Schwestern oder Die Balance des Glücks
Schwestern oder Die Balance des Glücks
Schwestern oder die Balance des Glücks
Rolf May, tz, München, 29./30.09.1979
Margarethe von Trottas zweite Regie-Arbeit (nach "Das zweite Erwachen der Christa Klages") ist wieder ein Film über drei Frauen, aber stiller, verhaltener, weniger direkt mit Tagespolitik befaßt.
Maria, die steif-erfolgreiche Chefsekretärin, hält sich ihre kleine Schwester Anna (Gudrun Gabriel) per Studien-Finanzierung als abhängiges, beherrschtes hassliebe-Objekt. Die Jüngere zerbricht an dieser Belastung. Maria ersetzt sie schnell durch eine junge Kollegin (Jessica Früh).
Ein leiser, manchmal allerdings arg melodramatischer Film, der einprägsame, schöne Bilder für Frauen-Beziehungen findet. Allerdings geht der Versuch, drei Gefühls-Typen in Reinkultur auf die Leinwand zu bringen, nicht ganz auf: Statt Menschen laufen dann theoretische Schemen durch den Film.
Vollends eindimensional, platt und uninteressant die Männer (Konstantin Wecker, Heinz Bennent). Eine Kino-Entdeckung ersten Ranges aber das Leinwand-Debüt von Jutta Lampe: Unter dem Eisberg einer strengen, wie mit dem Lineal gezogenen Karriere-Existenz ein ganzer Vulkan von verleugneten Gefühlen.
Lizenziert durch DIZ München GmbH


