Berlinale 2018: Perspektive Deutsches Kino - Whatever Happens Next

12.01.2018 | 13:57 Uhr

Berlinale 2018: Perspektive Deutsches Kino - Whatever Happens Next

14 Filme, darunter sechs abendfüllende Spiel- und vier Dokumentarfilme konkurrieren um den mit 5.000 Euro dotierten Kompass-Perspektive-Preis. Außerdem wird ein Nachbarschaftsprojekt rund um den Berliner Rosa-Luxemburg-Platz als Gast zur Perspektive Deutsches Kino 2018 eingeladen.

Klar, gehen könnte man immer. Jetzt. Sofort. Oder später. Man könnte einfach weg sein, sich aus dem eingerichteten Leben davonstehlen. Aber was passiert dann Jeder hat darüber schon mal nachgedacht, aber die wenigsten tun es – ihre vorgesehene Bahn verlassen. Es ist unsicher, es ist aufregend, es ist mutig, es ist verrückt. Paul Zeise (Sebastian Rudolph) tut es, im Debütfilm "Whatever Happens Next" (Produktion The StoryBay, Salzwedel) von Julian Pörksen. Paul zieht durchs Land, erscheint ungeladen auf Beerdigungen oder Partys, zieht für eine Zeit mit der verrückten Nele (Lilith Stangenberg) zusammen und lässt sich treiben im Wunderland Leben. Regisseur Julian Pörksen war 2012 schon einmal mit einem kürzeren Film in der Sektion vertreten und zeigt jetzt seinen ersten langen Spielfilm.

Auch die Regisseurin Susan Gordanshekan kehrt mit ihrem Spielfilmdebüt "Die defekte Katze" (Produktion Glory Film, München) zurück in die Perspektive. Sie erzählt von einem iranischen Paar, das sich erst nach der traditionell geschlossenen Ehe kennenlernen kann und dann an den Herausforderungen des gemeinsamen Lebens in Deutschland scheitert. Es geht darum, sich von den Idealbildern der verschiedenen Lebensmodelle zu befreien und sich eine zweite Chance für die Liebe zu nehmen.

Der Debütfilm "Verlorene" (Produktion VIAFILM, München) von Felix Hassenfratz taucht ein in die badische Provinz, in der jede*r jede*n kennt und wo die Geschwister Maria (Maria Dragus) und Hannah (Anna Bachmann) nach dem Tod der Mutter alleine mit ihrem Vater (Clemens Schick) leben. Regisseur Felix Hassenfratz kennt sich in dem Milieu gut aus und erzählt eine Heimatgeschichte, in der die Angst vor dem Unbekannten genauso groß ist wie die Sehnsucht danach.

Mit der Horror-Lovestory "Luz" schließen Regisseur Tilman Singer und Production Designer Dario Méndez Acosta ihr Studium an der Kunsthochschule für Medien Köln ab. Luz, eine junge Taxifahrerin lateinamerikanischer Herkunft, stolpert mit letzter Kraft in eine Polizeidienststelle. Ein Dämon ist ihr auf den Fersen und fest entschlossen, seiner Geliebten endlich nahe zu sein. Tilman Singer beschreibt seinen Film als sinnlichen Thriller, der auf 16mm gedreht ist und mit der Wahrnehmung des Zuschauers spielt.

Drei weitere Dokumentarfilme (siehe Nachricht vom 21.12.2017) von drei Regisseurinnen sind in das Programm der Perspektive eingeladen. In "The Best Thing You Can Do With Your Life" (Produktion Zita Erffa, Petruvski Films, Tegernsee, Co-P Hochschule für Film und Fernsehen München) befragt Regisseurin Zita Erffa ihren Bruder László nach dessen Motiven für seinen Eintritt ins Kloster der Legionäre Christi. Acht Jahre später kann sie ihn endlich aufsuchen und erkunden, warum er sie allein gelassen hat. Die Kamera dient den beiden als Katalysator für eine Annäherung. Auch der politische Dokumentarfilm "Impreza – Das Fest" (Produktion DREIFILM, München) hat einen sehr persönlichen Zugang. Die Regisseurin Alexandra Wesolowski nimmt die Goldene Hochzeit ihrer Tante zum Anlass, ihre Familie in Polen zu besuchen. Doch statt um das Fest, kreisen die Gespräche bald nur noch um Politik. In "Überall wo wir sind" (Produktion Veronika Kaserer) nähert sich die Regisseurin Veronika Kaserer einer Familie, in der die Eltern einen Sohn verlieren und die Schwester ihren Bruder. In der Organisation des Alltags und in der Erzählung der Kämpfenden und Trauernden wird der sogenannte "Pakt mit dem Tod" zu einem "Pakt mit dem Leben".

