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Quelle: DIF
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Thea von Harbou
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Thea von Harbou - Autorin
Thea Gabriele von Harbou wird am 27. Dezember 1888 in Tauperlitz bei Hof (Saale) als Tochter des Forstmeisters und Landwirts Theodor von Harbou und seiner Frau Clotilde Constance, geb. d'Alinge geboren. Der Standfotograf Horst von Harbou (geb. 1879) ist ihr Bruder. Sie wächst in Niederlössnitz auf, besucht das Luisenstift im nahen Dresden. Schon als Schülerin unternimmt die begeisterte Karl May-Leserin schriftstellerische Versuche, verfaßt Tiergeschichten für Provinzzeitungen. 1902 erscheinen (im Selbstverlag) erste Gedichte, 1905 druckt die berliner Deutsche Zeitung ihren ersten Roman ("Wenn's Morgen wird").
1906 debütiert Thea von Harbou als Schauspielerin am Düsseldorfer Schauspielhaus; es folgen Engagements am Hoftheater Weimar (1908-10), den Vereinigten Stadttheatern Chemnitz (1911-13) und am Stadttheater in Aachen (1913-14). Dort heiratet sie am 28.9.1914 den Regisseur und Schauspieler Rudolf Klein-Rogge.
Nach dem Publikumserfolg ihres Romans "Die nach uns kommen" (1910) und vor allem der Novellensammlung "Der Krieg und die Frauen" (1913) gibt sie die Schauspielerlaufbahn auf und wird freie Schriftstellerin. Ab 1915 lebt sie mit ihrem Mann in Nürnberg, 1918 zieht das Ehepaar nach Berlin; ihre Bücher erscheinen nunmehr im Ullstein-Verlag.
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Ein erstes Drehbuch für die Eiko-Film GmbH bleibt noch unrealisiert, erst 1919, in der Zusammenarbeit mit der Joe May-Film GmbH, ist sie – bei der Adaption einer eigenen Novelle – erstmals als Filmautorin tätig ("Die heilige Simplicia"). Bei den Vorbereitungen ihrer Roman-Verfilmung "Das indische Grabmal" schließt sie Bekanntschaft mit Fritz Lang, der zunächst für die Regie vorgesehen ist. Für ihn schreibt sie von 1920 ("Das wandernde Bild) bis 1933 ("Das Testament des Dr. Mabuse") sämtliche Drehbücher.
Nach der Scheidung von Klein-Rogge, der fortan in vielen Lang-Filmen Hauptrollen erhält, heiratet sie Lang am 26.8.1922. Außer für ihn schreibt sie für F. W. Murnau ("Der brennende Acker" und "Phantom", 1922; "Die Austreibung" und "Die Finanzen des Großherzogs", 1923), Carl Theodor Dreyer ("Michael", 1923/24) und Arthur von Gerlach ("Zur Chronik von Grieshuus", 1923-25).
Für Lang schreibt sie ihr erstes Drehbuch zu einem Tonfilm: "M" (1931); ihr letzter gemeinsamer Film "Das Testament des Dr. Mabuse", von Lang später als Anti-Nazi-Film interpretiert, wird 1933 verboten. Das Paar lebt seit Oktober 1931 getrennt, die Ehe wird am 20.4.1933 geschieden. Bis ca. 1939 lebt Thea von Harbou mit dem Inder Ayi Tendulkar zusammen.
Lang emigriert, Thea von Harbou – ab Anfang 1933 Vorsitzende des Verbandes Deutscher Tonfilmautoren – etabliert sich als vielbeschäftigte Drehbuchautorin im Dritten Reich. In zwei Filmen führt sie selbst Regie: "Elisabeth und der Narr" (1933) erzählt von einer kruden Mordgeschichte in einem Nonnenkloster; er wird vor der Freigabe durch die Filmprüfstelle wegen vermeintlicher "Verletzung des religiösen Empfindens der Bevölkerung" mehrmals umgeschnitten und in der Presse durchweg negativ besprochen. Auch das Märchenspiel "Hanneles Himmelfahrt" (1933/34), nach einem Stück von Gerhart Hauptmann, ist kein Erfolg. Ein drittes Projekt, "Karussell Berlin", wird daraufhin von der Aafa-Film aufgegeben.
Neben zahlreichen Filmkomödien ("Hurra! Ich bin Papa!") und Literaturverfilmungen (u.a. "Ein idealer Gatte" und "Eine Frau ohne Bedeutung" nach Oscar Wilde) schreibt sie in den folgenden Jahren für Hans Steinhoff den Fridericus-Rex-Film "Der alte und der junge König" (1935), für Veit Harlan "Der Herrscher" (1937), "Jugend" (1937/38) und "Verwehte Spuren" (1938). Die Filme "Fahrt ins Glück" (R: Erich Engel) und "Via Mala" (R: Josef von Baky), sog. "Überläufer", werden noch im Dritten Reich gedreht, aber erst nach Kriegsende uraufgeführt.
1945 wird Harbou, ab 1940 Mitglied der NSDAP, von den britischen Besatzungsbehörden kurzzeitig interniert. Sie arbeitet auf dem Bau und in einer Fabrik, schreibt Ende der 40er Jahre Synchronbücher für die Deutsche London Film (u.a. zu "Der dritte Mann", R: Carol Reed; "Ein idealer Gatte", R: Alexander Korda; "Der Dieb von Bagdad", R: Ludwig Berger). Es entstehen Fortsetzungsromane ("Der Fernfahrer und der Teufel", Berliner Morgenpost, 1952) und noch drei Drehbücher, die beispielhaft die Spannweite des deutschen Nachkriegsfilms umfassen: ein Antikriegsfilm ("Es kommt ein Tag", 1950), ein Arztfilm ("Dr. Holl", 1950/51), ein Heimatfilm ("Dein Herz ist meine Heimat", 1953).
Zugleich engagiert sie sich im Vorstand des Verbandes der Filmschaffenden und der Deutsch-Asiatischen Gesellschaft. Mit seinem Zweiteiler "Der Tiger von Eschnapur" / "Das indische Grabmal" ist Fritz Lang 1958 der letzte Regisseur, der einen Stoff von ihr verfilmt; zugleich ist es die dritte Adaption ihres Romans.
Thea von Harbou stirbt am 1. Juli 1954 in Berlin/West.
CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film © 1984ff edition text+kritik im Richard Boorberg Verlag, München.
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Thea Gabriele von Harbou )
*27.12.1888
Döhlau-Tauperlitz
; †01.07.1954
Berlin
Darsteller (Sonstiges), Regie, Drehbuch, Drehbuch-Mitarbeit, Vorlage, Idee, Musik-Ausführung
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