Götz George

Götz George

Weitere Namen: Götz Schulz (Geburtsname)
Darsteller, Produzent
*23.07.1938 Berlin

Biografie

Götz George, geboren am 23. Juli 1938 in Berlin als Sohn des Schauspielerehepaares Berta Drews und Heinrich George, wächst mit seinem älteren Bruder Jan bei der allein erziehenden Mutter auf – Vater Heinrich, einer der renommiertesten Film- und Bühnendarsteller seiner Zeit, wird auf Grund seiner Mitwirkung in einer Reihe von NS-Propagandafilmen nach Kriegsende in einem sowjetischen "Speziallager" interniert und stirbt 1946 an den Folgen einer Blinddarmoperation.

Sein Schauspieldebüt gibt Götz George bereits 1950, im Alter von gerade 12 Jahren, mit einer kleinen Rolle in dem Bühnenstück "Mein Herz ist im Hochland" am Berliner Hebbel-Theater. Drei Jahre später ist er erstmals auf der Kinoleinwand zu sehen – an der Seite von Romy Schneider hat er einen kleinen Auftritt in dem Erfolgsfilm "Wenn der weiße Flieder blüht". Nach dem Abschluss der Mittleren Reife studiert George von 1955 bis 1958 Schauspielerei am Ufa-Nachwuchsstudio in Berlin. Parallel dazu spielt er weitere Filmrollen, unter anderem in der DEFA-Komödie "Alter Kahn und junge Liebe" (1957).

Nach Abschluss der Schauspielausbildung wird George von Heinz Hilpert in das Ensemble des Deutschen Theaters in Göttingen aufgenommen: für den jungen Schauspieler nach eigenem Bekunden eine überaus prägende Zeit, die häufig als seine "eigentliche" Ausbildung bezeichnet wird – nach dem Tod Hilperts und dem damit verbundenen Ende der Göttinger Zeit im Jahr 1963 wird George sich während seiner gesamten Karriere nie wieder einem festen Ensemble anschließen. Dennoch ist er bis 1990 immer wieder in Gastspielen oder im Rahmen von Tourneen auf der Bühne zu sehen. So etwa bei den Salzburger Festspielen 1981 in "Dantons Tod", nach eigenem Bekunden seine beste Bühnenrolle; 1986 führt er bei einer Inszenierung von Gogols "Revisor" die Regie; 1990 geht er mit Tschechows "Platonov" (bislang) letztmalig auf Tournee.


Der Durchbruch als Filmschauspieler gelingt Götz George 1959 in Wolfgang Liebeneiners hoch gelobtem Liebesfilm "Jacqueline": Für seine Verkörperung eines jungen, gutherzigen Boxers wird er mit dem Preis der Filmkritik sowie mit einem Bundesfilmpreis als "Bester Nachwuchsdarsteller" ausgezeichnet. In den folgenden Jahren festigt er mit Rollen in anspruchsvollen Werken wie Wolfgang Staudtes Nachkriegsdrama "Kirmes" (1960), Wilhelm Dieterles "Die Fastnachtsbeichte" (1960) oder Staudtes "Herrenpartie" (1963/64) seinen Ruf als einer der vielversprechendsten Charakterdarsteller des ambitionierten deutschen Nachkriegskinos. Zugleich versteht es George, mit Rollen in reinen Unterhaltungsfilmen wie "Mörderspiel" (1961) oder den Karl-May-Klassikern "Der Schatz im Silbersee" (1962) und "Unter Geiern" (1964) seine Publikumswirksamkeit unter Beweis zu stellen.

Trotz seiner Kinoerfolge konzentriert George sich in den 1970er Jahren vor allem auf seine Theaterarbeit. So ist er 1972 am Kölner Schauspielhaus in einer Inszenierung von "Martin Luther und Thomas Münzer" als Martin Luther zu sehen. Im Kino ist er in den 70er Jahren zwar nur selten zu sehen, spielt dafür jedoch in Theodor Kotullas Nazi-Drama "Aus einem deutschen Leben" eine seiner bis heute eindrucksvollsten und vielschichtigsten Kinohauptrollen. Neben seinen Theaterverpflichtungen wendet George sich in den 70er Jahren verstärkt dem Fernsehen zu, spielt hier vor allem in Serien wie "Der Kommissar" (1970, 1972, 1973), "Diamantendetektiv Dick Donald" (in der Titelrolle; 1971), "Derrick" (1978) oder "Der Alte" (1978 & 1979).

