 |
|
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
Quelle: DIF
|
  |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
Wilhelm Thiele
|
 |
|
 |
 |
 |
 |
|
 |
 |
 |
 |
Wilhelm (William) Thiele
Wilhelm Isersohn, geboren am 10. Mai 1890 in Wien. Studium am Konservatorium in Wien, Stipendium des Burgtheaters. 1909 Schauspieler in Karlsbad, später in Stuttgart. Ab 1914 Kriegsdienst bei den Deutschmeistern in Wien; inszeniert Revuen für die Truppen. 1918 geht er nach München als Regisseur am Volkstheater.
1922 kommt er zum Film, indem er in Wien Musiker-Biografien als Film-Bühnen-Shows produziert; in Berlin schreibt er Drehbücher und führt Regie, arbeitet als Dramaturg und Drehbuchautor bei der Ufa (Paul Davidson). Seine Filme "Orientexpress", "Hurrah! Ich lebe!" und "Adieu Mascotte" weisen ihn als geschickten Inszenator leichter Stoffe aus.
An seine Erfahrung mit musikalischen Formen anknüpfend, kreiiert er 1929/30 für die Ufa das Genre der Tonfilmoperette (oft auch zugleich in englischer oder französischer Version). Mit der Musik von Werner Richard Heymann und mit Lilian Harvey und Willy Fritsch in den Hauptrollen, realisiert er einige der größten Erfolge der ersten Tonfilmzeit: "Liebeswalzer", "Die Drei von der Tankstelle". Die Lieder und Tanz-Szenen entwickeln sich bei ihm direkt aus der Handlung, womit er ein wichtiges Element späterer Hollywood-Musicals vorwegnimmt.
|
 |
 |
Seine Filmoperetten, wie auch einige Komödien mit Renate Müller, z.B. "Die Privatsekretärin", zu der Siegfried Kracauer schreibt "ein unbeschwerter Film, dessen ungeheure Popularität Wilhelm Thieles Ruf als unbestrittenen Meister attraktiver Potpourris festigte", spielen z.T. im zeitgenössischen Milieu und reißen Probleme der Zeit (Arbeitslosigkeit) an, die sich jedoch stets in Wohlgefallen auflösen. Diese "Plüschmöbelidylle" stößt deshalb auch auf heftige Kritik: "Thiele gibt als Regisseur sein Talent vor der Ateliertür ab. Penetranter Stumpfsinn breitet sich aus." (Herbert Ihering, Berliner-Börsen-Courier, 16.4.32).
1933 geht der Jude Thiele, der sich nun William Thiele nennt, in die Emigration. Über England, wo er für Hermann Fellner wenig erfolgreich "Die Fledermaus" auf Englisch verfilmt ("Waltz Time"), und Österreich, wo er Léhars "Großfürstin Alexandra" auf die Leinwand bringt, geht er nach Amerika. Dort inszeniert er für Gabriel Pascal als Theaterregisseur die Operette "Annina" (mit Maria Jeritza) in New York und Chicago, ehe er 1934 in Hollywood einen Vertrag von der 20th Century-Fox erhält und der neugegründeten Director's Guild of America beitritt.
Der Mißerfolg von "The Lottery Lover" degradiert Thiele zum Regie-Assistenten Josef von Sternbergs und zum Regisseur von B-Filmen bei Paramount.
1937 nimmt ihn Metro-Goldwyn-Mayer für sieben Jahre unter Vertrag, u.a. dreht er mit "The Ghost Comes Home" ein Remake seines Films "Hurrah! Ich lebe!" (1928); anschließend für RKO zwei Tarzan-Filme mit Johnny Weissmuller. An seine Ufa-Erfolge zurückdenkend, stellt Thiele bedauernd fest: "Ich erfand die Musik als integrierten Bestandteil der Handlung und drehte die Vorläufer des Musical-Filmes, dennoch hatte ich nie die Chance, in Hollywood ein Musical zu drehen." (Thiele zu Schnauber, 1982).
Nach 1945 kann er einige Drehbücher an kleinere Studios wie Monogram und Republic verkaufen. Er dreht Dokumentar- und Werbefilme für das US-Außenministerium, die University of Southern California, für Industrie (Dupont de Nemour & Co.) und Fernsehen. Ab 1951 führt er Regie bei der TV-Serie "The Lone Ranger", zwischen 1953 und 1957 ist er für ca. 40 TV-Filme der erfolgreichen Serie "Cavalcade of America" verantwortlich.
1959/60 kehrt er vorübergehend in die BRD zurück, wo er zwei Unterhaltungsfilme dreht: "Der letzte Fußgänger mit Heinz Erhardt und Christine Kaufmann; "Sabine und die 100 Männer" mit Sabine Sinjen und Yehudi Menuhin, ein Remake des erfolgreichen US-Musicals "One Hundred Men and a Girl" (R: Henry Koster, 1937).
Wilhelm/William Thiele ist zweimal verheiratet; sein Schwiegersohn ist der Hollywood-Regisseur Richard Rush. Er stirbt am 7. September 1975 in Woodlawn Hills, Kalifornien.
CineGraph Lexikon zum deutschsprachigen Film © 1984ff edition text+kritik im RICHARD BOORBERG VERLAG, München.
|
 |
|
 |
 |
(
William Thiele )
*10.05.1890
Wien, Österreich
; †07.09.1975
Woodland Hills, Kalifornien, USA
Darsteller, Darsteller (Sonstiges), Regie, Drehbuch
|
 |
 |
 |
|
 |
|