Tote Schwule - Lebende Lesben
Quelle: 58. Internationale Filmfestspiele Berlin (Katalog)
Inhalt
In seinem Dokumentarfilm entwirft Rosa von Praunheim die Vision einer von Frauen regierten Subkultur und damit eine Geschichte der Homosexualität und ihrer Unterdrückung, die er neu gewichtet: Während die homosexuellen Männer in Deutschland erst durch den Holocaust und später durch Aids herbe Verluste hinnehmen mussten, setzten sich Praunheim zufolge die lesbischen Frauen mittlerweile an die Spitze der sogenannten Queer-Bewegung.
Die weiblichen Protagonisten im Film entstammen zwei Generationen und stehen für Gegenwart und Zukunft der Homosexuellen in der Gesellschaft: Die in Berlin lebende Türkin DJ Ipec, die sich souverän in der Clubszene bewegt, die Journalistin Manuela Kay, die das Lesbenmagazin "L-Mag" herausgibt, und die Familiengründerinnen Laura und Silke Radosh, die mit ihrem Baby eine lesbische Krabbelgruppe besuchen. Auch die Schauspielerin und Kabarettistin Maren Kroymann zählt zu den in die Zukunft weisenden Protagonisten. Sie war in der Erfolgsserie "Oh Gott, Herr Pfarrer" als Pastorengattin bekanntgeworden, um sich kurze Zeit später dann souverän zu outen.
Die männlichen Protagonisten dagegen gehören alle zu der einen Generation, die das Dritte Reich und Deutschland am repressivsten Punkt der Geschichte erlebte. Hier greift von Praunheim auf selbstgedrehtes Material seiner inzwischen verstorbenen Helden zurück, das er zu intensiven Porträts verdichtet. Walter Schwarze und Albrecht Becker waren in der Nazizeit interniert – der eine ein Melancholiker, der fast an seinem Schicksal zerbrach, der andere bekennender Masochist, der sein Leben im Knast genoss. Auf die Nachkriegszeit verweist der Entertainer Joe Luga. Als Chansonnier hatte er die Truppen an der Ostfront noch in Frauenkleidern unterhalten und kam erst unter der Regierung Adenauer ins Gefängnis.
Quelle: 58. Internationale Filmfestspiele Berlin (Katalog)
Credits
| Regie: | Rosa von Praunheim |
| Drehbuch: | Rosa von Praunheim (Konzept) |
| Kamera: | Elfi Mikesch |
| Schnitt: | Mike Shephard |
| Produktionsfirma: | Rosa von Praunheim Filmproduktion (Berlin) |
| Produzent: | Rosa von Praunheim |
Alle Credits
| Regie: | Rosa von Praunheim |
| Drehbuch: | Rosa von Praunheim (Konzept) |
| Kamera: | Elfi Mikesch |
| Kamera-Assistenz: | Thomas Ladenburger |
| Schnitt: | Mike Shephard |
| Ton: | Manja Ebert |
| Recherche: | Markus Tiarks |
| Mitwirkung: | DJ Ipec, Anke Brucker, Maren Kroymann, Manuela Kay, Albrecht Becker, Joe Luga, Mahide Lein, Laura Radosh, Silke Radosh, Walter Schwarze |
| Produktionsfirma: | Rosa von Praunheim Filmproduktion (Berlin) |
| in Co-Produktion mit: | Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF) / 3sat (Mainz) |
| Produzent: | Rosa von Praunheim |
| Redaktion: | Inge Classen (ZDF / 3sat), Nicole Baum (ZDF / 3sat) |
| Produktionsleitung: | Martin Kruppe |
| Länge: | 85 min |
| Format: | DigiBeta |
| Bild/Ton: | Farbe, Stereo |
| Aufführung: | Uraufführung (DE): 09.02.2008, Berlin, IFF - Panorama - Dokumente; Aufführung (DE): 08.11.2008, Duisburg, Filmwoche |
Titel
| Originaltitel (DE) Tote Schwule - Lebende Lesben |
Fassungen
Original | |
| Länge: | 85 min |
| Format: | DigiBeta |
| Bild/Ton: | Farbe, Stereo |
| Aufführung: | Uraufführung (DE): 09.02.2008, Berlin, IFF - Panorama - Dokumente; Aufführung (DE): 08.11.2008, Duisburg, Filmwoche |



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