1981 wird für Götz Georges eines der prägendsten Jahre seiner Karriere: Für den WDR-"Tatort" verkörpert er in der Folge "Duisburg-Ruhrort" erstmals den unkonventionellen Kommissar Schimanski – eine Rolle, die auf Grund ihrer derben Art zwar durchaus umstritten ist, die George aber binnen kurzer Zeit zu einem der großen Lieblinge des deutschen TV-Publikums werden lässt. 31 Mal gibt er bis 1991 den raubeinigen Ruhrpott-Kommissar, viele der Folgen gelten unter Fans und Fachleuten als Glanzpunkte der populären Krimi-Reihe. Die Schimanski-Abenteuer sind so erfolgreich, dass zwei Kinofilme daraus entwickelt werden ("Zahn um Zahn", 1985; "Zabou", 1987). Trotzdem verabschiedet George sich 1991 mit "Der Fall Schimanski" von der Rolle – um sie nach einer sechsjährigen Auszeit 1997 wieder aufzunehmen, allerdings nicht im Rahmen der "Tatort"-Reihe, sondern unter dem eigenen Serientitel "Schimanski". Bis 2008 sind 15 Folgen entstanden.

Wenngleich zahlreiche Zuschauer ihn vor allem als "Tatort"-Kommissar und aus der populären TV-Film-Reihe "Schulz & Schulz" (1989-1993) kennen, lässt Götz George sich keineswegs auf diese Rollen reduzieren. Ab Mitte der 1980er Jahre spielt er regelmäßig hochkarätige Kinorollen und arbeitet mit einigen der besten Regisseure des deutschen Films zusammen. So ist er 1984 in Carl Schenkels klaustrophobischem Thriller "Abwärts" zu sehen (Deutscher Filmpreis in Gold), spielt in Dominik Grafs Krimi "Die Katze" (1988) einen genialischen Bankräuber und beeindruckt in Reinhard Hauffs Polit-Thriller "Blauäugig" (1989) als Geschäftsmann auf der Suche nach seiner verschleppten Tochter.

Ein regelrechtes Kinokarriere-Hoch erlebt George gleichwohl in den 1990er Jahren - bezeichnenderweise, nachdem er sich 1991 vorläufig von Schimanski verabschiedet hat. In Helmut Dietls Oscar-nominierter Satire "Schtonk" (1992) brilliert er als bauernschlauer Sensationsreporter und erhält prompt einen Deutschen Filmpreis in Gold. Für seine Verkörperung des Serienmörders Fritz Haarmann in Romuald Karmakars "Der Totmacher" wird er 1995 bei den Filmfestspielen von Venedig als "Bester Darsteller" ausgezeichnet. Weiterhin erhält er für seine Leistung in dem Film 1996 einen Bayerischen Filmpreis und einen Deutschen Filmpreis in Gold.

Im gleichen Jahr ehrte man ihn für seine Darstellung eines mysteriösen Schriftstellers und vermeintlichen Mörders in dem TV-Thriller "Der Sandmann" mit einem Grimme-Preis. Zu Georges weiteren wichtigen Film- und Fernseharbeiten zählen Helmut Dietls Schickeria-Satire "Rossini" (1997), Roland Suso Richters TV-Film "Die Bubi Scholz Story" (1998) und das umstrittene Kinodrama "Nichts als die Wahrheit" (1999, ebenfalls unter der Regie von Suso Richter), in dem er Josef Mengele verkörpert.

