Berlinale 2016: Uraufführung der restaurierten Fassung von "Der müde Tod"

12.02.2016 | 15:55 Uhr

Berlinale 2016: Uraufführung der restaurierten Fassung von "Der müde Tod"

Wiederhergestellte Färbung, bisher verschollene Zwischentitel und neue Filmmusik: Dank einer digitalen Restaurierung erstrahlt der vor fast einem Jahrhundert entstandene Stummfilm "Der müde Tod" von Meisterregisseur Fritz Lang wieder in neuem Glanz. Die digitale Restaurierung wurde von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung als Rechteinhaberin realisiert und vom internationalen Medienunternehmen Bertelsmann als Hauptsponsor gefördert. Sie erstreckte sich über einen Zeitraum von gut einem Jahr; vorangegangen waren Recherchen in Filmarchiven rund um die Welt. Bertelsmann und Murnau-Stiftung hatten 2014 bereits den Stummfilmklassiker "Das Cabinet des Dr. Caligari" von Robert Wiene digital restauriert.

Die Welturaufführung der digitalen Fassung von "Der müde Tod" mit neuer sinfonischer Filmmusik steht am heutigen Freitag im Friedrichstadt-Palast auf dem Programm der "Berlinale Classics". Im Anschluss an die Premiere erwartet Bertelsmann zahlreiche namhafte Persönlichkeiten aus Kultur, Medien, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu einem Empfang in seiner Berliner Repräsentanz "Unter den Linden 1". Zugesagt haben prominente Schauspieler, Botschafter, Vertreter der Berliner Kulturszene und weitere Persönlichkeiten aus dem Stadtleben.

"Als Kreativunternehmen mit langer Filmtradition möchten wir mit der erneuten Förderung einer prominenten Filmrestaurierung deutlich machen, dass kulturhistorisch bedeutsame Werke Schutz und die Filmarchive mehr Unterstützung beim Erhalt des Filmerbes benötigen", erläuterte der Vorstandsvorsitzende von Bertelsmann, Thomas Rabe, das Engagement des Konzerns. Er erinnerte daran, dass Langs frühes Meisterwerk aus dem historischen Erbe der alten Ufa stammt, der Vorläuferin der heutigen, zu Bertelsmann gehörenden Produktionsgesellschaft UFA.

"Fritz Lang hat 1921 mit 'Der müde Tod' neue Maßstäbe gesetzt und ein weltweit gefeiertes Meisterwerk des Weimarer Kinos geschaffen", betonte Ernst Szebedits, Vorsitzender der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung. "Jahrzehntelang war der Film nur ein Schatten seiner selbst, denn leider ist keine kunstvoll eingefärbte Kopie aus den 1920er Jahren mehr erhalten. Daher ist es eine besondere Freude, diesen herausragenden Film aus dem Bestand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung in unserem 50. Jubiläumsjahr vorstellen zu können. Das ist, wie bei allen großen Restaurierungsprojekten, nur in Zusammenarbeit mit Partnern möglich. Dank der digitalen Restaurierung und der neuen Musik kann man diesen Klassiker nun in Kinos, auf Festivals oder im Home Entertainment neu erleben."

Ab 11. März 2016 ist Fritz Langs "Der müde Tod" in restaurierter Fassung bei der Bertelsmann-Tochter Universum Film auf DVD inklusive Bonusmaterial erhältlich.

"Der müde Tod", kurz nach dem Ersten Weltkrieg gedreht, gilt als Reflexion auf die Traumata des Kriegsgeschehens. In ebenso düsteren wie märchenhaften Bildern wird die Geschichte einer jungen Frau erzählt, die ihren Geliebten vom Tod zurückfordert und dabei Bewährungsproben bestehen muss. Fritz Lang avancierte mit diesem eindringlichen Werk zu einem der führenden, auch im Ausland gefeierten deutschen Regisseure.

Für die Restaurierung nutzte die Murnau-Stiftung u.a. Quellen aus dem Museum of Modern Art in New York, dem Filmmuseum München sowie dem Národní filmový archiv in Prag. Neben Bertelsmann als Hauptsponsor förderten die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und der Förderverein der Murnau-Stiftung das Projekt; ZDF/ARTE zeichnet für die neue Filmmusik verantwortlich: Stummfilm-Spezialist Frank Strobel dirigiert dabei das bekannte Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB); die neue Komposition stammt von Cornelius Schwehr. ARTE strahlt den restaurierten Film am 15. Februar 2016 ab 23:55 Uhr im TV-Programm aus.

Quelle: www.murnau-stiftung.de

M D M D F S S
 
 
 
1
 
2
 
 
 
 
6
 
7
 
8
 
 
 
 
12
 
13
 
14
 
 
16
 
 
 
19
 
20
 
21
 
22
 
23
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Filme

Personen