"Ich will hier nicht bleiben!" sagt Martina zu ihrer Mutter über eine Webkamera in einem Internetcafé am Bodensee. Die Mutter sitzt in der Slowakei
und beruhigt ihre Tochter. Schließlich sind sie auf das Geld angewiesen.
Martina arbeitet als Haushaltshilfe und pflegt ein altes Ehepaar.
Lore, die Hausherrin, sitzt im Rollstuhl und hat Schwierigkeiten, sich zu
bewegen. Sonst strotzt sie vor Tatendrang. Im Haushalt hat sie die Zügel
nach wie vor fest in der Hand. Ihr Mann Max kann zwar nicht mehr sprechen,
beobachtet aber alles, was um sein Bett herum passiert. Es ist eine
kleine Welt, der Lore vorsteht. Dass in dieses Idyll jetzt eine junge Slowakin
eingedrungen ist, die Max und Lore pflegen und mit ihnen den Sommer
verbringen soll, ist für Lore mehr als nur ein Wermutstropfen.
Allein schon
die deutsche Sprache birgt unzählige Probleme. Beim Spätzlemachen sagt
Lore jeden Handgriff an, doch Martina ist nicht gewohnt, unter Aufsicht zu
arbeiten. Lore will leben, und zwar mit Hilfe der jungen Frau, die alles genau
so zu erledigen hat, wie Lore sich das denkt. Ihr entgeht kein Handgriff
Martinas und es ärgert sie sehr, wenn mangelnde Deutschkenntnisse die
Kommunikation behindern.
Schließlich gibt Lore ihrer Haushaltshilfe
Vokabeln zum Lernen auf. Als Martina sich bei der Agentur beschwert, dass
sie nicht genug zu essen bekommt, und sie sich weigert, noch vier weitere
Wochen auf die zugesicherte Heimfahrt zu verzichten, feuert Lore ihre
Haushaltshilfe. "Darf ich dich fragen, was du jetzt denkst?": Martina erhofft
sich Rückhalt von ihrer Mutter, doch es kommt keine Antwort. Martina
muss ihren eigenen Weg gehen.
Quelle: 60. Internationale Filmfestspiele Berlin (Katalog)
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