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Ein junges Mädchen bittet den Tod um das Leben ihres verstorbenen Geliebten. Er führt sie in einen Raum voller Kerzen. Es sind die Lebenslichter der Menschen, die dort brennen und verlöschen, sobald ein Leben zu Ende geht.
Drei sind schon weit heruntergebrannt, und wenn es ihr gelingt, nur eines vor dem Verlöschen zu bewahren, erhält sie ihren Geliebten zurück. In drei visionären Episoden – sie spielen an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten im Orient, im Italien der Renaissance und im kaiserlichen China – erlebt sie das Schicksal und Scheitern ihrer Liebe. Noch einmal gibt der Tod ihr eine Chance, wenn sie für das Leben des Geliebten ein anderes erhält. Doch auch das gelingt ihr nicht. Erst als sie sich selbst opfert – sie rettet ein Kind aus den Flammen – werden die Liebenden im Tod vereint.
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Deutschland
1921, Spielfilm
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H. W. (= Hans Wollenberg), Lichtbild-Bühne, Nr. 41, 8.10.1921
Soll man die Handlung dieses Films erzählen? Sie ist reich und fesselnd. Und doch dürr und nackt, wenn man sie mit des Filmwerkes Geschehen und Gestaltung selbst vergleicht. Denn dieser Film scheidet sich stofflich streng von der großen Menge lebender Bildreihen, die – auch Roman, auch Novelle, auch Märchen, auch weiß ich was sein könnten. Ein Stoff ist hier, der sich nur durch den Film ausdrücken, nur mit den Mitteln des Films bewältigen läßt. Nichts Literarisches, nichts Illustratives, sondern ein – Lichtspiel. Filmschöpfung, eines Filmschöpfers, (nicht -"Dichters", nicht -"Autors"; denn die Lehnworte aus anderen Künsten passen hier nicht!) des Spielleiters Fritz Lang.
Eine Idee durchzieht leitmotivisch das Spiel. Knüpft den inneren Zusammenhalt, wo Filmschöpfers Phantasie in bunte Lande abschweift, wo er Traum und Wirklichkeit böcklinhaft zusammenfließen läßt. Und diese Idee ist . . .? Die uraltheilige, die jeden großen Gestalter noch bewegt, die an der Wiege aller Künste – Musik, Bildkunst, Dichtung und Drama – stand: das Rätsel des Todes; des entsetzlichen, des erlösenden Todes.
Warm, Roehrig und Herlth halfen dem Filmschöpfer, die seinem Künstlererlebnis entsprossenen Welten zu realisieren: eine altdeutsche Stadt, ein groteskes China, ein Märchen Arabien, Venedig im Karneval, des Todes phantastisches Reich. Eminentes technisches Können der Lichtbildner Nietzschmann, Salfrank und Wagner: Trickaufnahmen, Lichteffekt, Blende verschmelzen sich mit beseelter Lichtspielkunst.
Reine Lichtspielkunst ist auch die Darstellung. Nicht in einem Esperanto von Muskelzuckungen nur mit der Zunge ausdrückbare Dinge zu äußern, sondern organischer Teil bewegter Bilder zu sein, deren Ganzes durch Rhythmus, Licht, Schatten und Geschehen Stimmungen und Spannungen schafft, war hier die Aufgabe. Für solche Darstellung ist Lil Dagovers Schönheit geschaffen; neben ihr Walter Janssen, Goetzke, Diegelmann, Winterstein, Klein-Rogge, Biensfeldt, Adalbert.
Die ihr an die Zukunft des Kinos glaubt, seht euch dieses Lichtspiel an! Die ihr dem Kino mißtraut, seht es euch erst recht an – aber laßt alle Bühnenweisheit, laßt die Hamburgische Dramaturgie und den Lakoon hübsch zu Hause. Denn ihr seid bei einer neuen Muse zu Gaste.
Und auch ihr seht euch den Film an, ihr Finanzkapitäne der Decla-Bioscop; vielleicht kommt euch dann doch ein leiser Zweifel, ob ihr die Flinte nicht zu früh ins Korn geworfen – bei einem Unternehmen, aus dessen Werkstätten dieses Lichtspiel hervorging . . . .
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