Lena Stolze

Lena Stolze

Darstellerin
*08.08.1956 Berlin

Biografie

Lena Stolze wurde am 8. August 1956 in Ost-Berlin als Tochter der Schauspielerin Gabriele, geb. Gretschel, und des Tenors Gerhard Stolze geboren. Die Familie verließ die DDR jedoch im Jahre 1961 und zog nach Wien, wo die Tochter als österreichische Staatsbürgerin aufwuchs und ihre Matura ablegte. Zum Studium zog es Stolze dann nach München, wo sie sich zunächst in Germanistik und Kunstgeschichte einschrieb, das Studium dann jedoch abbrach, um 1975 eine Schauspielausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Wien zu beginnen.

Auch diese gab sie schnell auf, denn bereits im Jahr darauf wurde sie von Rudolf Noelte für dessen Inszenierung von Hauptmanns "Die Ratten" an die Freie Volksbühne geholt, wo sie die Walburga gab. In der Folge spielte sie dort neben Will Quadflieg die Recha in Lessings "Nathan der Weise" (Regie: Kurt Hübner) und unter Hans Lietzau Hauptmanns Leontine in "Der Biberpelz" (Schillertheater).

1977 übernahm Stolze dann ihre erste Rolle in einem Spielfilm, der TV-Adaption von Noeltes "Die Ratten"-Inszenierung. Im Jahr darauf spielte sie in Michael Hanekes Frühwerk "Lemminge". Sie blieb jedoch weiterhin in erster Linie dem Theater verbunden und debütierte 1979 am Wiener Burgtheater in dem Musical "Der Zauberer von Oz". Weitere Stationen sollten folgten, darunter das Münchner Residenztheater, das Thalia Theater in Hamburg, das Schauspielhaus Frankfurt, das Renaissance Theater Berlin und das Deutsche Schauspielhaus Hamburg.

Im Jahr 1982 feierte Lena Stolze mit ihrem Debüt auch gleich ihren Durchbruch auf der Kinoleinwand und das in ungewöhnlicher Konstellation: Sie spielte nämlich in zwei Filmen von unterschiedlichen Regisseuren dieselbe Figur. So sah man sie als Sophie Scholl zunächst in Michael Verhoevens "Die weiße Rose", ihrem Kinodebüt, und dann erneut in Percy Adlons "Fünf letzte Tage". Für ihre glaubhafte und intensive Verkörperung der Widerstandskämpferin in beiden Dramen wurde sie prompt mit einem Filmband in Gold beim Deutschen Filmpreis ausgezeichnet.

1983 holte sie Adlon für seinen Film "Die Schaukel", nach dem autobiographischen Roman der Dichterin Annette Kolb, dann erneut vor die Kamera. Auch hier konnte Stolze überzeugen und wurde für ihre Leistung mit dem Bayerischen Filmpreis geehrt. Eine weitere Hauptrolle spielte sie im Jahr darauf in Norbert Kückelmanns Justiz-Drama "Morgen in Alabama".

In den Folgejahren stand die Schauspielerin für zwei "Derrick"-Folgen vor der Kamera und wirkte in der deutsch-finnischen Koproduktion "Maschenka" (1985-87) mit. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit lag jedoch auf der Bühne. So spielte sie am Hamburger Thalia Theater zwischen 1984 und 1992 unter anderem die Ophelia in Heiner Müllers "Hamletmaschine" (Regie: Robert Wilson) und arbeitete mit Jürgen Flimm, Jürgen Gosch, Achim Benning, Wolfgang Wiens und Norbert Skrovanek zusammen, mit dem sie zwischenzeitlich auch verheiratet war und die Produktionsfirma Blaufilm gründete.

1989 kam es erneut zur Zusammenarbeit mit Michael Verhoeven in "Das schreckliche Mädchen". Für ihre darstellerischen Leistungen in der Rolle der hartnäckigen Titelfigur Sonja, die die NS-Vergangenheit ihrer Kleinstadt nicht ruhen lassen will, wurde Lena Stolze 1990 ein weiteres Mal mit einem Deutschen Filmpreis geehrt. Die Rolle brachte ihr darüber hinaus auch den Preis der deutschen Film- und Fernsehkritiker sowie einen "Silver Hugo" beim Chicago International Film Festival" ein. Verhoevens zugespitzte Komödie wurde 1991 mit einem Silbernen Bären für die Regie auf der Berlinale ausgezeichnet und zudem als deutscher Beitrag für den Oscar nominiert.

In den 1990ern waren es dann vor allem TV-Spielfilme wie "Winterkind" (1997, Regie: Margarethe von Trotta), in denen Stolze zu sehen war. Ihre tragenden Rollen in der Krimikomödie "Diebinnen" (1995) und dem historischen Biopic "Mein Herz – Niemandem!" (1997) von Helma Sanders-Brahms stellten, abgesehen von einer Nebenrollen in Joseph Vilsmaiers "Schlafes Bruder" (1995) die wenigen Ausnahmen dar, in denen sie auch auf der Leinwand Präsenz zeigte. Nachdem sie zuletzt 1992 am Hamburger Thalia als Nina in Tschechows "Die Möwe" auf der Bühne gestanden hatte, waren auch Theaterauftritte Lena Stolzes im letzten Jahrzehnt vor dem Millennium rar.