Der 22-minütige Spielfilm "Kein sicherer Ort" (Produktion Filmmagnet, München, Co-P Hochschule für Film und Fernsehen München München) der Regisseurin Antje Beine ergänzt das mittellange Filmprogramm um eine weitere junge Heldin (siehe auch die Nachricht vom 21.12.2017). Aus Sicht der zehnjährigen Marie (Lucia Stickel) erfährt man, was es heißt, nicht Kind sein zu können an dem Ort, wo man zu Hause ist.

Vervollständigt wird das Programm durch die Serie "Film Wanderungen", ein Projekt, das wir als Gast der Perspektive 2018 eingeladen haben. Was bedeutet Nachbarschaft? Was ist Heimat? Im Sommer 2017 wurden 140 Anwohner*innen rund um den Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin-Mitte interviewt. Am zweiten Berlinale-Wochenende wird das Publikum auf eine Wanderung durch deren Wohnzimmer geladen, um dort gemeinsam Filme zu sehen und ins Gespräch zu kommen.

Am Berlinale Publikumstag, dem 25. Februar 2018, präsentiert die Perspektive Deutsches Kino den Preisträgerfilm des Spielfilmwettbewerbs "Max-Ophüls-Preis 2018" sowie den Dokumentarfilm-Gewinner des "First Steps Award 2017" ("Ohne diese Welt", Regie Nora Fingscheidt).

"The Best Thing You Can Do With Your Life"
Von Zita Erffa
Dokumentarfilm
Weltpremiere

"Die defekte Katze"
Von Susann Gordanshekan
Mit Pegah Ferydoni, Hadi Khanjanpour, Henrike von Kuick, Constantin von Jascheroff, Arash Marandi
Spielfilm
Weltpremiere

"Impreza - Das Fest"
Von Alexandra Wesolowski
Dokumentarfilm
Deutschlandpremiere

"Kein sicherer Ort"
Von Antje Beine
Mit Lucia Stickel, Kristina Pauls, Robin Sondermann
Mittellanger Spielfilm
Weltpremiere

"Luz"
Von Tilman Singer
Mit Luana Velis, Jan Bluthardt, Julia Riedler, Nadja Stübiger, Johannes Benecke
Spielfilm
Weltpremiere

"Verlorene"
Von Felix Hassenfratz
Mit Maria Dragus, Anna Bachmann, Clemens Schick, Enno Trebs, Meira Durand
Spielfilm
Weltpremiere

"Whatever Happens Next"
Von Julian Pörksen
Mit Sebastian Rudolph, Lilith Stangenberg, Peter René Lüdicke, Christine Hoppe, Eike Weinreich
Spielfilm
Weltpremiere

"Überall wo wir sind"
Von Veronika Kaserer
Dokumentarfilm
Weltpremiere

Bisher gemeldete Filme

"draußen"
Von Johanna Sunder-Plassmann, Tama Tobias-Macht
Dokumentarfilm
Weltpremiere

"Feierabendbier"
Von Ben Brummer
Mit Tilman Strauß, Julia Dietze, Johann Jürgens, Christian Tramitz
Spielfilm
Weltpremiere

"Kineski zid"
Von Aleksandra Odić
Mit Elena Matić, Tina Keserović, Faketa Salihbegović-Avdagić, Anja Stanić, Mugdim Avdagić
mittellanger Spielfilm
Deutsche Premiere

""
Von Sophia Bösch
Mit Sofia Aspholm, Lennart Jähkel, Lars T. Johansson, Ingmar Virta, Ivan Mathias Petersson
mittellanger Spielfilm
Weltpremiere

"Rückenwind von vorn"
Von Philipp Eichholtz
Mit Victoria Schulz, Aleksandar Radenkovic, Daniel Zillmann, Angelika Waller
Spielfilm
Weltpremiere

"Storkow Kalifornia"
Von Kolja Malik
Mit Daniel Roth, Lana Cooper, Franziska Ponitz
mittellanger Spielfilm
Weltpremiere

Als Gäste

"Film Wanderungen"
27 Projektbeteiligte
Dok-Serie

"Ohne diese Welt"
Von Nora Fingscheidt
Spielfilm

Preisträger Spielfilm "Max-Ophüls-Preis 2018"

Quelle: www.berlinale.de

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