Jud Süß - Film ohne Gewissen
Quelle: Concorde, DIF, © 2009 Concorde Filmverleih GmbH / Tom Trambow
Fotogalerie
Alle Fotos (15)Inhalt
Ferdinand Marian war der Schauspieler, der 1940 die Titelrolle in Veit
Harlans NS-Propagandafilm "Jud Süss" übernahm, in der er brillierte und an
der er zerbrach.
Schon während der Dreharbeiten spitzt sich die Situation in Marians Umfeld
zu. Seine Frau beginnt sich von ihm abzuwenden, weil sie nicht erträgt,
wie ihr Mann sich verändert. Der nationale und internationale Erfolg von
"Jud Süss", der bei der Premiere während des unter Mussolini ins Leben
gerufenen internationalen Filmfestivals von Venedig das Publikum begeistert,
ist da nur ein kurzes, rauschhaftes Intermezzo. Zunehmend durchschaut
der neue NS-Superstar die gesellschaftliche Wirkung seines Films und den
verbrecherischen Charakter des Regimes. Nicht nur, weil viele seiner Freunde
emigrieren mussten, sondern auch, weil die Marians den jüdischen
Schauspieler Adolf Wilhelm Deutscher in ihrem Gartenhaus verstecken, bis
ein Dienstmädchen Deutscher an ihren SS-Freund verrät.
Marians Alkoholexzesse und Seitensprünge sind verzweifelte Ablenkungsversuche
- doch sie erregen auch das Missfallen des Propagandaministers. Um ihn unter
Kontrolle zu bringen, lässt Goebbels Marians Frau Anna deportieren. Allerdings
beschleunigt das nur den Niedergang des Schauspielers, für den auch seine
tschechische Geliebte Vlasta keinen Halt mehr bedeutet. Vom größten
Erfolgsfilm seines Lebens will er nichts mehr wissen.
Nach Kriegsende erlebt Marian, wie sich viele der anderen am Film beteiligten
Künstler reinwaschen, allen voran der Regisseur und Nazipropagandist
Veit Harlan. Bei einem Sommerfest in München begegnet er dem KZ-Überlebenden
Deutscher wieder, der ihm von Annas Tod berichtet. Als er auch
noch mit ansehen muss, wie Vlasta mit einem US-Soldaten intim wird,
bricht er zusammen. Er setzt sich ins Auto für eine Fahrt ohne Wiederkehr.
Quelle: 60. Internationale Filmfestspiele Berlin (Katalog)
Credits
| Regie: | Oskar Roehler |
| Drehbuch: | Klaus Richter |
| Kamera: | Carl-F. Koschnick |
| Schnitt: | Bettina Böhler |
| Musik: | Martin Todsharow |
| Darsteller: | |
| Tobias Moretti | Ferdinand Marian |
| Martina Gedeck | Anna Marian |
| Moritz Bleibtreu | Joseph Goebbels |
| Armin Rohde | Heinrich George |
| Justus von Dohnányi | Veit Harlan |
| Paula Kalenberg | Kristina Söderbaum |
| Ralf Bauer | Fritz Hippler |
| Robert Stadlober | Lutz |
| Heribert Sasse | Deutscher |
| Martin Butzke | Malte Jäger |
| Produktionsfirma: | Novotny & Novotny Filmproduktion (Wien), Clasart Film- und Fernsehproduktionsgesellschaft mbH (München), Tele München Film- und Fernsehproduktions GmbH (München) |
| Produzent: | Franz Novotny, Markus Zimmer |
Alle Credits
Titel
| Originaltitel (DE AT) Jud Süß - Film ohne Gewissen |
| Arbeitstitel (DE AT) Jud Süss - Symphatie für den Teufel |
Fassungen
Original | |
| Länge: | 3274 m, 120 min |
| Format: | 35mm, 1:1,85 |
| Bild/Ton: | Farbe, Dolby |
| Prüfung/Zensur: | FSK-Prüfung (DE): 12.04.2010, 122400, ab 12 Jahre/feiertagsfrei |
| Aufführung: | Uraufführung (DE): 18.02.2010, Berlin, IFF - Wettbewerb; Kinostart (DE): 23.09.2010 |
Auszeichnungen
| FBW 2010 |
| Prädikat: besonders wertvoll |
| Festival des deutschen Films, Ludwigshafen 2010 |
| Preis für Schauspielkunst |
Übersicht
Verfügbarkeit
Fotogalerie
Alle Fotos (15)Materialien
Besucherzahlen
94.606 (Stand: November 2010)
Quelle: FFA



Kommentare