Franz Peter Wirth

Franz Peter Wirth

Darsteller, Regie, Drehbuch
*22.09.1919 München; †18.10.1999 Berg am Starnberger See

Biografie

Franz Peter Wirth, geboren am 22. September 1919 in München, studiert Theaterwissenschaften und absolviert eine Schauspielausbildung. Während des zweiten Weltkriegs gerät er in amerikanische Kriegsgefangenschaft, wo er die Möglichkeit bekommt, eine Theatergruppe aufzubauen. 1948 wird er Dramaturg und Regisseur an kleineren Theatern zunächst in Hof, später in Pforzheim. 1954 wechselt Wirth zum Fernsehen, als er eine Stelle als Oberspielleiter beim Süddeutschen Rundfunk (SDR) und der Bavaria Film in München bekommt. Er spezialisiert sich auf die Adaption klassischer Theaterstücke für das junge Medium Fernsehen.

Sein Inszenierungsstil zeichnet sich durch überaus reduzierte Dekorationen, zahlreiche Großaufnahmen, ein Minimum an gestischem Spiel und ein absolut untheatralisches Vortragen der Dialoge aus. Trotz dieser radikalen, gleichsam leicht zugänglichen Herangehensweise sind seine TV-Umsetzungen der Stücke von Autoren wie Schiller, Brecht oder Sartre beim Publikum sehr erfolgreich.

Neben seinen Theaterverfilmungen erweist Wirth sich auch bei der Inszenierung von Kriminal- und Unterhaltungsfilmen als versierter, unprätentiöser Regie-Handwerker, dessen größtes Anliegen stets der Erfolg beim breiten Publikum war. Zu seinen größten TV-Erfolgen zählen die Adaption des "Hamlet" (1960) mit Maximilian Schell, der Mehrteiler "Wallenstein" (1978) nach Golo Mann sowie eine monumentale, 11-teilige Verfilmung der "Buddenbrooks" (1978/79).

Wenngleich Franz Peter Wirth sich in erster Linie durch seine zahlreichen Fernseharbeiten einen Namen gemacht hat, arbeitet er gelegentlich auch fürs Kino: Seine George-Bernard-Shaw-Verfilmung "Helden" (1958) mit O.W. Fischer und Liselotte Pulver läuft bei den Filmfestspielen von Cannes, erhält zwei Deutsche Filmpreise und wird für den Oscar als "Bester ausländischer Film" nominiert. Auch der Kriminalfilm "...und nichts als die Wahrheit" (1958) mit O.W. Fischer, das Liebesdrama "Bis zum Ende aller Tage" (1961) und die Heinz-Rühmann-Komödie "Oh, Jonathan – oh, Jonathan..." (1973) werden zu Publikums- und Kritikererfolgen.

Seine berufliche Heimat aber bleibt das Fernsehen, für das er bis ins hohe Alter arbeitet und wo er bis in die 1980er Jahre hinein Erfolge feiern kann: Die Mini-Serie "Ein Stück Himmel" (1982) über ein Familienschicksal während des Dritten Reichs wird mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet; die pointierte "Wende"-Komödie "Karambolage" (1989) mit Iris Berben und Constanze Engelbrecht avanciert zu einem kleinen Klassiker des deutschen Fernsehspiels.

Am 18. Oktober 1999 stirbt Franz Peter Wirth in Berg am Starnberger See.

