Leni Riefenstahl

Leni Riefenstahl

Weitere Namen: Helene Bertha Amalie Riefenstahl (Geburtsname)
Darstellerin, Regie, Drehbuch, Kamera, Schnitt, Produzent
*22.08.1902 Berlin; †08.09.2003 Pöcking

Biografie

Leni Riefenstahl

Die Tochter eines Installations-Kaufmanns wird zunächst Tänzerin, muss diese Karriere aber später nach einer Knieverletzung beenden. Bergfilm-Regisseur Arnold Fanck schreibt für sie die Rolle der Tänzerin in "Der heilige Berg". Riefenstahl lernt Bergsteigen und Skifahren und spielt auch Hauptrollen in den folgenden Fanck-Filmen "Der große Sprung", "Die weiße Hölle vom Piz Palü", "Stürme über dem Montblanc" und "Der weiße Rausch". 1931/32 debütiert Riefenstahl als Regisseurin und Produzentin mit dem mystischen Bergmärchen "Das blaue Licht", zu dem sie auch die Idee liefert und die Hauptrolle spielt.

Nach dem Machtantritt der Nazis dreht sie im Auftrag der NSDAP drei Filme über deren Parteitage 1933, 1934 und 1935 in Nürnberg. "Triumph des Willens" ist eine formal herausragende Darstellung von Massenereignis und Führerkult und kann als paradigmatisch für die NS-Selbstdarstellung gelten, wie auch ihr zweiteiliger "Olympia"-Film – "Fest der Völker" und "Fest der Schönheit". Wie stark Riefenstahl ideologisch und persönlich in den NS-Staat involviert ist, bleibt umstritten.

Nach Kriegsende wird Riefenstahl in Entnazifizierungsverfahren als "Mitläuferin" bzw. "nicht betroffen" eingestuft. An ihre Erfolge kann sie nicht mehr anknüpfen. Sie wird zur Zielscheibe publizistischer Angriffe, denen sie mit Klagen und Prozessen begegnet. Ihr Engagement während des Nationalsozialismus versucht sie mit einer Mischung aus Halbwahrheiten, Ausflüchten und naiven Schutzbehauptungen zu relativieren.

1953 stellt sie "Tiefland" fertig, mit dessen Dreharbeiten sie 1940 begonnen hat. Ab 1956 unternimmt sie mehrere Reisen nach Afrika, fotografiert und filmt bei den Nuba im Sudan, publiziert Fotobände und in internationalen Illustrierten.

In hohem Alter lernt Riefenstahl Tauchen, spezialisiert sich auf Unterwasseraufnahmen und bringt zwei Fotobücher heraus. Ihr letzter Film ist der Dokumentarfilm "Korallengärten – Impressionen unter Wasser".

Filmografie

2002 Korallengärten. Impressionen unter Wasser
Darsteller, Regie, Kamera, Schnitt, Produzent
 
1994/1995 Die Nacht der Regisseure
Mitwirkung
 
1992/1993 Die Macht der Bilder: Leni Riefenstahl
Mitwirkung
 
1989 Wer war Arnold Fanck?
Mitwirkung
 
1944 Arno Breker - Harte Zeit, starke Kunst
Produzent
 
1943 Joseph Thorak - Werkstatt und Werk
Produzent
 
1940-1944 Tiefland
Darsteller, Regie, Drehbuch, Produzent
 
1939/1940 Bergbauern
Produzent
 
1939 Höchstes Glück der Erde auf dem Rücken der Pferde
Produzent
 
1938/1939 Wildwasser
Produzent
 
1936-1938 Fest der Völker
Regie, Drehbuch, , Schnitt, Produzent
 
1936-1938 Fest der Schönheit
Regie, , Schnitt, Produzent
 
1936-1938 Olympia (2 Teile)
Regie, , Schnitt, Produzent
 
1936 Unsterbliches Marathon Olympia 1936
Regie
 
1935 Tag der Freiheit! - Unsere Wehrmacht
Regie, Schnitt, Produzent
 
1934/1935 Triumph des Willens
Regie, Schnitt, Produzent
 
1933 Der Sieg des Glaubens
Regie, Schnitt
 
1932/1933 SOS Eisberg
Darsteller
 
1932/1933 S.O.S. Iceberg
Darsteller
 
1931/1932 Das blaue Licht. Eine Berglegende aus den Dolomiten
Darsteller, Regie, Schnitt, Produzent
 
1930/1931 Der weiße Rausch. Neue Wunder des Schneeschuhs
Darsteller
 
1930 Stürme über dem Montblanc
Darsteller
 
1929 Die weiße Hölle vom Piz Palü
Darsteller
 
1928 Das Schicksal derer von Habsburg. Die Tragödie eines Kaiserreiches
Darsteller
 
1927 Der große Sprung
Darsteller
 
1925/1926 Der heilige Berg
Darsteller
 
1924/1925 Wege zu Kraft und Schönheit
Mitwirkung