Der Killer und der Kommissar

Der Killer und der Kommissar

Frankreich / Italien / BR Deutschland 1971/1972, Spielfilm

Inhalt

Kommissar Le Guen steht kurz vor seiner Pensionierung nachdem er der französischen Polizei viele Jahre lang gute Dienste erwiesen hat. Kurz vor dem Ende seiner Karriere gelingt ihm noch ein großer Coup: Er kann den überaus gefährlichen Schwerverbrecher George Gassot hinter Gitter bringen. Dem Ruhestand steht also nichts mehr im Wege. Doch dann gelingt es Gassot, aus seiner Zelle auszubrechen. Le Guen kann nach dieser Schmach keinesfalls seine Dienstmarke an den Nagel hängen und begibt sich erneut auf die Jagd nach dem cleveren Verbrecher.

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Der Unbeugsame

Wenn Jean Gabin die Lippen aufeinander legt, seinen Mund zu einem Strich zusammenzieht, dann weiß auch der Letzte: der Mann zeigt Kanten, er weiß, was er will, ist selbstbewusst, ein harter Brocken, jemand, der sich nicht anpasst und mit kluger Gelassenheit und der Erfahrung eines Lebens den Fall lösen wird. Jean Gabin ist Le Guen, der Kommissar mit den alten Methoden (dieser Plot findet sich in vielen Gabin-Filmen, denn er geht ja in Pension, da hat er nicht mehr viel zu verlieren). Wenn er dann aber doch mal den Mund aufmacht und seine knappen Sätze herauspresst, dann muss der deutsche Synchronsprecher Klaus W. Krause schon sehr schnell reagieren, um den Tonfall zu treffen. Und das macht er sensationell gut - ein anderer deutscher Sprecher für Gabin lässt sich nicht denken. Gabins Gegenspieler ist Bernard Blier, der Choleriker, der Aufbrausende, der offen Autoritäre. Ihm gibt der köstlich präsente Martin Hirthe die deutsche Stimme. Gute Voraussetzungen für einen spannenden Krimi! Doch Le Guen tut allerlei, was der Zuschauer gar nicht nachvollziehen kann, er weiß bereits alles, obwohl der Gejagte immer neue Haken schlägt. Er lässt uns nicht dabei sein, wenn er seine Strategie entwickelt. Und sein Chef weiss es ebenfalls nicht. Und dabei geht leider auch viel Logik verloren - denn offenbar kümmert es niemanden in der Préfecture, wieviele Menschen bei dieser Jagd noch erschossen werden. Da wird geballert umd des Ballerns willen und leider muss Uschi Glas noch ihre Liebe zu diesem Killer erschauspielern, was ihr bei dem widerwärtigen Typen vielleicht nicht leicht gefallen ist. Wer denkt da nicht an den brillanten Alain Delon in „Der Clan der Sizilianer“.?Andererseits spielt die Atmosphäre von Marseille eine Rolle und die von Paris sowieso - und die Kamera von Claude Renoir (Neffe von Jean Renoir) fängt von diesen Städten ausgerechnet jene Teile ein, die nun mal unansehnlich und dreckig sind. Aber das ist auch französischer Realismus! Das tief gefurchte Gesicht, das knorrige Mienenspiel des eindrucksvollen Jean Gabin zu lesen, bleibt allerdings cinéastische Freude.

Credits

Alle Credits

Regie:Denys de la Patellière
Drehbuch:Pascal Jardin
Kamera:Claude Renoir
Ausstattung:Michel de Broin
Maske:Yvonne Gaspernia, Jean-Pierre Eychenne
Kostüme:Sylvain Dayan
Schnitt:Clarissa Ambach, Claude Durand
Ton:Jean Rieul
Musik:Hubert Giraud
  
Darsteller: 
Jean GabinKommissar Le Guen
Fabio TestiGeorges Gassot
Uschi GlasGerda
Jacques RichardFrançois Gassot
Gérard DepardieuFrédo Babasch
Ginette GarcinLulu
Sady RebbotLucien
Jacques DebaryKommissar aus Marseille
Félix MartenCampana
Bernard BlierFrançois Tellier
  
Produktionsfirma:Europa Films S.a.r.l. (Paris), Rialto Film Preben Philipsen GmbH & Co. KG (Berlin), Mondial Te.Fi. (Rom), C.O.F.C.I. (Paris), Gafer Films S.A. (Paris)
Produzent:Éric Rochat, Claude Giroux, Horst Wendlandt
Produktionsleitung:Eric Geiger
Aufnahmeleitung:Jean Pieuchot
Länge:110 min
Format:35mm, 1:1,66
Bild/Ton:Eastmancolor, Ton
Aufführung:Uraufführung (FR): 01.03.1972, Paris

Titel

Originaltitel (IT) Il commissario Leguen e il caso Gassot
Originaltitel (DE) Der Killer und der Kommissar
Originaltitel (FR) Le tueur
Arbeitstitel Colt Story

Fassungen

Original

Länge:110 min
Format:35mm, 1:1,66
Bild/Ton:Eastmancolor, Ton
Aufführung:Uraufführung (FR): 01.03.1972, Paris
 

Prüffassung

Länge:2246 m, 82 min
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 05.09.1972, 44976, ab 16 Jahre / feiertagsfrei
Aufführung:Kinostart (DE): 29.09.1972
 

Übersicht

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Materialien

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