Ian Madrigal, Lilith Stangenberg in "Orphea" (2020); Quelle: Rapid Eye Movies, DFF, © Kairos Film, Rapid Eye Movies
Ian Madrigal, Lilith Stangenberg

Neu im Kino: Orphea

Seit jeher sind Orpheus und Eurydike zum Scheitern verdammt. Der Instinkt, der Orpheus zum sehnsüchtigen Zurückblicken verleitet, wird ihnen dem griechischen Mythos zufolge zum Verhängnis. In Alexander Kluges und Khavn de la Cruz' "Orphea" begibt sich Lilith Stangenberg als weibliche Inkarnation des unglückseligen Sängers im 21. Jahrhundert auf die Suche nach ihrem Geliebten Eurydiko. In loser Narration und hoch musikalisch folgt die Mischung aus Film- und Theater-Elementen der Hauptdarstellerin durch tiefes Chaos, in die ärmsten Vororte Manilas und durch die Geflüchtetenströme in Europa. Zahlreiche Querverweise binden den antiken Mythos und sein Thema der Wiedererweckung der Toten an Gegenwart und Geschichte. Die Russische Revolution; das Silicon Valley; Rockmusik und Tschaikowsky; Zitate von Rilke, Adorno, Bergman und Herzog: für Kluge und Khavn ist die Orpheus-Sage ein referenzieller Spielplatz. Eher Essay als Entertainment-Kino, verzichtet "Orphea" ganz absichtlich auf erzählerische Kohärenz und entscheidet sich für eine freiere Form, die Regisseuren und Darsteller*innen Raum zur Entfaltung ihrer ungewöhnlichen filmischen Ideen lässt.

Aktuelles

Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, hat die diesjährigen Kinoprogrammpreise vergeben. Insgesamt 245 Kinos bekommen die bis zu 50.000 € hohen Prämien verliehen.

Die Filmförderung in Hessen soll attraktiver werden. Dafür will die Landesregierung im Haushalt 2022 mit einem neu strukturierten Förderetat die Voraussetzungen schaffen. Insbesondere werden zwei bisher getrennte Fördertöpfe zusammengeführt.

Vom 1. bis 8. September versammeln sich im Rahmen des Festivals Archival Assembly #1 Filmarchive und filmarchivarische Projekte in Kino Arsenal, silent green Kulturquartier, Haus der Kulturen der Welt (HKW), SAVVY Contemporary und Sinema Transtopia zum Austausch mit dem Publikum.

Mit 4,94 Mio. Euro fördert der FFF Bayern 28 Projekte. Das hat der FFF Vergabeausschuss für die Film- und Fernsehförderung gestern entschieden.

Viel Applaus und glückliche Gesichter gab es am vergangenen Wochenende auf der internationalen Premiere von Short Tiger Next Generation im Rahmen des 33. Filmfest Dresden.