Und ewig schweigen die Männer

Österreich Deutschland 2008 TV-Spielfilm

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Heinz17herne
Heinz17herne
Für immer jung: Von der Midlife-Crisis erwischt verlässt der Finanzberater Theo Bretterer seine Frau Gabi und seine Firma, um mit einer neuen, naturgemäß wesentlich jüngeren Freundin auf seiner Harley Davidson-Maschine der verlorenen Jugend hinterher zu düsen. Theos neues Leben zeigt jedoch bald Risse, während sich seine Frau in das Unvermeidliche einfindet – und sich einen neuen Verehrer sucht.

„Ich kann so nicht mehr weiter“: Theo ist eher der Typ wortkarger Bürokrat, weshalb seine Gattin Gabi aus allen Wolken fällt, als sich der sonst so Schweigsame ausgerechnet an seinem 51. Geburtstag zu einer – jedenfalls für seine Verhältnisse – regelrechten Ansprache aufschwingt. Was sicherlich auch damit zusammenhängt, dass Tochter Alix verkündet hat, schwanger zu sein – und Theo sich ein Dasein als Großvater einfach nicht vorstellen kann.

Da hat, von ihrer besten Freundin Claudia gecoacht, die 24-jährige Bardame Sandra leichtes Spiel, sich den von Torschlusspanik ergriffenen Theo unter den Nagel zu reißen. Dabei wäre die Blondine eher etwas für Stevie, und das keineswegs nur altersmäßig.

„Feine Dame“, „Happy Hour“, „Lamorte“, „O Palmenbaum“, „Single Bells“: Ulli Schwarzenberger, die eigentlich Ulrike heißt und nicht nur die bevorzugte Drehbuchautorin, sondern auch die Ehefrau des österreichischen Erfolgsregisseurs Xaver Schwarzenberger ist, hat mit „Und ewig schweigen die Männer“ eine Komödie über das angeblich starke und doch, wenn es darum geht, Probleme zu benennen, plötzlich ganz schwache, also: männliche Geschlecht gedreht.

Und damit, ganz im Gegensatz zu Woody Allens ständig brabbelnden Stadtneurotikern, eindrucksvoll belegt, woran es liegt, dass es nicht klappen kann zwischen Männern und Frauen: Weil Männer nur reden, wenn sie unter sich sind, in der Sauna, beim Bier am Stammtisch, auf der Tribüne des Fußballstadions. Und das nur über Frauen, aber keineswegs mit ihnen. Und über diese so brennend interessierenden Themen wie Sehnsüchte, Ängste, Sorgen und Nöte des Alltags schon gar nicht.

Was übrigens keine Frage des Alters ist: Auch die Großeltern Lena und Friedrich sind geschieden: Gelegenheit zu herrlichen szenischen Petitessen dieses außergewöhnlichen Paares auch im richtigen Leben. Bei Ulli Schwarzenberger redet nur einer – und das sehr mühsam, denn Gabis Jugendfreund Rudi (der Musiker Ludwig Hirsch glänzt in einer Underdog-Rolle) ist ein Stotterer. Aber er versucht wenigstens – und das immer wieder unverdrossen – die zunächst völlig hilflose, in ihrem Schmerz geradezu rasend Verzweifelte wieder aufzurichten. Dabei ist die so bedingungslos Liebende und daher vorbehaltlos Verzeihende eigentlich eine taffe Geschäftsfrau. Die 89-minütige TV-Komödie ist am 29. Dezember 2008 im ORF uraufgeführt und am 20. Mai 2005 erstmals in Deutschland ausgestrahlt worden.

Pitt Herrmann

Credits

Alle Credits

Titel

  • Originaltitel (AT DE) Und ewig schweigen die Männer
  • Arbeitstitel (AT) Der Märchenprinz

Fassungen

Original

Format:
35mm
Bild/Ton:
Farbe, Dolby
Aufführung:

TV-Erstsendung (AT): 29.12.2008, ORF