Peter Sehr
Biografie
Peter Sehr, geboren 1951 in Bad König im Odenwald, studiert von 1970 bis 1974 Physik und Chemie an der Eidgenössisch Technischen Hochschule (ETH) in Zürich. Nach dem Diplom reist er ein Jahr lang durch Südamerika, danach promoviert er von 1975 bis 1979 in Biophysik an der Oxford University (Merton College). In dieser Zeit entstehen auch seine ersten Kurzfilme. Ab 1980 arbeitet er in Paris am Institut Curie als Biophysiker, nebenher ist er aber auch als Regieassistent tätig. 1982 gibt er die Naturwissenschaft endgültig auf, zieht nach München und arbeitet mit verschiedenen deutschen und französischen Regisseuren als Regieassistent.
Mit Marie Noëlle gründet er 1988 die P"Artisan Filmproduktion GmbH, im gleichen Jahr dreht er seinen ersten Spielfilm, die fiktive Dokumentation "Und nicht ein Tohuwabohu". 1991 folgt "Das serbische Mädchen", der beim Bundesfilmpreis eine Nominierung für den Besten Film erhält. Gleich drei Filmbänder in Gold – für den Besten Film, die Beste Regie und den Besten Hauptdarsteller - erhält der auch international sehr erfolgreiche Spielfilm "Kaspar Hauser – Verbrechen am Seelenleben eines Menschen" (1994) mit André Eisermann in der Titelrolle des verwilderten jungen Mannes ungeklärter Herkunft, der Opfer eines Verbrechens wird. 1997 folgt die Dreiecksgeschichte "Obsession" mit Heike Makatsch, Charles Berling und Daniel Craig. Für den in New York gedrehten "Love The Hard Way" (2001) mit Adrien Brody, abermals eine dramatische Liebesgeschichte, erhält Sehr in Locarno den Silbernen Leoparden und den Bayerischen Filmpreis für die Beste Regie.
Auch außerhalb des Regiefachs ist Peter Sehr vielfältig engagiert: So koproduzierte er Marceline Loridan-Ivens" Film "Birkenau und Rosenfeld" (2003), bereits seit 1989 ist er als Dozent tätig, zunächst an der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) in München, dann ab 1998 an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Außerdem ist er 2002 Mitbegründer des Vereins "Das deutsch-französische Filmtreffen", der die Zusammenarbeit der Filmindustrien und den Austausch von Filmen fördert. Seit 2001 ist Sehr Mitbetreiber des renommierten ARRI-Kinos in München.
Peter Sehr wurde vom französischen Kultusminister zum Chevalier de l"ordre des Arts et Lettres ernannt und ist Mitglied der Deutschen, Deutsch-Französischen und Europäischen Filmakademie.
Filmografie
| 2011/2012 |
Ludwig II Regie, Drehbuch |
| 2007/2008 |
Die Frau des Anarchisten Regie, Produzent |
| 2002/2003 |
Birkenau und Rosenfeld Co-Produzent |
| 2002 |
Das Klatschen der einen Hand Darsteller |
| 2000/2001 |
Love the Hard Way Regie, Drehbuch, Executive Producer |
| 1997 |
Berlin - Niagara Regie |
| 1996/1997 |
Obsession Regie, Drehbuch |
| 1994 |
Die Nacht der Regisseure Mitwirkung |
| 1992/1993 |
Kaspar Hauser Regie, Drehbuch |
| 1991 |
I Know the Way to the Hofbrauhaus Sonstiges |
| 1989/1990 |
Das serbische Mädchen Regie, Drehbuch |
| 1988/1989 |
Zwei Frauen Regie 2. Stab, Regie-Assistenz |
| 1988 |
...und nicht ein Tohuwabohu Regie, Drehbuch |
| 1988 |
Der Löwe Regie-Assistenz |



