"Männerfreundschaften", Source: missingFILMs, DIF, © missingFILMs
Matthias Luckey, Tobias Schormann (v.l.n.r.)

Neu im Kino: Männerfreundschaften

War der "Frauenheld" Johann Wolfgang von Goethe doch mehr den Männern zugeneigt? Kultregisseur Rosa von Praunheim sucht Antworten auf diese Frage in seinem neuen Dokumentarfilm "Männerfreundschaften". Lyrische und dramatische Texte Goethes sowie Briefwechsel, die er während seiner Italienreise verfasste, werden in Spielszenen mit Theaterschauspieler Matthias Luckey als Goethe an den Entstehungsorten zum Leben erweckt. Historiker und Sprachwissenschaftlerinnen kommentieren die Darstellungen und ordnen sie in den historischen Kontext ein: Der berühmte Dichter hat seine Liebe zu Männern wohl in Italien entdeckt und seinen Freunden beschrieben, darunter der Philosoph Friedrich Heinrich Jacobi. Belege für diese These findet von Praunheim in Robert Tobins Studie "Warm Brothers – Queer Theory and the Age of Goethe", die sich auch mit dem Verhältnis Goethes zu Schiller beschäftigt und die Sexualität anderer historischer Persönlichkeiten wie Alexander von Humboldt hinterfragt. Herausgekommen ist ein Film, der die historischen Fakten und die durch die inszenierten Texte und Briefe offenbarte Gefühlswelt Goethes zu einem aufschlussreichen und unterhaltsamen Gesamtwerk verknüpft.

Aktuelles

In nur drei Tagen treffen sich europäische Filmemacherinnen und Filmemacher, Mitglieder der Europäischen Filmakademie, Gäste und Nominierte in Sevilla, um bei der Verleihung der 31. European Film Awards das europäische Kino zu feiern.

Bei den 69. Internationalen Filmfestspielen Berlin präsentiert die Reihe "Berlinale Classics" sechs Filmpremieren neu digital restaurierter Fassungen.

Das Auswahlverfahren für den Deutschen Filmpreis 2019 ist in vollem Gange: Die aus elf Mitgliedern bestehende Vorauswahlkommission Dokumentarfilm hat die Sichtung aller eingereichten Filme abgeschlossen und nach gemeinsamer Beratung 13 Dokumentarfilme in die Vorauswahl gewählt.

Am 30. Januar erhalten Lars Eidinger und Bjarne Mädel den Ernst-Lubitsch-Preis. Das Duo ist aktuell in der Komödie "25 km/h" im Kino zu sehen.

Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft – FSK - entwickelt derzeit ein Selbstklassifizierungssystem für filmische Inhalte. Mit dem webbasierten System sollen Rechteinhaber die Möglichkeit erhalten, valide, rechtssichere Altersklassifikationen für filmischen Inhalte zu erhalten – sehr schnell sowie zeit- und ortsunabhängig.