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Ein junges Mädchen bittet den Tod um das Leben ihres verstorbenen Geliebten. Er führt sie in einen Raum voller Kerzen. Es sind die Lebenslichter der Menschen, die dort brennen und verlöschen, sobald ein Leben zu Ende geht.
Drei sind schon weit heruntergebrannt, und wenn es ihr gelingt, nur eines vor dem Verlöschen zu bewahren, erhält sie ihren Geliebten zurück. In drei visionären Episoden – sie spielen an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten im Orient, im Italien der Renaissance und im kaiserlichen China – erlebt sie das Schicksal und Scheitern ihrer Liebe. Noch einmal gibt der Tod ihr eine Chance, wenn sie für das Leben des Geliebten ein anderes erhält. Doch auch das gelingt ihr nicht. Erst als sie sich selbst opfert – sie rettet ein Kind aus den Flammen – werden die Liebenden im Tod vereint.
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Deutschland
1921, Spielfilm
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O. A., 8 Uhr-Abendblatt, 7.10.1921, zit. nach Film und Presse, Nr. 37/38, 1921
Die Decla Bioscop A.-G. veranstaltete im U. T. Kurfürstendamm die Uraufführung ihres Films "Der müde Tod" mit dem Untertitel "ein deutsches Volkslied". Diese auf Innerlichkeit und geistiges Können gestellte Arbeit des Autorregisseurs Fritz Lang geht abseits von der Heerstraße der Durchschnittsfilme. Man sucht nicht durch ein Riesenaufgebot von Menschen und Materie die Sinne des Zuschauers zu betäuben, sondern gibt echte, beseelte Kunst. Einzelne Bilder überraschen durch malerische Schönheit, die das Wesen des deutschen Volksliedes in seiner schlichten Innigkeit erfassen. Trotz der künstlerischen Vollendung der einzelnen Szenen verliert die Handlung nicht. Dieser Film wird durch keinerlei Banalitäten belastet. Die Handlung gruppiert sich um Lil Dagover, die die schwierige Aufgabe löst, einem deutschen Mädchen Seele zu verleihen, das Empfinden einer indischen Fürstin zum Ausdruck zu bringen, die herbe und doch sinnliche Glut einer stolzen Venetianerin darzustellen und eine schelmische barocke Chinesin zu verkörpern. Lil Dagover hat mit diesen Leistungen bewiesen, daß sie zu den größten Filmkünstlerinnen gerechnet werden muß. Ihr Gegenspieler in allen vier Rollen ist Walter Jansen. Er bringt dem Film ein Gesicht von starkem Ausdruck. Bernhard Goetzke zeigte reifes Können. Die gute Photographie steigert den Wert des Films.
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