Hommage an Luise Ullrich im Filmmuseum München

19.10.2010 | 16:59 Uhr

Hommage an Luise Ullrich im Filmmuseum München



Zum 100. Geburtstag der Schauspielerin Luise Ullrich zeigt das Filmmuseum München von 22. Oktober bis 14. November sieben ausgewählte Spielfilme, die sie von1932 bis 1960 gedreht hat, sowie den fünfteiligen Fernsehfilm "Acht Stunden sind kein Tag" von Rainer Werner Fassbinder.


Luise Ullrich, die am 31.10.1910 in Wien geboren wurde, begann schon im Alter von 14 Jahren mit ihrer Ausbildung zur Schauspielerin. Mit 20 Jahren zog es sie nach Berlin an die Berliner Volksbühne. Es folgte ein Engagement am Staatstheater Berlin, von wo aus sie den Sprung zum Film schaffte. 1932 stand sie neben Luis Trenker für "Der Rebell" vor der Kamera, ein Jahr später neben Paul Hörbiger und Magda Schneider in "Liebelei" von Max Ophüls. Mit Ausnahme dieses Films, der in einem Land der Poesie angesiedelt ist, war sie in den 1930er Jahren auf das kleine Alltagsglück abonniert, spielte die Frau von nebenan, das junge, natürliche Mädchen. Hübsch, adrett, fidel, frisch und lustig – so wurde Luise Ullrich in ihrer Karriere der 1930er und 1940er Jahre bezeichnet. In den Endvierziger bis 1960er Jahren galt sie dann im deutschen Film als Idealbesetzung für gereifte, patente, schlagfertige, charmante oder fraulich-kluge Rollen.


Mit ihrem zeitweiligen Lebenspartner Viktor de Kowa spielte sie in einer Reihe von Komödien, die deutlich amerikanischen Vorbildern nacheifern. Ihr größter Erfolg im "Dritten Reich" war 1944 die Lebensgeschichte "Annelie" – ein eher untypischer Ullrich-Film, in dem sie die deutschen Frauen dazu ermutigt, auf ihre Männer zugunsten der Staatsräson zu verzichten. In den 1950er Jahren spielte sie häufig selbstständige Frauen: in "Eine Frau von heute" (1954) und "Bis dass das Geld euch scheidet" (1960) stellt sie Frauen dar, die sich gegenüber ihren aus der Gefangenschaft zurückgekehrten Männern behaupten – beide Filme kann man als Fortsetzungsroman lesen. Als fünfzigjährige Frau repräsentiert sie dann das Bild einer eher asexuellen, älteren Person. Rainer Werner Fassbinder setzte sie in seinem Fernsehmehrteiler "Acht Stunden sind kein Tag" (1972) als "Oma" ein, die sich selbst in "Liebelei" im Fernsehen sieht. Luise Ullrich starb 1985 in München.

Quelle und genaue Termine:
www.filmmuseum-muenchen.de