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Quelle: DIF
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"Das Liebeskarussell. EP 2: Angela" (1965)
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Gert Fröbe – Schauspieler
Karl Gerhart Fröbe, geboren am 25. Februar 1913 in Planitz, Sohn des Lederwarenhändlers Johannes Fröbe und seiner Frau, der Schneidermeisterin Alma Sagewitz. Noch während der Schulzeit am Realgymnasium Zwickau tritt er als Soloviolinist von Beethovens F-Dur-Romanze im Mitteldeutschen Rundfunk auf und wird Star eines Tanzmusiktrios ("Der rote Geiger von Zwickau").
Außerdem malt er und erhält nach einer Ausstellung die Möglichkeit zum Studium an der dresdener Kunstakademie. Statt sie wahrzunehmen, absolviert Fröbe, der Schauspieler werden will, eine dreijährige Bühnenmalerlehre am Staatstheater Dresden. Nebenbei lernt er jonglieren, bestreitet den Lebensunterhalt durch den Verkauf selbstgemalter Ansichtskarten und Bilder.
Er nimmt Schauspielunterricht bei Erich Ponto, dem er 1936 nach Berlin folgt, wird dort Schüler von Paul Günther und absolviert im selben Jahr die Schauspielprüfung bei Lothar Müthel.
Nach Engagements an den Städtischen Bühnen in Wuppertal (1937/38) und Frankfurt (1938/39) wechselt Fröbe 1939 für vier Jahre ans Volkstheater in Wien, wo er zugleich als Sanitäter Wehrdienst leistet. Der Antritt eines Engagements bei Müthel am Burgtheater wird durch die Einberufung zur Infanterie verhindert.
Noch in Wien knüpft Fröbe erste Kontakte zum Film: Er modelliert die Figuren für einen Kulturfilm über die Entwicklung der deutschen Puppe von den Germanen bis zu Käthe Kruse. 1944 hat er als Bauer in "Die Kreuzlschreiber" einen ersten Auftritt.
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Bei Kriegsende in Bayern, schlägt er sich mit Landschaftsbildern und als Porträtzeichner durch, ehe er sich als Morgenstern-Interpret und Pantomime entdeckt.
Bereits in den Eröffnungsprogrammen der ersten münchener Nachkriegskabaretts vertreten (1945 Gonghaus, 1946 Bunter Würfel), ist er 1948 die große Attraktion im Simpl: "Er breitet seine bunten Fähigkeiten vor dem Publikum mit dem Schwung eines Geschäftsreisenden aus. Freilich auch, was wichtiger ist, mit der rücksichtslosen Einfalt eines von seinen Künsten Besessenen und Behexten. So kommt es, daß er uns mitreißt". (Kästner, 1949).
Die erste Hauptrolle im Film zeigt den spindeldürren Fröbe als treuherzig-hilflosen Kriegsheimkehrer in "Berliner Ballade": Der von Tortenbergen und Liebe träumende "Otto Normalverbraucher" wird zum Gemeinplatz, Fröbe zur Bekanntheit.
Da weitere Filmangebote ausbleiben, arbeitet Fröbe – Mitglied der Artistenloge – vorwiegend als Jongleur und Parodist beim Zirkus und Varieté; 1950 gastiert er in Stuttgart als Vornummer des Clowns Grock. Nebenbei verwandelt er sich in eine respektheischende Erscheinung – "in 10 bis 15 Jahren will ich Charles Laughton-Format haben" (Fröbe, Telegraph, 14.7.1949). Als solches entdeckt ihn Jules Dassin bereits 1954.
Vom französischen Film in größeren Nebenrollen ohne Festlegung auf ein Klischee eingesetzt ("Les héros sont fatigués"), gelangt Fröbe zu Popularität und Beschäftigung beim deutschen Film.
Neben brutalen Bösewichtern – Menschenschinder ("Robinson soll nicht sterben"), kaltherzige, tyrannische Partriarchen ("Und ewig singen die Wälder"; "Via Mala"), Frauen- ("Le meurtrier") und Kindermörder ("Es geschah am hellichten Tag") – , vertritt Fröbe in drei "Dr. Mabuse"-Versionen das Kriminalerfach und ist ebenso im Souterrain ("Die Dreigroschenoper") wie im liebenswerten Zwielicht aktiv ("Der Gauner und der liebe Gott"; "Ganovenehre").
Idealtypisch verkörpert er den skrupel- und charakterlosen Wirtschaftswunder-Generaldirektor ("Menschen im Hotel"; "Das Mädchen Rosemarie"), das Filmprojekt über eine derartige Karriere Otto Normalverbrauchers findet jedoch keinen Produzenten.
Sein bevorzugtes Gebiet bleibt das undurchdringlich Bedrohliche: Er hat "ein Phlegma, das beängstigend, bedrückend, gefährlich wirkt. (...) Er hat auch das andere: Dann ist er hilflos, ohnmächtig, ergreifend." (Walter, 1959).
1965 erlangt Fröbe als schwitzender Unmensch "Goldfinger" im dritten James Bond-Film internationales Rennommée untermauert vom Kontrast der turbulenten Klamotte "Those Magnificent Men in Their flying Machines", in dem er als Oberst von Holstein knatterndes Preußentum demonstriert und souverän ein fehlendes Blasorchester im Alleingang intoniert.
Ab 1971 arbeitet Fröbe wieder häufiger in der Bundesrepublik, dreht in Hamburg mit Richard Brooks "$" und in München mit Ingmar Bergman "Das Schlangenei". Als einfühlsamer Beichtvater des Bayernkönigs erscheint er in Viscontis "Ludwig".
Mit dem Kinderfilm "Der Räuber Hotzenplotz" gibt er sein Comeback in deutschen Produktionen, doch wird Fröbes wichtigstes Forum wieder die Kleinkunst: Der TV-Produktion "Morgenstern am Abend" folgt 1974 das Solo-Programm "Durch Zufall frei" (vorwiegend Morgenstern und ,szenische Memoiren`), mit dem er 1977-81 auftritt.
Er wirkt in wenigen, ausgewählten Filmen mit, was ihm vor allem die eigene Produktionsgruppe innerhalb der hamburger Polyphon Film- und Fernseh GmbH ermöglicht. Als Partner Elisabeth Bergners spielt er in der Altersromanze "Der Garten", als "August der Starke" erlaubt er sich, zu 'sächseln'. 1988 stellt er in der letzten Folge der Serie "Die Schwarzwaldklinik" einen 100-Jährigen dar.
Gert Fröbe ist fünfmal verheiratet: Mit Clara Peters, Sohn Utz; 1953-59 mit der Filmkritikerin Hannelore Görtz; mit der Schauspielerin und Sängerin Tatjana Iwanow, Sohn Andreas; 1962-68 mit der Rundfunkjournalistin Beate Bach; ab 1970 mit Karin Pistorius, geb. Kuderer.
Fröbe, Mitte der 80er Jahre an Zungenkrebs erkrankt, stirbt am 5. September 1988 an den Folgen eines Herzinfarkts im Klinikum München-Großhadern. CineGraph Lexikon zum deutschsprachigen Film © 1984ff edition text+kritik im Richard Boorberg Verlag, München.
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(
Karl Gerhart Fröbe )
*25.02.1913
Oberplanitz (heute Zwickau-Planitz)
; †05.09.1988
München-Großhadern
Darsteller
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