Wenn die Bombe platzt

Österreich 1957/1958 Spielfilm

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Falk Schwarz
Emos letzter Streich
Zu seinem letzten Spielfilm hatte E.W. Emo noch einmal die Kämpen aus alten Zeiten aufgeboten: Oskar Sima, aufgedunsen bis zum Platzen, zum neunten Mal bei Emo, nicht weniger korpulent und genauso oft dabei: Fritz Imhof, der mit seiner raunzigen Stimme seine Heimatstadt Wien gleich mitlieferte. Dann sein Kollege Hans Unterkircher, der sich tapfer in Nebenrollen hielt. Dazu das Ganoventrio mit Platte und Hans Richter, der sich als Jungstar angewöhnte, die Augenbrauen hochzuziehen und das als seinen Lebensgag verkaufte. Zudem zwei Drehbuchautoren, die durch keinen meßbaren Erfolg aufgefallen waren. Alle schienen zu wissen: wir produzieren einen C-Film und möglicherweise einen Flop! Lediglich die Damen des Ensembles halten die imaginäre Fahne hoch: Wera Frydtberg, so resch und natürlich wie immer, Christiane Maybach auf Vamp getrimmt. Ein schusseliger Kriminalinspektor (Raoul Retzer), der immer "im Bild" ist und seiner Rolle das Komische schuldig bleibt (er war halt kein Peter Sellers, der als Inspektor Clouseau mit dem rosaroten Panther rang. Aber das war sechs Jahre später...). Das Trio Sima (genannt Tarzan), Platte, Richter versucht einen dilettantischen Bankeinbruch, versenkt das geklaute Geld im Wäscheeimer, weshalb Platte mit fatalistischem Gesicht ("Es ist eh schon alles egal") die Geldscheine trocken bügelt. Dann wird der feiste Sima in einen Rollstuhl gesetzt und spielt nun die Tante, die dem Kurdirektor... Nein, wir wollen den Unsinn nicht nacherzählen. Nach diesem Film gab Emo auf - vermutlich frustriert. Seine Art war nicht mehr gefragt. Schwer zu erklären, warum die Abfolge von turbulenten Situationen, die sonst einen pfiffigen Film ausgemacht hätte, hier nicht wirkt. War es die Überzeichnung der Ganoventypen, die komisch sein sollten und es nicht waren? Oder hat einfach eine Handlung gefehlt, die die Jagd nach dem Geld noch auf eine andere Ebene gehoben hätte? Aber selbst wenn ein Regisseur nicht bei Stimmung ist, müsste doch das Handwerkliche noch funktionieren. So lässt Emo den Zirkusdirektor der schönen Frydtberg einen Antrag machen und dieser bringt die Erklärung so hervor, dass alle wissen: ihm ist es überhaupt nicht ernst. Wenigstens im Moment hätte er doch mehr zeigen können. Den Rest hätten wir uns schon selber gedacht. Zum Schluß sitzen die Ganoven in der grünen Minna und sehen nicht etwa gerupft aus von ihren Abenteuern, sondern eher wie erlöst. Sima kommt als letzter herein. Platte: "Mach dirs gemütlich, wir sitzen schon." Sima: "Danke, bin so frei". Sie: "Gewesen, Tarzan, gewesen." Emos Farewell.

Credits

Regie

Kamera

Darsteller

Alle Credits

Regie

Regie-Assistenz

Kamera

Kameraführung

Bauten

Kostüme

Darsteller

Herstellungsleitung

Produktionsleitung

Aufnahmeleitung

Länge:
2469 m, 90 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Ton
Aufführung:

Kinostart (DE AT): 10.01.1958

Titel

  • Originaltitel (AT) Wenn die Bombe platzt

Fassungen

Original

Länge:
2469 m, 90 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Ton
Aufführung:

Kinostart (DE AT): 10.01.1958