Filmografie

1997 Die Frau des Anwalts
Regie
 
1996/1997 Das Wispern im Berg der Dinge
Mitwirkung
 
1995/1996 Das Monster
Regie
 
1995 Adieu, mon ami
Regie, Drehbuch
 
1990 Solo für Vier
Regie
 
1989/1990 Bismarck
Darsteller
 
1989 Karambolage
Regie
 
1987 Koldaus letzte Reise
Regie
 
1987 Mordfall Goos
Regie
 
1985/1986 Zerbrochene Brücken
Regie
 
1985/1986 Die Wächter
Regie, Drehbuch
 
1984 Geld oder Leben
Regie
 
1984 Don Carlos. Infant von Spanien
Regie, Drehbuch
 
1982 Egmont
Regie, Drehbuch
 
1982 Die Sprüche Salomons
Regie
 
1982 Ein Stück Himmel
Regie
 
1980/1981 Die Emigranten
Regie
 
1979/1980 Mit nackten Füßen
Regie
 
1978/1979 Buddenbrooks
Darsteller, Regie, Drehbuch
 
1978 Wallenstein
Regie
 
1977 Generale. Anatomie der Marneschlacht
Regie
 
1976/1977 Die Emigranten
Regie
 
1976 Risiko
Regie
 
1976 Insel der Rosen
Regie
 
1975/1976 Julia und Romeo
Regie
 
1975 Paddenberg
Regie
 
1975 Der Biberpelz
Regie
 
1975 Die Verschwörung des Fiesco zu Genua
Regie
 
1974/1975 Wodka Bitter-Lemon
Regie
 
1974 Strychnin und saure Drops
Regie
 
1973 Oh, Jonathan - oh, Jonathan
Regie
 
1972 Alexander Zwo
Regie
 
1972 Das Spiel ist aus
Regie
 
1972 Der neue Mann
Regie
 
1972 Das Netz zerreißt
Regie
 
1972 FU III bricht Code
Regie
 
1972 Altenburger Allee 19
Regie
 
1972 Kent ruft Direktor
Regie
 
1972 Die Geschäfte des Grand Chef
Regie
 
1971 Willy und Lilly
Regie
 
1970/1971 Operation Walküre
Regie
 
1970/1971 Mathias Kneißl
Darsteller
 
1969/1970 Das Haus Lunjowo
Regie
 
1969 Al Capone im deutschen Wald
Regie
 
1968/1969 Alte Kameraden
Regie
 
1968 Die Schlacht bei Lobositz
Regie
 
1968 Schmutzige Hände
Regie, Drehbuch
 
1968 Othello
Regie, Adaption
 
1967/1968 Schinderhannes
Regie
 
1967 Das Attentat: Walther Rathenau
Regie
 
1967 Der schöne Gleichgültige
Regie, Drehbuch
 
1967 Nathan der Weise
Regie, Drehbuch
 
1967 Das Attentat: Der Tod des Engelbert Dollfuß
Regie
 
1967 Hanns Lothar Gedächtnissendung
Mitwirkung
 
1966 Flucht ohne Ausweg
Regie, Drehbuch
 
1966 Der Regenmacher
Regie
 
1966 Ein Schloß
Regie, Drehbuch
 
1965 Rückkehr von den Sternen
Regie, Drehbuch
 
1965 Antigone
Regie
 
1965 Der Ruepp
Regie
 
1964 Der arme Mann Luther
Regie
 
1964 Die Geschichte von Joel Brand
Regie
 
1964 Karl Sand
Regie
 
1964 Der Hund des Generals
Regie, Drehbuch
 
1963/1964 Ein Mann im schönsten Alter
Regie, Drehbuch
 
1963 Don Carlos. Infant von Spanien
Regie, Drehbuch
 
1963 Was Ihr wollt
Regie, Drehbuch
 
1962/1963 Bekenntnisse eines möblierten Herrn
Regie
 
1962 Zaubereien oder Die Tücke des Objekts
Regie, Drehbuch
 
1962 Zahlungsaufschub
Regie, Drehbuch
 
1961/1962 Spielsalon
Regie
 
1961 Der Fall Winslow
Regie
 
1961 Alle meine Söhne
Regie
 
1961 Bis zum Ende aller Tage
Regie
 
1960/1961 Hamlet
Regie, Drehbuch
 
1960 Die Frau am dunklen Fenster
Regie
 
1959 Konto ausgeglichen
Regie, Drehbuch
 
1959 Menschen im Netz
Regie
 
1959 Ein Tag, der nie zu Ende geht
Regie
 
1958 Helden
Regie
 
1958 ...und nichts als die Wahrheit
Regie, Drehbuch-Mitarbeit
 
1957 Der Richter und sein Henker
Regie, Drehbuch
 
1956 Der Hexer
Regie
 
1956 Meine Schwester und ich
Regie
 

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10.06.2009 | 10:44 Uhr

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