Ausstellung zum Ton im DEFA-Animationsfilm in Dresden

10.04.2015 | 14:50 Uhr

Ausstellung zum Ton im DEFA-Animationsfilm in Dresden

Am 1. April 2015 wäre das DEFA-Studio für Trickfilme in Dresden 60 Jahre alt geworden. Anlässlich dieses Jubiläums zeigt das Deutsche Institut für Animationsfilm vom 17.4.2015 bis 28.3.2016 mit der Ausstellung "Ohne Ton kein Bild" den besonderen Einfluss von Musik, Geräuschen und Sprache auf die Wahrnehmung im Animationsfilm. Zu sehen ist die Ausstellung in den Technischen Sammlungen Dresden, Junghansstraße 1-3, 01277 Dresden.

Start einer Windmühle ins All, Gesang, Lachen oder märchenhafte Streichermusik: Für die Bearbeitungen von Sprache, Geräuschen und Musik unterhielt das DEFA-Studio für Trickfilme eigens ein Tonstudio in einem ehemaligen Ballsaal in Dresden-Gittersee, in dem 20 feste Mitarbeiter wirkten. Rund 750 Animationsfilme fürs Kino sowie zahlreiche Animationsserien, TV-Auftrags- und Gastproduktionen wurden bis zum Studioende 1992 vertont.

Anders als im Spiel- und Dokumentarfilm existieren im Animationsfilm keine "Originaltöne". Jeder klangliche Ausdruck der Figuren und Geschichten muss wie die Bilder künstlerisch geschaffen werden. Die Arbeit des Tonstudios zeichnete sich durch unzählige Kooperationen mit über 100 Komponisten und namhaften Künstlern wie Hans-Hendrik Wehding und Bernd Wefelmeyer sowie Orchestern aus.

Zahlreiche der insgesamt über 1.500 Trickfilme aus dem DEFA-Studio wurden mit dem seltenen elektronischen Klangerzeuger Subharchord vertont. Entstanden war dieses außergewöhnliche Gerät für elektronische Klänge, die sich an der Grenze von Musik und Geräusch bewegen, als Herzstück des eigens dafür in Berlin-Adlershof gegründeten "Labors für akustische und musikalische Grenzprobleme" im Rundfunk- und Fernsehtechnischen Zentralamt (RFZ) in Berlin. Die Zusammenarbeit des DEFA-Musikdramaturgen Addy Kurth mit dem RFZ bewirkte 1966 die Anschaffung eines von sechs Geräten der Miniserienreihe durch das DEFA-Studio für Trickfilme. Das Subharchord zeugt mit vielen weiteren Exponaten vom kreativen Zusammenspiel von Ton und Bild. 

Die exklusiv für die Ausstellung erarbeitete Installation des Dresdner Medienkünstler Jacob Korn lädt die Ausstellungsbesucher zur Interaktion ein: An der Pultstation FilmTonVario können über einen Controller mit Reglern Filmszenen aus "Die fliegende Windmühle" (Günter Rätz, 1981) angewählt werden. Durch eigene Gestaltung des Tons ist zu erfahren, wie stark der Klang die Filmbilder beeinflusst.

Die Eröffnung von "Ohne Bild kein Ton" findet am 16. April um 15.00 Uhr im Beisein von ehemaligen DEFA-Tongestaltern und Subharchord-Experten in den Technischen Sammlungen Dresden statt:
Hanna Fürst (Schnittmeisterin bei der DEFA, Dresden)
Heinz Kaiser (DEFA-Tonmeister, Dresden)
Manfred Mammitzsch (Tonmeister bei der DEFA und beim MDR, Dresden)
Peter Senkel (Tonmeister bei der DEFA und beim HR, Frankfurt)
Georg Geike (Spezialtechniker im RFZ und Restaurator Subharchord, Berlin)
Jörg Hermann (Regisseur, Dresden)
Ina Pillat (Dokumentarfilmmacherin, Oslo)
Gerhard Steinke (Ingenieur und Leiter des ehemaligen Labors im RFZ, Berlin)

Ein ausstellungsbegleitendes Filmprogramm "Ohne Bild kein Ton" läuft beim 27. Filmfest Dresden am 16. April um 20:00 Uhr im Kino Thalia und am 19. April um 16:30 in der Schauburg (Lang-Saal).

Die Ausstellung wird unterstützt von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und entsteht in Kooperation mit der DEFA-Stiftung, dem Filmfest Dresden, den Technischen Sammlungen Dresden und der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin.

Quelle: www.diaf.de

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