Vollständige Friedrich Wilhelm Murnau Retrospektive im Filmmuseum München

23.12.2016 | 21:24 Uhr

Vollständige Friedrich Wilhelm Murnau Retrospektive im Filmmuseum München

Vom 8. Januar bis 18. Februar 2017 findet im Filmmuseum die große Retrospektive mit allen zwölf erhaltenen Filmen des deutschen Stummfilm-Regisseurs Friedrich Wilhelm Murnau statt. Gezeigt werden außerdem die Fragmente und zwei Dokumentationen über ihn. Alle Filme – bis auf seine amerikanischen Produktionen "Sunrise" (1927) und "Tabu" (1931), die mit einem Movietone-Soundtrack ausgestattet sind – werden von den renommierten Stummfilmmusiker/innen Günter A. Buchwald, Joachim Bärenz, Richard Siedhoff, Sabrina Zimmermann und Mark Pogolski live begleitet.

Der Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau, 1888 in Bielefeld geboren, 1931 bei einem Autounfall in Kalifornien ums Leben gekommen, war einer der Großen des deutschen Films, der stark von Malerei, Literatur und Schauspiel beeinflusst war. Sein Beitrag zur Entwicklung einer spezifischen Filmsprache in der Zeit des Weimarer Kinos ist bereits früh erkannt worden. Nicht zuletzt zählt sein Horrorfilm "Nosferatu" (1921) mit seinen expressiven Bildern zu den berühmtesten Stummfilmen. Murnau arbeitete mit den besten Kameraleuten seiner Zeit zusammen: Fritz Arno Wagner, Karl Freund, Carl Hoffmann, Charles Rosher, Ernest Palmer, Floyd Crosby. Prominente Schauspieler wie Werner Krauß, Alexander Granach, Max Schreck, Harry Liedtke, Emil Jannings, Lil Dagover, Camilla Horn und später in Amerika Janet Gaynor, die für ihre Rolle in "Sunrise" sogar den ersten Oscar als beste Schauspielerin erhielt, drängte es in seine Filme.

Murnau experimentierte mit filmischen Tricks und extravaganten Bauten für die Kamera. Berühmt ist z.B. die entfesselte Kamera beim "fliegenden Trompetenton" im Drama "Der letzte Mann" (1924), in dem die Kamera – in einen Fahrkorb montiert – quer über den ganzen (Studio)Hinterhof etwa 20 Meter schräg abwärts fährt: vom Ohr des schlafenden Emil Jannings bis zur Öffnung der Trompete. Murnau gelingen Bildsequenzen, die keiner Zwischentitel mehr bedürfen, um die inneren Vorgänge der Protagonisten deutlich zu machen. Nur einen Zwischentitel setzt er hier bewusst am Ende des Films ein. Für viele Nachgeborene in Europa wie François Truffaut, Eric Rohmer, Jacques Rivette und Jean-Luc Godard, für Werner Herzog, Ulrike Ottinger und Wim Wenders war Friedrich Wilhelm Murnau die Inkarnation deutscher Filmgeschichte.

Eröffnet wird die Retrospektive am 8. Januar 2017 um 18.30 Uhr mit Murnaus erstem erhaltenen Langfilm, dem Drama "Der Gang in der Nacht" (1920) mit Conrad Veidt und Erna Morena, der erstmals in einer neu rekonstruierten und farbig viragierten Version des Filmmuseums gezeigt wird.

Der Eintritt kostet € 4 / € 3 für Mitglieder des Fördervereins MFZ. € 2 Aufschlag bei Live-Musik.
Karten können vorbestellt werden unter Tel. 089/ 233 96450.

Die Retrospektive findet anlässlich der Ausstellung "Friedrich Wilhelm Murnau. Eine Hommage" statt, die noch bis zum 26. Februar 2017 in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus gezeigt wird.

Quelle: www.muenchner-stadtmuseum.de/film

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