Im neuen Jahrtausend knüpfte die Schauspielerin dann wieder an die künstlerisch so produktive Frühzeit an. War sie in Dani Levys "Väter" (2002) noch in einer Nebenrolle als Anwältin zu sehen, so spielte sie in Felix Randaus First-Steps-Award-nominiertem Drama "Northern Star" (2003) eine tragende Rolle als Mutter der Hauptfigur Anke (Julia Hummer). Im gleichen Zeitraum arbeitete Stolze darüber hinaus erneut mit Margarethe von Trotta zusammen ("Rosenstraße") und spielte eine weitere Mutterrolle in Dito Tsintsadzes preisgekröntem "Schussangst". Sie stand in etlichen Fernsehproduktionen, darunter mehreren "Tatort"-Folgen vor der Kamera und übernahm schließlich eine feste Rolle in der TV-Krimireihe "Der Elefant – Mord verjährt nie" als Polizeirätin Dr. Krüger (2002-2005).

2007 sah man Lena Stolze dann in Robert Thalheims hoch gelobtem "Am Ende kommen Touristen", der in der Rubrik "Un certain regard" in Cannes lief. Im Jahr darauf spielte sie in "Ein Teil von mir" und dem Jugenddrama "2er ohne" erneut Mutterrollen. In "Vision – Aus dem Leben der Hildegard von Bingen", in dem sie die Novizin Jutta gab, kam es dann 2009 zu einer weiteren Zusammenarbeit mit von Trotta. Außerdem spielte sie in Joseph Vilsmaiers tragischer Filmbiografie "Nanga Parbat" die Mutter der Messner-Brüder (2010) und arbeitete 2010 im Drama "Mahler auf der Couch" einmal mehr mit Percy Adlon zusammen. In Pia Strietmanns "Tage die bleiben" (2011) einem Balanceakt zwischen Drama und Komödie, spielte sie eine Mutter, deren Tod eine Familie auseinander zu reißen droht und diese dann doch in neuer Form zusammenbringt.

Mit Ausnahme von Frederik Steiners "Und morgen Mittag bin ich tot" (2013) war Lena Stolze in letzter Zeit häufiger auf dem Fernsehbildschirm zu sehen als auf der Kinoleinwand. Die Schauspielerin ist mit dem Dramaturg Michael Eberth verheiratet, mit dem sie drei Kinder hat und in Berlin lebt.

Filmografie

2016 Angst - Der Feind in meinem Haus
Darsteller
 
2015/2016 Ein Teil von uns
Darsteller
 
2015/2016 Ente gut! Mädchen allein zu Haus
Darsteller
 
2015 Totenstille
Darsteller
 
2014 Die schönste Nacht des Lebens
Darsteller
 
2013/2014 Der Beutegänger
Darsteller
 
2013/2014 Nie mehr wie immer
Darsteller
 
2013 Beste Freundinnen
Darsteller
 
2013 Die Pastorin
Darsteller
 
2012/2013 Und morgen Mittag bin ich tot
Darsteller
 
2012/2013 Tod am Weiher
Darsteller
 
2012 Machtlos
Darsteller
 
2010/2011 Tage die bleiben
Darsteller
 
2009/2010 Mahler auf der Couch
Darsteller
 
2009/2010 Nanga Parbat
Darsteller
 
2009 Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen
Darsteller
 
2008/2009 Mitten im Sturm
Darsteller
 
2008 2er ohne
Darsteller
 
2007/2008 Ein Teil von mir
Darsteller
 
2007/2008 Freiwild. Ein Würzburg-Krimi
Darsteller
 
2007-2010 Ich lebe nur durch das Auge - Marianne von Werefkin
Darsteller
 
2006/2007 Am Ende kommen Touristen
Darsteller
 
2006/2007 Unter uns
Darsteller
 
2006 Das verlorene Kind
Darsteller
 
2006 Aus der Traum...
Darsteller
 
2005/2006 Der unbekannte Soldat
Mitwirkung
 
2005/2006 Lapislazuli - im Auge des Bären
Darsteller
 
2005/2006 Der kalte Tag
Darsteller
 
2004/2005 In Sachen Kaminski
Darsteller
 
2004 Delphinsommer
Darsteller
 
2003/2004 Bitteres Brot
Darsteller
 
2002/2003 Schussangst
Darsteller
 
2002/2003 Rosenstraße
Darsteller
 
2002/2003 Die Verhoevens
Mitwirkung
 
2002/2003 Northern Star
Darsteller
 
2001/2002 Schlaf Kindlein Schlaf
Darsteller
 
2001/2002 Väter
Darsteller
 
2000/2001 Herr Schmidt und Herr Friedrich
Sprecher
 
2000/2001 Späte Rache
Darsteller
 
2000 Brennendes Schweigen
Darsteller
 
1999 Fremde Verwandte
Darsteller
 
1997 Winterkind
Darsteller
 
1996/1997 Mein Herz - Niemandem!
Darsteller
 
1996/1997 Die Staatsanwältin
Darsteller
 
1995 Diebinnen
Darsteller
 
1994/1995 Die Vergebung
Darsteller
 
1994/1995 Schlafes Bruder
Darsteller
 
1994 Nur der Sieg zählt
Darsteller
 
1992 Tommy ist tot
Darsteller
 
1992 Zivilcourage
Darsteller
 
1989 Das schreckliche Mädchen
Darsteller
 
1988/1989 Die Stimme des Mörders
Darsteller
 
1986 Schonzeit für Mörder
Darsteller
 
1985-1987 Maschenka
Darsteller
 
1983/1984 Morgen in Alabama
Darsteller
 
1983 Die Schaukel
Darsteller
 
1982 Fünf letzte Tage
Darsteller
 
1981/1982 Die weiße Rose
Darsteller
 
1978/1979 Lemminge. 1. Arkadien. - 2. Verletzungen
Darsteller
 

Übersicht

Fotogalerie

Alle Fotos (23)

Literatur

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