Pension Schöller

Pension Schöller

BR Deutschland 1960, Spielfilm

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"Du bist so bnass, Nuise"

So einfach ist das - man nimmt einen Buchstaben, z. B. ein „l“ und ersetzt es durch „n“ und schon wird Weltliteratur zur Lachnummer. Aus Othello wird „Othenno“, aus „Schinners“ Don Carlos „Don Carnos“: „So annein, Madame, und keine Dame zur Begneitung?“ Wer spricht so? Es ist Eugen Rümpel (Boy Gobert), der mit diesem Sprechfehler kämpft, aber trotzdem zum Theater will. Und da er selber diese „kneine“ Unregelmäßigkeit nicht so schwer nimmt, liegen die Zuschauer vor Lachen auf dem Boden. Wilhelm Jacoby, der Vater von Regisseur Georg Jacoby, hat sich die Geschichte der Pension Schöller ausgedacht (1890 uraufgeführt), die der Sohn dann drei Mal verfilmte. Die Pension wird zum Irrenhaus erklärt. Und da der reiche Onkel „Knapproth“ („ich heiße Klapproth“) sich die Irrenanstalt erst einmal ansehen will, bevor er Geld herausrückt, werden einfach die Gäste als Irre deklariert. Der Onkel glaubt es. Großartig Rudolf Vogel in der Rolle des Gutsbesitzers, der so gekonnt hinter‘s Licht geführt wird. Er bindet der exzentrischen Josefine Krüger (Ursula Herking) mit seiner angeblichen Lebensgeschichte einen Bären auf („Ja, wohin flohte ich denn?“). Sie aber glaubt den Blödsinn, obwohl sie immer wieder behauptet, „sie blicke tiefer“. Prächtig albern die Szene, in der Theo Lingen dem verdutzten Onkel erklärt, wie seine „Vögel“ Eier legen und Kurukuruh machen. Mit solchen Mißverstädnissen jongliert der Film - der Onkel glaubt, der Schöller redet von seinen (irren) Patientinnen, der Schöller aber meint nur seine exotischen Vögel. Zum Schluss dreht sich die ganze Handlung: der Onkel ist angesteckt vom Irrsein, wird von den „Patienten“ heimgesucht und sperrt sie ein. Erst dann geht ihm ein Licht auf. Wir aber sind Zeugen einer überraschenden Verdrehung: was uns zuerst ganz normal erscheint, ist plötzlich nicht mehr normal und umgekehrt. Ein Spiel mit Wirklichkeiten und wie leicht wir uns täuschen lassen. Gekonnt, witzig, einfa“nn“sreich!

Credits

Director:Georg Jacoby
Screenplay:Georg Jacoby, Joachim Wedekind, Gustav Kampendonk
Director of photography:Willy Winterstein
Editing:Alice Ludwig
Music:Michael Jary
  
Cast: 
Theo LingenProfessor Schöller
Christa WilliamsFritzi
Rudolf VogelGutsbesitzer Klapproth
Ann SmyrnerNichte Erika
Helmuth LohnerPeter Klapproth
Ilse SteppatAmalie Schöller
Leon AskinFritz Bernhardi
Ursula HerkingJosefine Krüger
Rainer BertramTommy Kiesling
Christa SiemsUlrike klapproth
Benno GellenbeckArtist Zarini
Joachim Wolff
  
Production company:Real-Film KG (Hamburg)
Producer:Walter Koppel (Gesamtleitung)

All Credits

Director:Georg Jacoby
Assistant director:Katja Fleischer
Script supervisor:Lena Guttenberger
Screenplay:Georg Jacoby, Joachim Wedekind, Gustav Kampendonk
Director of photography:Willy Winterstein
Camera operator:Hans Jura
Assistant camera:Helmut Bahr
Still photography:Gerd Herold
Production design:Herbert Kirchhoff, Albrecht Becker
Prop master:Otto Schmitt, Wilhelm Schaumann
Make-up artist:Heinz Fuhrmann, Herbert Grieser
Costume design:Erna Sander, Gudrun Hildebrandt (Assistenz)
Costumes:Fritz Bergmann, Charlotte Runow
Editing:Alice Ludwig
Assistant editor:Ruth Sardowski
Sound:Hans Ebel
Music recording:Werner Pohl
Music:Michael Jary
  
Cast: 
Theo LingenProfessor Schöller
Christa WilliamsFritzi
Rudolf VogelGutsbesitzer Klapproth
Ann SmyrnerNichte Erika
Helmuth LohnerPeter Klapproth
Ilse SteppatAmalie Schöller
Leon AskinFritz Bernhardi
Ursula HerkingJosefine Krüger
Rainer BertramTommy Kiesling
Christa SiemsUlrike klapproth
Benno GellenbeckArtist Zarini
Joachim Wolff
  
Production company:Real-Film KG (Hamburg)
Producer:Walter Koppel (Gesamtleitung)
Line producer:Gyula Trebitsch
Unit production manager:Waldemar Frank
Location manager:Peter Petersen, Ernesto Kühne
Production office:Ingrid Richter
Original distributor:Europa-Filmverleih GmbH (Hamburg)
Length:2529 m, 92 min
Format:35mm, 1:1,66
Picture/Sound:s/w, Ton
Rating:FSK-Prüfung (DE): 20.06.1960, 22618, ab 12 Jahre / nicht feiertagsfrei
Screening:Uraufführung (DE): 15.07.1960, Frankfurt am Main, Turm-Palast

Titles

Originaltitel (DE) Pension Schöller

Versions

Original

Length:2529 m, 92 min
Format:35mm, 1:1,66
Picture/Sound:s/w, Ton
Rating:FSK-Prüfung (DE): 20.06.1960, 22618, ab 12 Jahre / nicht feiertagsfrei
Screening:Uraufführung (DE): 15.07.1960, Frankfurt am Main, Turm-Palast