Susanne Lothar

Susanne Lothar

Darstellerin
*15.11.1960 Hamburg; †21.07.2012 Berlin

Biografie

Susanne Lothar, geboren am 15. November 1960 in Hamburg als Tochter des Schauspielerehepaares Hanns Lothar und Ingrid Andree, war nach ihrem Studium an der Hochschule für Theater und Musik in Hamburg als Schauspielerin vor allem am Theater tätig, angefangen mit Auftritten am Hamburger Thalia-Theater. Über viele Jahre hinweg gehörte sie zum Ensemble des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg, wo sie unter der Regie ihre Förderers Peter Zadek unter anderem in einer Aufsehen erregenden Inszenierung von Frank Wedekinds "Lulu" in der Titelrolle zu sehen war.

Ihr Kinodebüt gab Susanne Lothar bereits 1983 in Tankred Dorsts eigenwilligem Beziehungsdrama "Eisenhans" – und wurde für ihre Leistung prompt mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet. Dennoch blieb sie dem Theater treu: Bis Mitte der neunziger Jahre war sie nur gelegentlich in Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. 1987 erhielt sie den renommierten O.E. Hasse-Preis, ein Jahr später wurde sie von der Fachzeitschrift "Theater heute" zur "Schauspielerin des Jahres" gekürt.

Erst mit ihren hoch gelobten Rollen in dem Drama "Engelchen" (1996) von Helke Misselwitz und Michael Hanekes umstrittenem Gewaltdrama "Funny Games" (1997) schien Lothars Interesse am Film stärker zu werden – seither war sie neben ihren Bühnenauftritten immer wieder in ambitionierten Kino- und TV-Arbeiten zu sehen, darunter Eric Tills "Bonhoeffer – die letzte Stufe" (2000) an der Seite von Ulrich Tukur, "Dreimal Leben" (2001) nach Yasmina Reza und Ulrich Seidls preisgekrönte Gesellschaftsstudie "Import/Export" (2007).

Susanne Lothar war seit 1997 mit dem Schauspieler Ulrich Mühe verheiratet, der im Juli 2007 an Krebs starb. Im Lauf ihrer Karrieren standen die Eheleute auch mehrfach gemeinsam vor der Kamera, so etwa in "Funny Games", Hans W. Geissendörfers "Schneeland" (2005) und zum letzten Mal in dem psychologischen Thriller "Nemesis" (2010) von Nicole Mosleh.

Nach ihrem frühen Gewinn des Bundesfilmpreises wurde Susanne Lothar noch mehrfach für den Deutschen Filmpreis nominiert: Nach "Engelchen" (1996) auch für Helmut Christian Görlitz' Komödie "Fleisch ist mein Gemüse" (2008) und im Jahr 2010 für ihre Rolle der demütigen Hebamme in "Das weiße Band" (2009), ihre vierte Zusammenarbeit mit dem Regisseur Michael Haneke.

Zu ihren letzten Filmen zählten Andres Veiels "Wer wenn nicht wir" (2011), in dem sie Gudrun Ensslins Mutter verkörperte, "Die Gurkenkönigin" (2012) aus der "Polizeiruf 110"-Reihe, in dem sie die Titelrolle spielte, sowie Hanna Dooses Drama "Staub auf unseren Herzen" (2012).

Susanne Lothar starb im Juli 2012 im Alter von nur 51 Jahren.

Filmografie

2011/2012 Staub auf unseren Herzen
Darsteller
 
2011/2012 Die Gurkenkönigin
Darsteller
 
2011/2012 Blutsbrüder teilen alles
Darsteller
 
2010/2011 Wer wenn nicht wir
Darsteller
 
2010 Nemesis
Darsteller
 
2010 Rausch
Darsteller
 
2010 Bestien
Darsteller
 
2009/2010 Die kommenden Tage
Darsteller
 
2009/2010 Die Auflehnung
Darsteller
 
2009-2011 Die verlorene Zeit
Darsteller
 
2008/2009 Das weiße Band - Eine deutsche Kindergeschichte
Darsteller
 
2008 Der Vorleser
Darsteller
 
2008 Der glückliche Tod
Darsteller
 
2008 Und ewig schweigen die Männer
Darsteller
 
2007/2008 Morgen räum ich auf
Darsteller
 
2007/2008 Fleisch ist mein Gemüse
Darsteller
 
2006/2007 Das Ende des Schweigens
Darsteller
 
2006 Die Österreichische Methode
Darsteller
 
2005-2007 Madonnen
Darsteller
 
2005 Unter dem Eis
Darsteller
 
2004/2005 Der Teufel vom Berg
Darsteller
 
2003/2004 Schneeland
Darsteller
 
2003 Hamlet X
Darsteller
 
2000/2001 Die Klavierspielerin
Darsteller
 
1999/2000 Bonhoeffer - Die letzte Stufe
Darsteller
 
1999 Einfach raus
Darsteller
 
1999 Der Mörder meiner Mutter
Darsteller
 
1998/1999 Traumhaus
Darsteller
 
1997 Blutige Scheidung
Darsteller
 
1997 Das Schloß
Darsteller
 
1996/1997 Funny Games
Darsteller
 
1995/1996 Engelchen
Darsteller
 
1994 Geschäfte
Darsteller
 
1994 Grenzgänger
Darsteller
 
1992 Das tödliche Auge
Darsteller
 
1992 Der demokratische Terrorist
Darsteller
 
1990 Winckelmanns Reisen
Darsteller
 
1989 Das Geheimnis des gelben Geparden
Darsteller
 
1988-1992 Die zweite Heimat (13 Teile)
Darsteller
 
1988-1992 Die zweite Heimat. Chronik einer Jugend in 13 Filmen. 11. Zeit des Schweigens
Darsteller
 
1988-1992 Die zweite Heimat. Chronik einer Jugend in 13 Filmen. 10. Das Ende der Zukunft
Darsteller
 
1982/1983 Eisenhans
Darsteller