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Quelle: DIF
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Robert Siodmak
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Robert Siodmak
Robert Siodmak wird am 8. August 1900 in Dresden geboren (seine eigene Angabe – Tennessee – ist eine Legende). Seine Eltern sind der Kaufmann und Rabbiner-Sohn Ignatz Siodmak und die Leipzigerin Rosa Philippine Blum. Die Familie Siodmak stammt aus dem galizischen Krakau (heute Kraków, VR Polen); der in die USA ausgewanderte Vater hat in Shelby County bei Memphis, Tennessee, ein Vermögen gemacht, 1892 die amerikanische Staatsbürgerschaft erworben und sich sieben Jahre später in Deutschland niedergelassen, um zu heiraten. Robert bekommt drei Brüder: Kurt (der spätere Schriftsteller und Filmregisseur Curt Siodmak, geb. 1902), Werner (1907-86) und Rolf (1913-33). Er besucht das Internat in Bad Koesen, dann das Gymnasium in Dresden (seine Semester an der Universität Marburg sind Fiktion). Er spielt kleine Rollen im Staatlichen Schauspielhaus Dresden (Regie: Berthold Viertel) und nimmt Schauspielunterricht bei Erich Ponto. 1918 verläßt er das Elternhaus, um mit einer Wanderbühne Norddeutschland zu bereisen.
1925 beginnt seine Tätigkeit beim Film, zunächst als Übersetzer von Zwischentiteln für Dr. Herbert Nossen, dann 1927/28 als Cutter bei Harry Piel, wo er Schnitt-Versionen älterer Filme herstellt. Bei der von seinem Onkel Heinrich Nebenzahl und dessen Sohn Seymour geleiteten Nero-Film, Berlin, arbeitet er als Assistent der Regisseure Alfred Lind und Kurt Bernhardt.
Siodmaks erste Filmregie ist "Menschen am Sonntag", den er selbst produziert: "Filmstudio 29" – gemeinsam mit dem Theaterproduzenten Moriz Seeler und mit finanzieller Unterstützung der Nero-Film. Dieser Dokumentar-Spielfilm bringt ihm 1929 einen Vertrag bei der Ufa ein, wo er – nach Tätigkeiten in der Dramaturgischen Abteilung unter Dr. Fritz Podehl und Regie bei der Ufa-Wochenschau – unter der Obhut des Produzenten Erich Pommer ab 1930 Regie führt.
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Nach einem Versuch, Siodmak durch Konfektionsware kaltzustellen ("Quick", 1932) und seiner Ausschaltung aus dem Projekt "F.P.1 antwortet nicht" (nach dem Roman seines Bruders Kurt) verläßt er die Ufa und dreht 1932/33 für die Tonal-Film/Deutsche Universal (Joe Pasternak, Paul Kohner) seinen letzten deutschen Film vor dem Exil: "Brennendes Geheimnis".
1921 tritt er als Buchhalter bei den Banken Mattersdorff und Schermer, Dresden, ein, doch die Inflation macht seinen erfolgreichen Börsenspekulationen ein abruptes Ende. 1924 gründet er mit F. W. Koebner in Berlin die kurzlebige Illustrierte Das Magazin, die im "Verlag Robert Siodmak" erscheint.
Im April 1933 Übersiedelung nach Paris mit Bertha ("Babs") Odenheimer, die er am 16.11.1933 heiratet (die Ehe bleibt kinderlos). Sein Bruder Kurt Siodmak fährt weiter nach London, Werner nach Palästina, Rolf wählt den Freitod. Nach ersten, nicht realisierten Projekten ("Madame Bovary", nach Flaubert; "La prisonnière" nach dem Sittenstück von Edouard Bourdet, und "Bel-Ami", nach Maupassant, beide mit Charles Boyer; "Leviathan", nach Julien Green) setzt Robert Siodmak 1933-36 seine Filmarbeit bei der französischen Néro-Films (André Haguet, Seymour Nebenzahl) fort, bis er sich nach dem Fiasko von "La vie parisienne" mit Nebenzahl verkracht; den schon in Vorbereitung befindlichen "Abdoul the Damned", mit Fritz Kortner, muß er an Karl Grune abgeben.
Großer künstlerischer Durchbruch – aber kommerzieller Mißerfolg – mit "Mollenard" für den Außenseiter-Produzenten Edouard Corniglion-Molinier ("Drole de drame" von Carné; "L'espoir" von Malraux). Siodmak erreicht die Spitze der französischen Produktion mit dem Publikumshit "Pieges" für Ralph Baums Spéva-Films. Das Projekt einer Verfilmung von Ödön von Horvaths "Jugend ohne Gott" wird gestoppt, als der Dichter auf dem Weg zu einer Drehbuchkonferenz mit Siodmak von einem Ast erschlagen wird. Die Vorbereitungen zur ambitionierten Balzac-Verfilmung "Splendeur et misères des courtisanes" müssen wegen des Kriegsausbruchs abgebrochen werden.
