Hans Korte

Hans Korte

Darsteller
*08.04.1929 Bochum; †25.09.2016 München

Biografie

Hans Korte wurde am 8. April 1929 in Bochum geboren. Er studierte Musik und stand als Schauspieler an Theatern unter anderem in Bochum, Dortmund, Kassel und Frankfurt auf der Bühne. 1954 begann er auch bei zahlreichen Hörspielproduktionen mitzuwirken, eine Schauspielform, der er bis zum Jahr 2000 nachging. Von 1965 bis 1979 war Korte festes Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele und des Bayrischen Staatsschauspiels, wo er in zahlreichen Klassiker-Inszenierungen mitwirkte. Neben der Schauspielerei betätigte er sich auch als Dirigent und Opernregisseur.

Ab Mitte der 1960er Jahre spielte Korte zunehmend auch in Fernsehproduktionen sowie gelegentlich in Kinofilmen mit. In Alexander Kluges "Abschied von gestern" (1966) hatte er einer Nebenrolle als Richter, Peter Weck besetzte ihn in der Komödie "Nachbarn sind zum Ärgern da" (1970) als kauzigen Fleischermeister. Er gehörte als Zahlmeister eines Schiffs zum Ensemble von Kurt Hoffmanns "Der Kapitän" (1971) und spielte in Franz Josef Gottliebs Pauker-Komödie "Betragen ungenügend" (1972) einen Professor. In Alfred Vohrers Kriegsdrama "Jeder stirbt für sich allein" (1976) gab er einen zynischen SS-Obergruppenführer, in Theodor Kotullas Rudolf-Höß-Film "Aus einem deutschen Leben" (1977) verkörperte er Heinrich Himmler. Ab den 1980er Jahren wirkte er praktisch gar nicht mehr in Kinofilmen mit. Seine letzten Leinwandrollen waren ein Geheimrat in Bernhard Wickis "Das Spinnennetz" (1986-1989) und der strenge Vater eines jungen Musikers in Holm Dresslers "Keep on Running" (1990).

Seine bekanntesten Rollen spielte Korte, dessen Filmografie rund 120 Titel umfasst, allerdings fürs Fernsehen. In einer Folge von Helmut Dietls Kultserie "Kir Royal" (1986) gab er den Münchner Polizeipräsidenten, der den Klatschreporter Schimmerlos an der Nase herumführt. In dem Drama "Der Vater eines Mörders" (1987, TV) spielte er den konservativen, aber humanistisch gebildeten Vater des jungen, allmählich seine faschistischen Ideologien entwickelnden Heinrich Himmler. Für diese Rolle wurde Korte beim Münchner Filmfest als Bester Darsteller ausgezeichnet.

In der Serie "Mit Leib und Seele" (1989/1990) hatte er eine wiederkehrende Rolle als Bischof. Eine seiner berühmtesten Rollen spielte Korte als pensionierter, aber höchst agiler Gewerkschaftsfunktionär an der Seite von Will Quadflieg, Heinz Schubert und Mario Adorf in Dieter Wedels Dreiteiler "Der große Bellheim (1992). Für diese Rolle erhielt er gemeinsam mit Wedel und seinen drei Co-Stars den Grimme-Preis. Ebenfalls unter Wedels Regie gab er in dem Sechsteiler "Der König von St. Pauli" (1997) einen Unterwelt-Paten (eine Rolle, für die ursprünglich Günter Strack und Mario Adorf vorgesehen waren). Zu Kortes weiteren wichtigen Fernsehrollen gehört ein pensionierter Polizist auf Mörderjagd in Friedemann Fromms Thriller "Brennendes Schweigen" (2000) und der eigenbrötlerische Vater einer einsamen Frau in Kai Wessels mehrfach preisgekröntem Drama "Leben wäre schön" (2003). Eine durchgehende Serien-Nebenrolle hatte er von 1999 bis 2005 als Brauerei-Unternehmer mit dem passenden Nachnamen Meyerbeer in der erfolgreichen Serie "Samt und Seide".

Im Jahr 2006 zog Korte sich von der Schauspielerei zurück. Stattdessen betätigte er sich als Sprecher von Hörbüchern, so etwa bei Patrick Süskinds "Das Parfum" (2006), Friedrich Dürrenmatts "Das Versprechen" (2006) oder Bernhard Schlinks "Der Vorleser" (2014).

Hans Korte war in erster Ehe mit der Schauspielerin Karin Eickelbaum und in zweiter Ehe (bis zu seinem Tod) mit der Schauspielerin Barbara Rath verheiratet. Sein Sohn ist der Puppenspieler Thomas Korte. Hans Korte starb am 25. September 2016 im Alter von 87 Jahren.

Filmografie

2003 Leben wäre schön
Darsteller
 
2000 Brennendes Schweigen
Darsteller
 
1996/1997 Der König von St. Pauli
Darsteller
 
1992/1993 Mann im Regen
Darsteller
 
1991/1992 Der große Bellheim
Darsteller
 
1990/1991 Ende der Unschuld
Darsteller
 
1990 Keep on Running
Darsteller
 
1987 Die Nacht des Jaguars
Darsteller
 
1986-1989 Das Spinnennetz
Darsteller
 
1985/1986 Christian Rother - Bankier für Preussen
Darsteller
 
1985 Der Vater eines Mörders
Darsteller
 
1985 Tod eines jungen Mädchens
Darsteller
 
1984-1986 Kir Royal. 4. Adieu Claire
Darsteller
 
1984 Gangster haben andere Spielregeln
Darsteller
 
1984 Tod eines Schaustellers
Darsteller
 
1983 »Titanic« - Nachspiel einer Katastrophe
Darsteller
 
1981/1982 Doktor Faustus
Darsteller
 
1981 Wer den Schaden hat
Darsteller
 
1980 Die längste Sekunde
Darsteller
 
1978 Die verlorenen Sekunden
Darsteller
 
1976/1977 Aus einem deutschen Leben
Darsteller
 
1975/1976 Tote Vögel singen nicht
Darsteller
 
1975 Jeder stirbt für sich allein
Darsteller
 
1973 Stellwerk 3
Darsteller
 
1972 Trip ins Jenseits
Darsteller
 
1972 Betragen ungenügend!
Darsteller
 
1972 Mensch ärgere dich nicht
Darsteller
 
1971/1972 Einmal im Leben. Geschichte eines Eigenheims
Darsteller
 
1971 Kellner Windeck
Darsteller
 
1971 Der Kapitän
Darsteller
 
1970 Nachbarn sind zum Ärgern da
Darsteller
 
1970 Puppen reden nicht
Darsteller
 
1970 Die Weibchen
Darsteller
 
1969/1970 Besuch gegen zehn
Darsteller
 
1969 Alarm
Darsteller
 
1969 Spaßmacher
Darsteller
 
1968 Feuerlöscher E. A. Winterstein
Darsteller
 
1967 Ein Anruf aus der Zone
Darsteller
 
1967 Das Attentat: L. D. Trotzki - Tod im Exil
Darsteller
 
1967 Der Röhm-Putsch
Darsteller
 
1966/1967 Frank V. Oper einer Privatbank
Darsteller
 
1966 Die schwarze Hand
Darsteller
 
1966 Die rote Rosa
Darsteller
 
1965/1966 Abschied von gestern
Darsteller
 
1965 Intermezzo
Darsteller
 
1964 König Richard III
Darsteller
 
1963 Turandot
Darsteller
 

Übersicht

Fotogalerie

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Literatur

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