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Quelle: Camino Filmverleih, DIF
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Szene aus "Bibliothèque Pascal"
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"Nein, nein! Zuerst die Abenteuer, Erklärungen dauern immer so lange!"
Man könnte glauben, der ungeduldige Greif aus "Alice in Wonderland" habe
Mona Paparu beraten, die im Jugendamt ihre Geschichte erzählen muss,
um das Sorgerecht für ihre kleine Tochter wiederzuerlangen. Ihre Schilderung
der Geschehnisse aus drei Jahren zieht den Zuschauer mit Macht in
einen abenteuerlichen Plot, in dem Liebe, Verbrechen, Hellseherei, Auferstehung
von den Toten, Frauenhandel und ein literarisches S/M-Bordell
keine unbeträchtliche Rolle spielen. Hajdu verpackt diese Geschichte einer
alleinerziehenden osteuropäischen Mutter, die als Prostituierte in Liverpool
landet, in prallbunte Bilder. Mit wunderschön kitschigen Special
effects, traumwandlerisch langsamen Kamerafahrten und einem hypnotisierenden
Soundtrack bringt er das Kino dahin, wo es einmal zu Hause
war: auf den Jahrmarkt; dahin, wo eine Geschichte fantasievoll und
fesselnd sein darf und sich nicht mit Authentizitätsansprüchen plagen
muss, anders als Mona Paparu im Jugendamt. Und wenn sie nicht gestorben
sind, leben Mutter und Tochter noch heute glücklich in unserer einheitlich
möblierten Welt, aus der wir uns alle ab und zu hinausträumen
wollen. Manchmal auch im Kino.
Anna Hoffmann
Quelle: 60. Internationale Filmfestspiele Berlin (Katalog)
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Ungarn / Deutschland
2010, Spielfilm
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