Seit der Jahrtausendwende ist George fast ausschließlich in Fernsehrollen zu sehen, wobei die Qualität von trivialen Romanzen wie "Alpenglühen" oder "Verliebte Diebe" (beide 2003) bis zu anspruchsvollen Produktionen wie Andreas Kleinerts Drama "Mein Vater" (2003) reicht, für das er einen Grimme-Preis sowie einen Bayerischen Filmpreis erhält. Im Kino sieht man Götz George in den letzten Jahren insbesondere in kleineren, ambitionierten Produktionen wie dem romantischem "Maria an Callas" (2006), dem Beziehungsmelodram "Der Novembermann" (2007) oder der George-Tabori-Verfilmung "Mein Kampf", die 2011 in die Kinos kommt.

Filmografie

2010/2011 Zettl
Darsteller
 
2010 Reise in den Tod
Darsteller
 
2009/2010 Zivilcourage
Darsteller
 
2008/2009 Mein Kampf
Darsteller
 
2007/2008 Schokolade für den Chef
Darsteller
 
2007/2008 Meine fremde Tochter
Darsteller
 
2007 Die Katze
Darsteller
 
2006/2007 Der Novembermann
Darsteller
 
2006 Commissario Laurenti: Die Toten vom Karst
Darsteller
 
2005/2006 Als der Fremde kam
Darsteller
 
2005 Kabale und Liebe
Darsteller
 
2004/2005 Sünde
Darsteller
 
2004-2006 Maria an Callas
Darsteller
 
2004-2006 Die Sturmflut
Darsteller
 
2004 Einmal so wie ich will
Darsteller
 
2003/2004 Alpenglühen zwei - Liebe versetzt Berge
Darsteller
 
2003 Alpenglühen
Darsteller
 
2002-2004 René Deltgen - Der sanfte Rebell
Mitwirkung
 
2002 Mein Vater
Darsteller
 
2002 Schimanski: Asyl
Darsteller
 
2002 Der Anwalt und sein Gast
Darsteller
 
2001/2002 Gott ist tot
Darsteller
 
2000/2001 Viktor Vogel - Commercial Man
Darsteller
 
1999/2000 Die Spur meiner Tochter
Darsteller
 
1998/1999 Nichts als die Wahrheit
Darsteller, Co-Produzent
 
1998/1999 Die Entführung
Darsteller
 
1998 Schimanski: Rattennest
Darsteller
 
1997/1998 Solo für Klarinette
Darsteller
 
1997/1998 Die Bubi Scholz Story
Darsteller
 
1997/1998 Das Trio
Darsteller
 
1997 Blutsbrüder
Darsteller
 
1997 Schimanski: Die Schwadron
Darsteller
 
1996 Rossini - oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief
Darsteller
 
1995/1996 Tote sterben niemals aus
Darsteller
 
1995 Der Totmacher
Darsteller
 
1995 Der Sandmann
Darsteller
 
1994 Das Schwein - Eine deutsche Karriere
Darsteller
 
1993-1995 Die Sturzflieger
Darsteller
 
1993 Schulz & Schulz V: Fünf vor zwölf
Darsteller
 
1993 Die Verflechtung
Darsteller
 
1992/1993 Ich und Christine
Darsteller
 
1992 Schulz & Schulz IV: Neue Welten - alte Lasten
Darsteller
 
1991/1992 König Midas
Darsteller
 
1991/1992 Schulz & Schulz III: Wechselspiele
Darsteller
 
1991/1992 Schtonk
Darsteller
 
1991 Der Fall Schimanski
Darsteller
 
1991 Kinderlieb
Darsteller
 
1990/1991 Bis zum Hals im Dreck
Darsteller
 
1990/1991 Schulz & Schulz II: Aller Anfang ist schwer
Darsteller
 
1990 Unter Brüdern
Darsteller
 
1989/1990 Schimanskis Waffe
Darsteller
 
1989/1990 Medizinmänner
Darsteller
 
