Das Haus in Montevideo

Das Haus in Montevideo

BR Deutschland 1963, Spielfilm

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Himbeerkuchen mit Schlagsahne

Die Komödien von Curt Goetz sind auf einen Schauspieler zugeschnitten: auf Curt Goetz selber. Herrisch, selbstgewiss, autoritär - so tritt er auf. Der Herr von gestern mit dem Frack von heute! Doch jede seiner Pointen trifft genau ins Schwarze. Also wehe dem, der seine Stücke mit anderen Schauspielern neu besetzt - die Handlung seziert sich selber wie auf dem OP-Tisch. Logik - Fehlanzeige! Wahrscheinlichkeit - eine Chimäre! Käutner hat es gewagt und Heinz Rühmann mit der Rolle des Traugott Nägler betraut. Mit dem Ergebnis: wo Goetz bärbeissig war, wird er freundlich, wo Goetz ironisch blieb, ist er einfach. Tobt Goetz mit seinen 12 Film-Kindern durch die Dünen, dann hat das etwas Erfischendes, marschiert Rühmann mit „seinen“ 12 Kindern zum Bahnhof (in Eichstädt), wird daraus eine Kostümparade. Vollkommen un-goetzisch auch die Art, wie Ruth Leuwerik die Mutter von zwölf Kindern spielt - wie mit Glacéhandschuhen. Sich nur nicht einlassen. Wenigstens redet sie nicht so gestelzt weinerlich wie weiland Valerie von Martens, aber Käutner lässt sie am langen Regie-Arm verhungern. Wenn Rühmann und Leuwerik „erotisch“ werden und über ein 13. Kind nachdenken, dann ist ein Höhepunkt filmischer Peinlichkeit erreicht. Dazu haben die Filmarchitekten, die Geschwister Schlichting, bunte Pappdekos geschaffen, die jedes südamerikanische Klischee bedienen. So stellt sich Klein-Fritzchen ein Mädchenpensionat vor? Die Kulissen bewirken, dass die angebliche Zweideutigkeit des „Etablissements“ noch alberner wirkt als im Original. Zudem lässt Käutner hübsche junge Models am Pool rumstehen und in die Linse plappern, während Kameramann Günther Anders den ganzen Film mit dick aufgetragenen Eastmancolourfarben überzieht. Nur Hanne Wieder ist eine Augenweide, wenn sie mit rauchiger Stimme vom südamerikanischen Temperament singt. Eine schwarz-weiße Goetz-Fabel in Buntes getunkt. Himbeerkuchen mit Schlagsahne!

Credits

Regie:Helmut Käutner
Drehbuch:Helmut Käutner
Kamera:Günther Anders
Schnitt:Klaus Dudenhöfer
Musik:Franz Grothe
  
Darsteller: 
Heinz RühmannProf. Dr. Traugott Hermann Nägler
Ruth LeuwerikMarianne Nägler
Paul DahlkePastor Riesling
Ilse PagéAtlanta Nägler
Michael VerhoevenHerbert
Doris KiesowMartha
Hanne WiederCarmen de la Rocco
Viktor de KowaAnwalt
Fritz TillmannBürgermeister
Herbert KrollApotheker
Georg GütlichOberst
Elfie FiegertBelinda
Pierre FranckhLohengrin
Ulla Moritz
Helga Lehner
  
Produktionsfirma:Hans Domnick Filmproduktion GmbH (Wiesbaden)
Produzent:Hans Domnick

Alle Credits

Regie:Helmut Käutner
Regie-Assistenz:Volkmar Kamm
Drehbuch:Helmut Käutner
hat Vorlage:Curt Goetz (Bühnenstück)
Kamera:Günther Anders
Kameraführung:Ernst Wild
Kamera-Assistenz:Günther Adlmüller
Standfotos:Karl Reiter
Bauten:Werner Schlichting, Isabella Schlichting
Requisite:Kurt Ripberger, Walter Schmidt
Maske:Josef Coesfeld, Ursula Mrukwa, Franz Göbel, Klara Krafft
Kostüme:Elisabeth Urbancic, Hildegard Bornkessel
Garderobe:Fritz Bergmann, Anni Graf, Toni Lanner, Maria Berghammer
Schnitt:Klaus Dudenhöfer
Ton:Walter Rühland
Choreografie:Irene Mann
Musik:Franz Grothe
Gesang:Hanne Wieder ("Tango für Haus in Montevideo")
Liedtexte:Helmut Käutner
  
Darsteller: 
Heinz RühmannProf. Dr. Traugott Hermann Nägler
Ruth LeuwerikMarianne Nägler
Paul DahlkePastor Riesling
Ilse PagéAtlanta Nägler
Michael VerhoevenHerbert
Doris KiesowMartha
Hanne WiederCarmen de la Rocco
Viktor de KowaAnwalt
Fritz TillmannBürgermeister
Herbert KrollApotheker
Georg GütlichOberst
Elfie FiegertBelinda
Pierre FranckhLohengrin
Ulla Moritz
Helga Lehner
  
Produktionsfirma:Hans Domnick Filmproduktion GmbH (Wiesbaden)
Produzent:Hans Domnick
Produktionsleitung:Hans Domnick
Aufnahmeleitung:Gustav Lautenbacher, Wilhelm Rech
Dreharbeiten:15.07.1963-08.09.1963: Eichstädt (Bayern); Bavaria-Atelier München-Geiselgasteig
Erstverleih:Constantin Film Verleih GmbH (München)
Länge:3368 m, 123 min
Format:35mm, Panavision
Bild/Ton:Eastmancolor, Ton
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 14.10.1963, 30989, ab 16 Jahre / nicht feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 17.10.1963, Hannover, Theater am Kröpcke;
TV-Erstsendung (DE): 13.07.1977, ZDF

Titel

Originaltitel (DE) Das Haus in Montevideo

Fassungen

Original

Länge:3368 m, 123 min
Format:35mm, Panavision
Bild/Ton:Eastmancolor, Ton
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 14.10.1963, 30989, ab 16 Jahre / nicht feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 17.10.1963, Hannover, Theater am Kröpcke;
TV-Erstsendung (DE): 13.07.1977, ZDF
 

Auszeichnungen

Spielfilmprämie des BMI 1963