"Schwimmen", Source: UCM.ONE, DFF, © UCM.ONE GmbH
Stephanie Amarell, Lisa Vicari (v.l.)

Neu im Kino: Schwimmen

Auf den ersten Blick wirkt "Schwimmen" wie ein Teenager-Drama der konventionelleren Sorte: Es geht um Mädchenfreundschaft und Mobbing, um soziale Netzwerke und familiäre Konflikte. Tatsächlich aber gelingt der Regisseurin Luzie Loose mit ihrem Langfilmdebüt ein ungemein authentisches, mitreißendes Jugendporträt. Im Mittelpunkt steht die 15-jährige Elisa (Stephanie Amarell), die von ihren Klassenkameraden gemobbt wird. Als sie in der neuen Mitschülerin Anthea (Lisa Vicari) eine starke Freundin findet, wollen die beiden es Elisas Peinigern heimzahlen:  mit heimlich gefilmten, peinlichen Handyvideos. Doch bald nehmen die spielerischen Racheaktionen beunruhigende Dimensionen an… Mit viel Gespür für jugendliche Lebenswelten und psychologische Dynamiken, aber ohne didaktischen Zeigefinger schildert "Schwimmen", wie sich aus einer innigen Freundschaft eine zunehmend zerstörerische Kraft entwickelt – und aus einem Opfer eine Täterin wird. Auch das Spiel mit filmischen Stilmitteln ist bemerkenswert: Die Ästhetik wechselt zwischen statischen Einstellungen, nervöser Handkamera und Handybildern – eine hintersinnige Entsprechung für das Lebensgefühl der Mädchen zwischen innerer Leere, rauschhafter Unruhe und digitalem Overkill. Es wundert uns nicht, dass Luzie Loose bei den Hofer Filmtagen mit dem Debüt-Regiepreis ausgezeichnet wurde.

Aktuelles

Am Freitagabend wurden die Gewinnerinnen und Gewinner des Deutschen Schauspielpreises im Rahmen einer festlichen Gala im Berliner Zoo Palast vor über 800 Gästen gekürt.

In der Reihe "Was tut sich – im deutschen Film?" präsentiert das Kino des DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum einmal im Monat ein aktuelles Werk. Am Sonntag, den 15. September 2019 um 20:15 Uhr, stellt Anatol Schuster seinen Film "Frau Stern" vor, der beim diesjährigen Saarbrücker Max Ophüls Preis seine Premiere feierte und beim "achtung berlin – new berlin film award" mit den Preisen für den besten Spielfilm, die besten Darstellerinnen sowie dem Preis der Filmkritik bedacht wurde.

Um den Austausch zwischen der filmenden und der bildenden Kunst zu unterstützen, vergeben die Deutsche Filmakademie und die Nationalgalerie seit 2011 alle zwei Jahre einen gemeinsamen Preis – den Förderpreis für Filmkunst. Der wurde gestern Abend im Rahmen des Preises der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart zum fünften Mal verliehen.

Die Kommission für Produktions- und Drehbuchförderung hat in ihrer jüngsten Sitzung 1.665.000 Euro vergeben. Mit 1.520.000 Euro wird die Herstellung von fünf neuen Kinofilmprojekten unterstützt. Die Entstehung von fünf Drehbüchern und zwei Treatments wird mit 145.000 Euro gefördert. Insgesamt lagen der Kommission 62 Anträge auf Produktions- und Drehbuchförderung vor.

Auf der 19. Filmkunstmesse Leipzig informiert die AG Kurzfilm – Bundesverband Deutscher Kurzfilm KinobetreiberInnen über Konzepte zum Einsatz von Kurzfilmen für Kinder im Kino.