"Wintermärchen", Quelle: W-film, DIF, © W-film, Heimatfilm
Jean-Luc Bubert, Ricarda Seifried, Thomas Schubert (v.l.)

Neu im Kino: Wintermärchen

So kontrovers Jan Bonnys neuer Film bisher aufgenommen wird, in einem Punkt sind sich all jene, die ihn gesehen haben, einig: "Wintermärchen" hat nicht nur den Mut zur Hässlichkeit, er setzt sich ihr rückhaltlos aus und mutet dem Betrachter mit der Stumpfsinnigkeit und Destruktivität seiner Hauptfiguren einiges zu. Diese heißen zwar anders, sie sind aber eindeutig dem Trio des "NSU" nachempfunden: Zunächst leben nur Becky und Tommi zusammen in einer gesichtslosen Kölner Wohnung, als von allem angeödetes Paar, das sich abwechselnd beschimpft und freudlosen Sex hat. Irgendwann kommt dann noch Maik dazu, ein rechtsradikaler Gesinnungsgenosse, dessen Energie dazu führt, dass langgehegte böse Phantasien in die Tat umgesetzt werden. Immer wieder zieht das Trio nun los und tötet willkürlich ausländisch aussehende Menschen. Konsequent unterläuft "Wintermärchen" jede Stilisierung und Selbststilisierung der echten Terroristen. Die Täter sind hier keine braune Untergrundarmee und keine verblendeten Underdogs, und die junge Frau ist keineswegs die willenlose Mitläuferin, als die Beate Zschäpe sich vor Gericht inszenierte. Hier sind die Täter einfach nur Mörder, brutal und gefühlskalt. Die Hauptrollen in diesem außergewöhnlich radikalen, unbedingt sehenswerten Werk spielen Ricarda Seifried, Thomas Schubert und Jean-Luc Bubert.

Aktuelles

Die 15. Ausgabe von achtung berlin - new berlin film award, die von 10. bis 17 April stattfindet, präsentiert eine von Regina Kräh kuratierte Retrospektive "Berlin Acht Neu(n) Null – 30 Jahre Mauerfall".

Der Deutsche Hörfilmpreis 2019 wurde am Dienstagabend in Berlin vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) vergeben. In der Kategorie Kino ging die Auszeichnung an das Kriegsdrama "Der Hauptmann".

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Die Nominierungen zum Deutschen Filmpreis 2019 wurden am 20.03. im Rahmen einer Pressekonferenz von Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters, Akademie-Präsident Ulrich Matthes und Akademie-Vorstandsvorsitzendem Benjamin Herrmann in der Deutschen Kinemathek bekanntgegeben.

Vom 25. April bis 5. Mai 2019 findet sich zum 26. Mal in Toronto die internationale Dokumentarfilmszene bei Hot Docs ein, einem der wichtigsten Festivals für Dokumentarfilme. Die deutschen Filmemacher sind unter anderem mit gleich drei Produktionen in der Sektion World Showcase vertreten und auch im restlichen Festival Line-up finden sich spannende deutsche Produktionen.

Die Kommission für Verleih-, Vertriebs- und Videoförderung hat in ihrer zweiten Sitzung des Jahres insgesamt 1.500.318 Euro bewilligt. Mit 960.000 Euro Verleihförderung und Medialeistungen in Höhe von 400.000 Euro wird der Kinostart von sechs Filmen unterstützt. Die Herausbringung von vier Filmen auf DVD/Blu-ray Disc und über Video-on-Demand-Dienste wird mit 140.318 Euro gefördert.