Susanne Lothar
Quelle: Universal Pictures, DIF, © 2010 Universal Pictures International, Foto: Karl Pfleging
Bei der Premiere von "Die kommenden Tage" (26.10.2010, Wuppertal)
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Susanne Lothar, geboren am 15. November 1960 in Hamburg als Tochter des Schauspielerehepaares Hanns Lothar und Ingrid Andree, ist nach ihrem Studium an der Hochschule für Theater und Musik in Hamburg als Schauspielerin vor allem am Theater tätig. So gehört sie über viele Jahre hinweg zum Ensemble des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg, wo sie unter anderem in einer Aufsehen erregenden Inszenierung von Frank Wedekinds "Lulu" in der Titelrolle zu sehen ist.
Ihr Kinodebüt gibt Susanne Lothar 1983 in dem eigenwilligen Beziehungsdrama "Eisenhans" – und wird für ihre Leistung prompt mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet. Dennoch bleibt Lothar dem Theater treu: bis Mitte der neunziger Jahre ist sie nur gelegentlich in Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. 1987 erhält sie den renommierten O.E. Hasse-Preis, ein Jahr später wird sie von der Fachzeitschrift "Theater heute" zur "Schauspielerin des Jahres" gekürt.
Erst mit ihren hoch gelobten Rollen in dem Drama "Engelchen" (1996) und Michael Hanekes umstrittenem, gewalttätigen Psychodrama "Funny Games" (1997) scheint Lothars Interesse am Film nachhaltig geweckt zu werden – seither ist sie neben ihren Bühnenauftritten. immer wieder in ambitionierten Kino- und TV-Arbeiten zu sehen, darunter Eric Tills "Bonhoeffer – die letzte Stufe" (2000) an der Seite von Ulrich Tukur, "Dreimal Leben" (2001) nach Yasmina Reza und Ulrich Seidls preisgekrönte Gesellschaftsstudie "Import/Export" (2007).
Susanne Lothar war mit dem Schauspieler Ulrich Mühe verheiratet, der im Juli 2007 verstarb. Im Lauf ihrer Karrieren standen die Eheleute auch mehrfach gemeinsam vor der Kamera, so etwa in "Funny Games", Hans W. Geissendörfers "Schneeland" (2005) und zum letzten Mal in dem psychologischen Thriller "Nemesis" (Dreh: 2007) von Nicole Mosleh.
Nach ihrem frühen Gewinn des Bundesfilmpreises wurde Susanne Lothar noch mehrfach für ihre Arbeit für den Deutschen Filmpreis nominiert: Nach "Engelchen" (1996) auch für "Fleisch ist mein Gemüse" (2008) und im Jahr 2010 für ihre Rolle der demütigen Hebamme in "Das weiße Band" (2009), ihre vierte Zusammenarbeit mit dem Regisseur Michael Haneke.


