Das Flötenkonzert von Sanssouci

Deutschland 1930 Spielfilm

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Falk Schwarz
"Wir bitten, dienen zu dürfen"
Wer möchte sich schon den Ausbruch des siebenjährigen Krieges zwischen Preussen, Frankreich, Russland und Österreich in Form einer dürftigen Anekdote erzählen lassen? Geschieht hier. Was für den Film spricht, ist die optische Sicht, die Regisseur Ucicky gemeinsam mit seinem Kameramann Carl Hoffmann entwickelt. Es beginnt mit der sehr gekonnten Szenenabfolge im Palais Brühl in Dresden, wo die einzelnen Gesprächsinseln mit einer sehr langsamen und einprägsamen Kamerabewegung abgefahren werden. Die Hetzjagd der sächsischen Truppen auf den preussischen Spion, der den Vertrag bei sich hat, ist brillant geschnitten, die Abfolge der Bewegungen ergibt filmischen Rhythmus. Hoffmann stellt die Kamera auf einen Wagen, rast mit den Pferden, wechselt aus der Totalen in die Halbtotale bis hin zu Nahaufnahmen und vermittelt so eine besondere Dramatik. Der Auftritt des Preussenkönigs ist sorgsam inszeniert - aus der Tiefe seines Palastes erscheint er, etwas gebeugt, doch machtvoll. Nur wenn er den Mund aufmacht (Otto Gebühr spielt ihn), wird es etwas merkwürdig - sprach der große Preusse in einem derartigen Konversationston? Filmisch gut erfunden, wie der König seinen Aufmarschplan für die Truppen in den Spielpausen seines Flötenkonzerts erteilt. Als Friedrich dann mit der fast untreuen Ehefrau (Renate Müller) seines Kuriers zu Abend isst, ereignet sich ein Dialog, der auf der einen Seite hoheitsvoll distanziert bleibt, andererseits aber sehr bezogen und menschlich wirkt - ob der Alte Fritz so war, sei dahingestellt. Aber ihn anzuhören, ist eine Freude. Walter Reisch hat ihn geschrieben. Da darf dann der König auch deutlich werden: „Ich liebe es nicht, wenn die Damen meiner Offiziere ihre Frauenpflichten vergessen, wenn ihre Männer für mich tätig sind.“ Die Darsteller scheinen sich weitgehend selbst überlassen, die Schauspielerführung glänzt durch Abwesenheit. Zum Schluss das übliche miltärische (prä-faschistische?) Tamtam mit Aufmarsch, Militärmusik und geschulterten Gewehren. Auf in den Krieg! Wir müssen uns verteidigen! Oder wie es heißt: „Wir bitten, dienen zu dürfen“.

Credits

Director

Screenplay

Director of photography

Cast

All Credits

Director

Screenplay

Director of photography

Production design

Choreographer

Cast

Unit production manager

Shoot

    • 27.08.1930 - 06.10.1930: Döberitz, Potsdam, Schloß Sanssouci
Duration:
9 Akte, 2412 m, 88 min
Format:
35mm, 1:1,37
Video/Audio:
s/w, Tobis-Klangfilm
Censorship/Age rating:

Zensur (DE): 16.12.1930, B.27690, Jugendfrei

Screening:

Uraufführung (DE): 19.12.1930, Berlin, Ufa-Palast am Zoo

Titles

  • Originaltitel (DE) Das Flötenkonzert von Sanssouci

Versions

Original

Duration:
9 Akte, 2412 m, 88 min
Format:
35mm, 1:1,37
Video/Audio:
s/w, Tobis-Klangfilm
Censorship/Age rating:

Zensur (DE): 16.12.1930, B.27690, Jugendfrei

Screening:

Uraufführung (DE): 19.12.1930, Berlin, Ufa-Palast am Zoo

Prüffassung

Duration:
2338 m, 85 min
Censorship/Age rating:

FSK-Prüfung (DE): 28.10.1996, 50985 [2. FSK-Prüfung];
FSK-Prüfung (DE): 06.09.1979, 50985, ab 6 Jahre / feiertagsfrei