Katz und Maus

Katz und Maus

BR Deutschland 1966/1967, Spielfilm

Inhalt

Danzig während des Zweiten Weltkrieges. Hier lebt Joachim Mahlke, der eine körperliche Missbildung hat: einen auffallend großen Adamsapfel. Der gilt als ein Symbol früh entwickelter Männlichkeit und isoliert Joachim von der Gemeinschaft. Doch plötzlich erringt er Bewunderung. Auf einem abgesoffenen polnischen Minensuchboot, auf dem die Gymnasiasten ihre pubertären Spiele treiben,avanciert Mahlke zum besten Schwimmer und Taucher. Die Bewunderung geht sogar soweit, dass die Jungen die modischen Ticks nachahmen, mit denen er seinen lästigen Schönheitsfehler zu verbergen sucht. Als Höhepunkt schließlich hängt Mahlke sich das "Dinglamdei" um den Hals, ein Eisernes Kreuz, das er einem Offizier gestohlen hat. Er fliegt von der Schule und meldet sich freiwillig zu den Panzern. Dort erringt er selbst das begehrte Blech am Bande. Als er sich damit in seiner alten Schule zeigen will, wird er vom Direktor abgewiesen. Mahlke wird nachdenklich,entlässt sich selbst aus der Armee und kehrt auf das alte Minensuchboot zurück. Seitdem gilt er als verschollen. – Nach einer Erzählung von Günter Grass.

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Kaum ein Junger deutscher Film war so umstritten wie diese freie Adaption einer Novelle von Günter Grass. Seitens der politischen Rechten wegen einer vermeintlichen Ritterkreuz-"Schändung" angefeindet, wurde sie Gegenstand einer Bundestagsanfrage und Ziel ministerieller Zensurversuche. Ihr innovativer Nouvelle-Vague-Appeal – zu dem eine ironische Haltung und moderne Gestaltungsmittel wie die Verschränkung von Gegenwart und Vergangenheit gehören – fand unverdientermaßen weitaus weniger Beachtung als die Skandalisierung, die durch die Mitwirkung zweier Söhne von Willy Brandt zusätzlichen Antrieb erhielt.

Quelle: 66. Internationale Filmfestspiele Berlin (Katalog)

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Credits

Alle Credits

Regie:Hansjürgen Pohland
Regie-Assistenz:Christa Pohland, Dieter Hiesserer
Script:Waltraud Topf
Drehbuch:Michael Hinz, Hansjürgen Pohland
hat Vorlage:Günter Grass (Erzählung)
Kamera:Wolf Wirth
Kamera-Assistenz:Petrus Schloemp
Standfotos:Jean-Gilbert Bonne
Ausstattung:Jerzy Szeski
Schnitt:Christa Pohland
Schnitt-Assistenz:Sabine Gail
Ton:Peter Lustig
Mischung:Gerhard Jensen
Musik:Attila Zoller
  
Darsteller: 
Lars BrandtJüngerer Mahlke
Peter BrandtÄlterer Mahlke
Claudia BremerTulla
Wolfgang NeussPilenz
Ingrid van BergenMahlkes Tante
Michael HinzJagdflieger
Herbert WeißbachKlohse
Helmut KircherKapitänleutnant
Christof ArnoldSonntag
Hans-Peter BrandesEsch
Wolf-Rüdiger KnocheKupka
Klaus LangeheineckeBuschmann
Mathias WagnerWinter
Wolfgang ZellerSchilling
  
Produktionsfirma:modern art film gmbh (Berlin)
in Zusammenarbeit mit:Zespół Realizatorów Filmowych "Rytm" (Łódź)
Produzent:Hansjürgen Pohland
Produktionsleitung:Zygmunt Szyndler
Aufnahmeleitung:Hartmut Topf
Dreharbeiten:01.07.1966-08.1966: Gdansk (Danzig ), Zoppott, Gdingen und Umgebung
Erstverleih:Gloria-Film GmbH & Co. Filmverleih KG (München)
Späterer Verleih:Edition Salzgeber & Co. Medien GmbH (Berlin)
Filmförderung:Kuratorium Junger Deutscher Film (Wiesbaden)
Länge:2416 m, 88 min
Format:35mm, 1:1,66
Bild/Ton:s/w, Ton
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 22.11.1966, 36603, ab 18 Jahre / nicht feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 07.02.1967, Berlin, Atelier am Zoo;
TV-Erstsendung (DE): 05.08.1974, ARD

Titel

Originaltitel (DE) Katz und Maus

Fassungen

Original

Länge:2416 m, 88 min
Format:35mm, 1:1,66
Bild/Ton:s/w, Ton
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 22.11.1966, 36603, ab 18 Jahre / nicht feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 07.02.1967, Berlin, Atelier am Zoo;
TV-Erstsendung (DE): 05.08.1974, ARD
 

Prüffassung

Länge:2431 m, 89 min
Format:35mm, 1:1,66
Bild/Ton:s/w, Ton
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 12.12.1984, 36603, ab 16 Jahre / feiertagsfrei [2. FSK-Prüfung]
 

Auszeichnungen

FBW 1967
Prädikat: wertvoll