1989 Schulz & Schulz
Darsteller
 
1989 Katjas Schweigen
Darsteller
 
1988/1989 Blauäugig
Darsteller
 
1988/1989 Blutspur
Darsteller
 
1988/1989 Der Pott
Darsteller
 
1988/1989 Der Bruch
Darsteller
 
1988/1989 Zwei Frauen
Co-Produzent
 
1988 Moltke
Darsteller
 
1988 Gebrochene Blüten
Darsteller
 
1987/1988 Einzelhaft
Darsteller
 
1987/1988 Die Katze
Darsteller
 
1987 Spielverderber
Darsteller
 
1986/1987 Zabou
Darsteller
 
1985/1986 Freunde
Darsteller
 
1985/1986 Der Tausch
Darsteller
 
1985 Zahn um Zahn
Darsteller
 
1984/1985 Das Haus im Wald
Darsteller
 
1984/1985 Doppelspiel
Darsteller
 
1984-1986 Schwarzes Wochenende
Darsteller
 
1984 Rechnung ohne Wirt
Darsteller
 
1984 Zweierlei Blut
Darsteller
 
1983/1984 Kielwasser
Darsteller
 
1983/1984 Abwärts
Darsteller
 
1983 Das schöne Ende dieser Welt
Darsteller
 
1982/1983 Miriam
Darsteller
 
1982 Kuscheltiere
Darsteller
 
1981/1982 Das Mädchen auf der Treppe
Darsteller
 
1981 Der unsichtbare Gegner
Darsteller
 
1981 Grenzgänger
Darsteller
 
1981 Duisburg-Ruhrort
Darsteller
 
1980/1981 Der König und sein Narr
Darsteller
 
1979 Der Auftraggeber
Darsteller
 
1978 Der schöne Alex
Darsteller
 
1976/1977 Aus einem deutschen Leben
Darsteller
 
1976 Transit ins Jenseits
Darsteller
 
1974 Mandragola
Darsteller
 
1973 Sommerpension
Darsteller
 
1973 Die Gräfin von Rathenow
Darsteller
 
1972 Kesselflickers Hochzeit
Darsteller
 
1972 Rattennest
Darsteller
 
1972 Der Illegale. Biografie eines Spions.
Darsteller
 
1972 Ein Amoklauf
Darsteller
 
1971 Blechschaden
Darsteller
 
1969/1970 Ostwind
Darsteller
 
1969 11 Uhr 20
Darsteller
 
1968 Himmelfahrtskommando El Alamein
Darsteller
 
1968 Der Todeskuß des Dr. Fu Man Chu
Darsteller
 
1968 Der Eismann kommt
Darsteller
 
1967/1968 Ich spreng' Euch alle in die Luft! - Inspektor Blomfields Fall Nr. 1
Darsteller
 
1967 Peter Schlemihls wundersame Geschichte
Darsteller
 
1966 Winnetou und das Halbblut Apanatschi
Darsteller
 
1965 Ferien mit Piroschka
Darsteller
 
1964 Sie nannten ihn Gringo
Darsteller
 
1964 Unter Geiern
Darsteller
 
1963/1964 Wartezimmer zum Jenseits
Darsteller
 
1963/1964 Herrenpartie
Darsteller
 
1963 Mensch und Bestie
Darsteller
 
1962/1963 Liebe will gelernt sein
Darsteller
 
1962 Der Schatz im Silbersee
Darsteller
 
1962 Nur tote Zeugen schweigen
Darsteller
 
1961/1962 Das Mädchen und der Staatsanwalt
Darsteller
 
1961/1962 Ihr schönster Tag
Darsteller
 
1961 Mörderspiel
Darsteller
 
1961 Alle meine Söhne
Darsteller
 
1961 Unser Haus in Kamerun
Darsteller
 
1960/1961 Der Teufel spielte Balalaika
Darsteller
 
1960 Die Fastnachtsbeichte
Darsteller
 
1960 Kirmes
Darsteller
 
1959 Jacqueline
Darsteller
 
1958 Solange das Herz schlägt
Darsteller
 
1957 Kolportage
Darsteller
 
1956/1957 Alter Kahn und junge Liebe
Darsteller
 
1954 Ihre große Prüfung
Darsteller
 
1953 Wenn der weiße Flieder wieder blüht
Darsteller