"Zeit der Kannibalen" großer Gewinner beim Preis der deutschen Filmkritik 2014

10.02.2015 | 13:04 Uhr

"Zeit der Kannibalen" großer Gewinner beim Preis der deutschen Filmkritik 2014

Der Verband der deutschen Filmkritik hat am Montag, 9. Februar 2015, den Preis der deutschen Filmkritik 2014 im Rahmen der Berlinale in 12 Kategorien vergeben.

Mit dem Ehrenpreis wurden die Gründer des ehemals unabhängigen Forums, Erika und Ulrich Gregor, ausgezeichnet. Einen Sonderpreis erhielt Heinz Emigholz für den 2014 abgeschlossenen Werkzyklus "Photographie und jenseits".

Mit fünf Nominierungen galt die filmische Kapitalismuskritik "Zeit der Kannibalen" von Johannes Naber bereits vorab als Favorit auf den renommierten Kritiker-Filmpreis. Drei Preise durfte das Team mit nach Hause nehmen: Stefan Weigl konnte sich über den Preis der deutschen Filmkritik 2014 in der Kategorie Drehbuch freuen, Sebastian Blomberg nahm den Darstellerpreis für seine Hauptrolle entgegen und Regisseur Johannes Naber erhielt für Zeit der Kannibalen den Preis für den Besten Spielfilm 2014.
 
Dominik Grafs "Die geliebten Schwestern" wurde mit zwei Preisen geehrt: Editorin Claudia Wolscht erhielt den Preis für den Besten Schnitt und ihre Kollegen Sven Rossenbach und Florian van Volxem nahmen den Preis für die Beste Musik im Spielfilm entgegen.

Über den Preis der deutschen Filmkritik 2014 in der Kategorie Beste Kamera durfte sich Philip Gröning für die Bildgestaltung seines Films "Die Frau des Polizisten" freuen.
 
Nino Pezzella gewann mit seinem "Femminielli", der bereits den Hessischen Filmpreis 2014 holte, den Preis der deutschen Filmkritik in der Kategorie Experimentalfilm. Hans-Dieter Grabes "Raimund – Ein Jahr davor" zeigte, dass ein Kurzfilm nicht ausschließlich eine Form für Filmanfänger sein muss und durfte sich über den Preis für den Besten Kurzfilm freuen.
 
Im ersten Jahr der Woche der Kritik wurden die Begründer des Internationalen Forums des Jungen Films und des Arsenals für ihre langjährige filmkritische und -historische Arbeit mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet. 1964 hatten die beiden in Berlin einmalig parallel zur Berlinale eine Woche der Kritik abgehalten.

Für das beste Spielfilmdebüt wurde Anna Martinetz ("Fräulein Else") geehrt. Der Preis für den besten Kinderfilm ging an Neele Leana Vollmar ("Rico, Oskar und die Tieferschatten"). Als beste Darstellerin wurde Liv Lisa Fries für ihre beiden Rollen in "Und morgen Mittag bin ich tot" und "Staudamm" ausgezeichnet. Der Preis für den besten Dokumentarfilm ging an André Schäfer für "Deutschboden". Den Sonderpreis der Dokumentarfilmjury erhielt Heinz Emigholz für seinen Werkzyklus "Photographie und jenseits".
 
Die Preisübergaben fanden im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung in der Tube Station in Berlin statt. Wie im vergangenen Jahr führte erneut der renommierte Schauspieler Burghart Klaußner durch die Veranstaltung, zu der mehr als 500 geladene Gäste kamen.
 
Der Preis der deutschen Filmkritik wird jährlich seit mehr als 40 Jahren verliehen und ist der einzige deutsche Filmpreis, der ausschließlich von Filmkritikern vergeben wird. Er richtet sich nach unabhängigen künstlerischen Kriterien. Die diesjährigen Jurys bestanden aus Jennifer Borrmann, Silvia Hallensleben und Claus Löser für den Kurzfilm; Karola Gramann, und Frédéric Jaeger für den Experimentalfilm; Dunja Bialas, José Garcia, Barbara Lorey de Lacharriere, Josef Lederle und Thomas Rothschild für den Dokumentarfilm; Gabriele Grunwald, Rolf-Rüdiger Hamacher, Katrin Hoffmann, Heidi Strobel und Rochus Wolff für den Kinderfilm und Günter Agde, Bettina Hirsch, Cosima Lutz, Michael Meyns, Ralf Schenk, Rüdiger Suchsland und Holger Twele für die Spielfilmpreise sowie die Einzelleistungen.

Quelle: www.vdfk.de