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Quelle: DIF
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Rudolf Klein-Rogge
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Rudolf Klein-Rogge – Schauspieler
Friedrich Rudolf Klein-Rogge, geboren am 24. November 1885 (andere Quellen: 1888) in Köln, Sohn eines Kriegsgerichtsrats. Besuch eines humanistischen Gymnasiums in Köln, nach dem Tod des Vaters unterbrochen durch eine dreijährige Ausbildung in einem preußischen Kadettenkorps; anschließend Abitur in Köln. Studium der Kunstgeschichte in Berlin und Bonn, daneben Schauspielunterricht bei Hans Siebert.
1909 Debüt in der Rolle des Cassius in Shakespeares Julius Caesar" am Stadttheater Halberstadt. 1914/15 Engagements in Aachen, Kiel und Düsseldorf. 1915 Wechsel an die Städtischen Bühnen in Nürnberg, wo er auch inszeniert. 1918 Wechsel ans Lessing-Theater Berlin, wo er sechs Jahre lang vor allem unter Barnowskys Regie arbeitet. Zu seinen prägnantesten Auftritten gehören der Bankdirektor in Georg Kaisers "Von morgens bis mitternachts" (1921) und seine Darstellung in Emil Linds Inszenierung von Kaisers "Kolportage": "Rudolf Klein-Rogge blieb unentschieden, ob er einen echten oder einen parodierten Amerikaner geben sollte." (H. Ihering, Berliner Börsen-Courier, 28.3.1924).
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Ab 1919 übernimmt Klein-Rogge auch Angebote im Film. Zunächst spielt er kleinere Rollen in Produktionen der berliner Gesellschaften Atlantic, Luna und Deutsche Bioscop, vor allem unter der Regie von Bruno Ziener (Ria Wirt-Serie) und Robert Leffler (Sybil Smolowa-Serie). 1920 arbeitet er erstmals mit Fritz Lang, u.a. als Hehler Upton in "Kämpfende Herzen". Er wird einer der bevorzugten Protagonisten Langs, der seine gedrungene Gestalt nutzt, ihn vor allem zwielichtige Figuren spielen zu lassen. In "Der müde Tod" verkörpert er den Derwisch und Girolamo, in "Dr. Mabuse, der Spieler" hat er in der Titelrolle seinen darstellerischen Durchbruch.
Die Kritik ist über seinen Stil uneins. Fritz Goetz befindet, daß Klein-Rogge "die dämonische Rolle des Dr. Mabuse in ausgezeichneter Lebendigkeit und Wirklichkeit darstellt. Er ist ein Spieler, der jenseits von Gut und Böse nur eine Sensation, nur eine Lust kennt: das Spiel mit Menschenleben und -Schicksalen" (Vossische Zeitung, 28.4.1922).
Kritischer urteilt Herbert Ihering, der das Wesentliche von Klein-Rogges Darstellungskunst erfaßt – das Maskenspiel. "Klein-Rogge gibt den bekannten Routinier des Varietes, dessen Masken Porträtähnlichkeit erstreben. Das hat mit Schauspielkunst weder auf der Bühne noch im Film etwas zu tun. (…) Klein-Rogge macht Masken – aber da diese Masken Vorbildern abgeguckt, nicht innerlich vorgestellt sind, werden sie nicht Ausdruck." (Berliner Börsen-Courier, 11.6.1922).
Als König Etzel in "Die Nibelungen", als Rotwang in "Metropolis" und als Haighi in "Spione" bleibt Klein-Rogge dem Rollenbild des dämonisch-brutalen Drahtziehers treu. Seine Wendigkeit braucht das frontale Spiel, den Kopf eingezogen, halslos, gedrungen und von der eigenen Psyche gedungen. Insofern sind seine Figuren auch immer Außenseiter, die Maske wird zur Maske. In Fritz Wendhausens "Der steinerne Reiter" verkörpert er den Herrn der Berge, eine mythische Tyrannengestalt, in Arthur Robisons "Petro, der Korsar den Piratenhauptmann Salvatore, einen wilden Machtmenschen, in Alexander Wolkoffs "Casanova" spielt er neben Ivan Mosjukin den russischen Zaren, massig und rauh. 1928/29 arbeitet Klein-Rogge wiederholt in Frankreich, darunter in Henri Chomettes "Le requin", einem der ersten großen französischen Tonfilme. 1932 spielt er ein letztes Mal unter der Regie von Fritz Lang in dessen Tonfilm "Das Testament des Dr. Mabuse": eine eindringliche Variation seiner stummen Rolle, nicht zuletzt durch sein forciertes Sprechen geprägt.
Der Tonfilm der 30er Jahre bietet ihm kein neues Rollenfach; Klein-Rogge variiert sein Klischee des bedrohlichen, schweren Mannes. Er ist der debile Michele in "Elisabeth und der Narr" und der rücksichtslose Maurer Mattern in der Hauptmann-Verfilmung "Hanneles Himmelfahrt", beide von Thea von Harbou inszeniert. Er spielt von nun an Nebenrollen, etwa in Jannings-Starfilmen: Dessauer in "Der alte und der junge König", Direktor Bodelfing in "Der Herrscher", einen Rechnungsarzt in "Robert Koch, der Bekämpfer des Todes".
Daneben gibt es seltene Abstecher ins komische Fach (Oberst Flumus in Siercks "Das Hofkonzert"; Stadtrat Müller in "Die göttliche Jette"). 1937 spielt Klein-Rogge, nach einem Auftritt in Carl Hoffmanns deutsch-französischer Co-Produktion "Ab Mitternacht", unter der Regie von Leo Lapaire den fanatischen Rationalisten Dr. Linder in der deutsch-schweizerischen Co-Produktion "Die Frau und der Tod", einem mystischen Kolonial-Melodram, das im Deutschen Reich ohne Angabe von Gründen verboten wird.
Seine letzten Auftritte absolviert Klein-Rogge Anfang der 40er Jahre in zwei Filmen von Carl Froelich ("Das Herz der Königin"; "Hochzeit auf Bärenhof"), dann zieht er sich aus dem Filmgeschäft zurück.
Rudolf Klein-Rogge ist in erster Ehe 1914-21 mit der Autorin Thea von Harbou verheiratet, nach manchen Quellen in zweiter Ehe mit Margarete Neff, zuletzt mit der schwedischen Schauspielerin Mary Johnson, einer Stiller-Protagonistin, mit der er einen Sohn, Egil, hat. Von der Öffentlichkeit weitgehend vergessen, stirbt Rudolf Klein-Rogge Pfingsten 1955 im österreichischen Graz.
CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film © 1984ff edition text+kritik im Richard Boorberg Verlag, München.
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(
Heinrich Rudolf Klein-Rogge )
*24.11.1885
Köln
; †29.05.1955
Graz, Österreich
Darsteller, Dialoge
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