent ans de jeunesse" (CCAJ).
Kinder und Jugendliche aus aller Welt kommen zusammen, um ihre in Projekten mit Filmschaffenden entstandenen Kurzfilme zu präsentieren und sich auszutauschen. Patinnen dieser Ausgabe sind die französischen Filmemacherinnen Claire Simon und Claire Burger, die zu Filmgesprächen und einer Masterclass zu Gast sind.
Kurzfilme von Schüler*innen aus aller Welt feiern ihre Premiere in Wiesbaden
Insgesamt 32 Kurzfilme haben Schüler*innen aus 12 Ländern zum Jahresthema "Living somewhere (here and elsewhere)" gedreht. Ein Schuljahr lang haben die fast 1000 Teilnehmer*innen zwischen acht und 18 Jahren in ihren Klassen gemeinsam mit Filmemacher*innen Ausschnitte aus Werken der Filmgeschichte gesichtet und Übungen gemacht, um sich dem diesjährigen Thema filmisch zu nähern. In ihren Filmen erkunden sie ästhetisch wie erzählerisch Fragen nach kultureller und persönlicher Identität und unterschiedlichen Lebensrealitäten.
Jedes Jahr im Juni feiern die Filme bei einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung ihre Premiere. Dieses Jahr findet sie zum zweiten Mal in Deutschland und veranstaltet vom DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum statt. In der Caligari FilmBühne in Wiesbaden kommen von Montag, 8., bis Mittwoch, 10. Juni, rund 300 Kinder und Jugendliche aus Brasilien, Bulgarien, Frankreich, Italien, Litauen, Portugal, Rumänien, Südafrika, Spanien und dem Vereinigten Königreich zusammen, um ihre Filme vorzustellen und zu diskutieren. Auch Schüler*innen der IGS Herder aus Frankfurt werden einen Kurzfilm vorstellen.
Die Filmemacherinnen Claire Burger und Claire Simon sind als Filmpatinnen zu Gast
Jedes Jahr lädt CCAJ zur Abschlussveranstaltung Filmschaffende als Pat*innen ein, um mit den Schüler*innen über die entstandenen Filme ins Gespräch zu kommen. Dieses Jahr sind die französischen Filmemacherinnen Claire Burger und Claire Simon zu Gast, deren Werke auf internationalen Festivals gezeigt und mehrfach ausgezeichnet wurden. Beide übernehmen mit Regie, Drehbuch, Kamera und Schnitt verschiedene Aufgaben in der Filmproduktion.
Claire Simon, 1955 in London geboren und in Frankreich aufgewachsen, studierte Ethnologie, Arabisch und Berberisch. Sie kam als Autodidaktin über die Montage zum Film und dreht sowohl Spiel- und Dokumentarfilme, wobei sie sowohl für die Kamera als auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet. Der Fokus ihrer filmischen Beobachtung liegt immer wieder auf dem sozialen Mikrokosmos Schule, so auch in ihrem Dokumentarfilm "Elementary" (FR 2024).
Claire Burger, 1978 im französischen Forbach geboren, gewann mit ihrem Kurzfilm "C'est gratuit pour les filles" (FR 2009. R: Claire Burger und Marie Amachoukeli) den César für den besten Kurzfilm und mit ihrem Langfilmdebüt "Party Girl" (FR 2014. R: Claire Burger, Marie Amachoukeli, Samuel Theis) die Goldene Kamera beim Filmfestival in Cannes. Ihr Film "Tandem – In welcher Sprache träumst du?" (FR/DE/BE 2024), bei dem sie für Regie, Drehbuch und Schnitt verantwortlich zeichnete, lief 2024 bei LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans.
Am Montag, 8. Juni, um 18 Uhr spricht Claire Simon in einer Masterclass im Kino des DFF mit dem Mitbegründer des Projekts und Filmtheoretiker Alain Bergala über ihr Werk und zeigt im Anschluss ihren aktuellen Film "Writing Life. Annie Ernaux Through the Eyes of High School Students", der im vergangenen Jahr bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig lief und dieses Jahr das DOK Leipzig eröffnete.
Am Dienstag, 6. Juni, ist Claire Burger in der Caligari FilmBühne in Wiesbaden zu Gast, um mit den Jugendlichen über deren Filme zu diskutieren. Um 14 Uhr spricht sie anhand von Filmausschnitten mit Schüler*innen aus Frankfurt und Timișoara über ihren Film "Tandem" und steht Rede und Antwort zum Prozess des Filmemachens.
Filmbildung weltweit: Das Projekt "Le Cinéma, cent ans de jeunesse" (CCAJ)
"Le Cinéma, cent ans de jeunesse" ist ein deutsch-französisches Gemeinschaftsprojekt, das dazu beiträgt, die Kunstform Film fest in der schulisch-ästhetischen Erziehung zu verankern. Wichtigster Partner ist seit 2023 die ODDO BHF Stiftung. Das Programm bietet jungen Menschen die Möglichkeit, Film auf eine einzigartige Weise zu erfahren, die Analyse und Praxis miteinander verbindet.
CCAJ wurde 1995 in Paris anlässlich des 100. Geburtstag des Kinos von einem Kollektiv unter der Leitung der Filmpädagogin Nathalie Bourgeois und des Filmtheoretikers Alain Bergala ins Leben gerufen. Seitdem wächst das Netzwerk aus Filmbibliotheken, Verbänden, Kinos und Festivals, die sich für Filmbildung engagieren. Als Pionierprogramm hat CCAJ viele andere Filmbildungsinitiativen in verschiedenen Ländern inspiriert. Mehr als 25.000 Kinder und Jugendliche in 25 Ländern haben bisher an CCAJ teilgenommen. Seit 2021 koordinieren der französische Verein Cinéma, cent ans de jeunesse! und das DFF das Projekt.
Quelle und weitere Informationen: www.dff.film