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Quelle: DIF
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Richard Angst
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Richard Angst
Richard Angst, geboren am 23. Juli 1905 in Zürich. Der Sohn eines Schweizers und einer Pforzheimerin wächst in Pforzheim auf, wo er die Oberrealschule und die Handelsschule besucht. Der naturbegeisterte Skifahrer, Springer und Bergsteiger wird 1923 von Sepp Allgeier, dem Senior der "Freiburger Kameramänner-Schule", entdeckt und als Assistent bei Dr. Arnold Fancks Ski- und Bergfilmen beschäftigt. Er lernt die Kameratechnik kennen, in Freiburg bei der Berg- und Sportfilm GmbH auch die Arbeit im Kopierwerk, macht seinen Vorführschein.
1926 beteiligt er sich an Bernhard Villingers Film-Expedition nach Spitzbergen und wird bei dem dabei entstandenen Film neben Allgeier und Albert Benitz zum erstenmal als Kameramann genannt: "Milak, der Grönlandjäger". Neben seinem Lehrmeister Allgeier und Hans Schneeberger rückt Angst zu Fancks Stamm-Kameramann auf. Es entstehen u.a. die Filme "Der große Sprung", "Die weiße Hölle vom Piz Palü", "Stürme über dem Montblanc", "Der weiße Rausch". Daneben wird sein Doppeltalent als Kameramann und unverwüstlicher Berg-Mensch auch von anderen Regisseuren genutzt.
1932 fährt Angst mit Fanck nach Grönland, wo für die Universal neben den zwei Versionen von "SOS Eisberg" auch Andrew Martons "Nordpol – Ahoi!" entsteht. Fancks "Der ewige Traum" bleibt zunächst der letzte europäische Bergfilm, an dem Angst mitarbeitet.
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In den nächsten Jahren beteiligt er sich als Kameramann an verschiedenen Expeditionen nach Asien: 1934/35 mit G. O. Dyhrenfurth zum Himalaya, 1936 mit Victor von Plessen nach Borneo, wo er schwer erkrankt. Im gleichen Jahr dreht Angst mit Fanck in Japan den Spielfilm "Die Tochter des Samurai". Auf Reisen durch Japan und die Mandschurei entsteht Dokumentarmaterial, aus dem die Kulturfilm-Abteilung der Ufa Anfang der 1940er Jahre eine Anzahl Kurzfilme zusammenstellt.
Nach Richard Schweizers "Kleine Scheidegg", der in Angsts Heimat entsteht, fährt Angst für den geplanten Olympia-Film "Das heilige Ziel" wieder nach Japan. Im Auftrag des japanischen Marineministeriums entsteht ein (nicht identifizierter) Film über den Kampf gegen chinesische Guerillas am Wanpoo-Fluß.
1939 nach Deutschland zurückgekehrt, dreht Angst in Berlin Atelier-Filme für die Tobis und arbeitet für die Terra wiederholt mit dem Regisseur Hans Steinhoff, darunter bei "Die Geierwally" und "Rembrandt", der für sein am Thema entwickeltes Hell-Dunkel berühmt wird.
1944 in Berlin ausgebombt, filmt er im österreichischen Oetztal mit Leopold Hainisch die tiroler Heimatfilme "Ulli und Marei" und "Erde". Er läßt sich mit seiner Familie, inzwischen hat er fünf Kinder, im Tessin nieder und dreht mit dem Amerikaner Irving Allen am Matterhorn den Spielfilm "High Conquest". Aus Material zu diesem Film stellt der Regisseur auch den Kurzfilm "Climbing the Matterhorn" zusammen, der 1947 mit einem Kurzfilm-Oscar ausgezeichnet wird.
In den Niederlanden fotografiert er Jaap Speyers "Een koninkrijk voor een huis", ehe "Föhn", ein Remake von Fancks "Die weiße Hölle vom Piz Palü" mit Hans Albers, 1950 sein erster bundesdeutscher Nachkriegsfilm wird. Danach ist er wieder regelmäßig in der deutschen Filmindustrie tätig. Er fotografiert die gediegenen "Problemfilme" Dr. Harald Brauns (4 Filme) und vor allem die gepflegte Unterhaltung Kurt Hoffmanns (12 Filme zwischen 1951 und 1967), die sich von der Standardproduktion abzuheben versuchen: "Ich denke oft an Piroschka", "Das Wirtshaus im Spessart", "Wir Wunderkinder", "Schloss Gripsholm", "Rheinsberg". In den 1960er Jahren ist Franz Josef Gottlieb mehrfach sein Regisseur. Inzwischen als "Grand Old Man" der bundesdeutschen Kameraleute anerkannt, aber auch wegen seines impulsiven und oft rüden Umgangs mit Regisseuren und Assistenten gefürchtet, engagiert ihn Artur Brauner für seine Prestige-Produktionen "Der Tiger von Eschnapur" und "Das indische Grabmal" unter der Regie von Fritz Lang. Auch der Rückkehrer Robert Siodmak beschäftigt Angst bei seinem Zweiteiler "Kampf um Rom".
Gegen Ende der 1960er Jahre resigniert Angst vor der aufkommenden Sexfilm-Welle. Er fotografiert noch eine Anzahl Werbefilme. 1971 zieht er sich zurück und betreibt in Berlin-Moabit das Restaurant "Provinz", wo er oft selbst hinter Tresen und Herd steht. Mit Unterstützung des Journalisten Hans Borgelt schreibt er seine Memoiren "47 Jahre objektiv gesehen", die zu einem Manuskript von über 700 Seiten anwachsen. Anfang der 1980er Jahre engagiert Jörg Moser-Metius ihn als künstlerischen Berater für seinen am Bildstil des deutschen Stummfilms orientierten Kurzfilm "Umbra" und holt ihn für ein TV-Porträt vor die Kamera.
Richard Angst ist zwei Jahre als Dozent für Kamera an der Hochschule für Fernsehen und Film München tätig. Er stirbt am 24. Juli 1984 an Herzversagen in einem Krankenhaus in Berlin.
Sein Nachlaß, einschließlich der umfangreichen Manuskript-Konvolute, sind bei der Stiftung Deutsche Kinemathek archiviert.
CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film © 1984ff edition text+kritik im Richard Boorberg Verlag, München.
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*23.07.1905
Zürich, Schweiz
; †24.07.1984
Berlin/West
Darsteller, Mitwirkung, Regie, Kamera, Sonstiges
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