Am 31.8.1939 schifft Siodmak sich nach Amerika ein. Durch Vermittlung von Preston Sturges inszeniert er 1940-43 eine Reihe von B-Filmen unter der Leitung von Sol C. Siegel bei Paramount, wird an 20th Century-Fox und Republic ausgeliehen. Im Herbst 1943 verschafft ihm sein Bruder Kurt einen 7-Jahres-Vertrag bei Universal, wo dieser selbst als Drehbuchautor tätig ist.
Zunächst entstehen Fantasy-Filme, dann die berühmten Filmwerke der "schwarzen Serie", z.T. in Zusammenarbeit mit den Produzenten Joan Harrison ("Phantom Lady"; "Uncle Harry"), Nunally Johnson ("The Dark Mirror"), Dore Schary ("The Spiral Staircase"; Nominierung der Zeitschrift Cosmopolitan zum "Best Director of the Month, Januar 1946) und Mark Hellinger ("The Killers"). Mit diesem Film nach einer Kurzgeschichte von Ernest Hemingway steigt Siodmak auch auf dem internationalen Markt endgültig in die Spitzengruppe auf. Die Jahrespublikation Fame ernennt Siodmak 1946 zum "Champion of Champions Director". 1943-50 ist Siodmak Spitzenregisseur – und Produzent ("Time Out of Mind", 1947) – bei Universal, seine Tagesgage soll 1946 bis zu 1000 Dollar betragen, er macht Abstecher zu Selznik/RKO (1945), 20th Century-Fox (1948), Metro-Goldwyn-Mayer (1949), Paramount (1949) und Columbia (1950). 1951 kehrt er nach Europa zurück, arbeitet in Frankreich (Michel Safra/Spéva-Films), in Großbritannien und ab 1954 vor allem in der Bundesrepublik: mit Artur Brauners CCC-Film, Berlin, und Eigenproduktionen bei Divina-Film, München.
In dieser Zeit scheitern u.a. 1954 die Projekte eines 3-D-Films "Graf Luckner" für Warner Bros. mit Kirk Douglas als "Seeteufel", der auch für die Rolle des "Heinrich Schliemann" vorgesehen ist. Die deutsch-jugoslawische Co-Produktion "Sarajewo" (Buch: Johannes Mario Simmel) stößt auf politische Zwistigkeiten, sie wird von Leopold Lindtberg übernommen, schließlich von Fritz Kortner als "Um Thron und Liebe" realisiert.
Im März 1957 dreht Siodmak Probeaufnahmen mit Horst Buchholz zu "Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull", bei dem dann Kurt Hoffmann die Regie führt. 1957/58 dreht Siodmak in London und München fünf Fernsehfilme. 1958 scheitert eine Neuverfilmung von "Die Dreigroschenoper" mit Curd Jürgens und Giulietta Masina am Kalten Krieg, erst 1963 kann Wolfgang Staudte das Projekt durchführen. Eine CCC-Produktion über den Reichstagsbrand mit Mario Adorf als Marinus van der Lubbe kommt 1960 nicht zustande. 1964-69 entstehen drei Karl May-Verfilmungen und internationale Großproduktionen mit extensiven Dreharbeiten in Jugoslawien, Rumänien und Spanien. Zu letzten größeren Projekten gehören 1970/71 "Atrox", mit James Mason, Raquel Welch, Brigitte Bardot, David Hemmings und Richard Attenborough, sowie 1971 eine Adaption von Gerhart Hauptmanns "Der Ketzer von Soana".
Ab 1955 lebt Siodmak in Ascona (Tessin, Schweiz); Pläne eines Luxushotels in Ascona scheitern am Widerstand der Bevölkerung. Ebenso wenig realisieren sich die Pläne der Firma Ascona Films, die er 1961 mit Richard Burton gründet (u.a. "The Beach at Falesa" nach Robert Louis Stevenson, Drehbuch: Dylan Thomas, Darsteller: Laurence Olivier und Burton). Bertha Siodmak stirbt am 20.1.1973. Robert Siodmak erliegt am 10. März 1973 im Bezirksspital Locarno (Schweiz) einem Herzschlag. CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film © 1984ff edition text+kritik im Richard Boorberg Verlag, München.
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*08.08.1900
Dresden
; †10.03.1973
Locarno, Schweiz
Darsteller, Mitwirkung, Regie, Regie-Assistenz, Drehbuch, Drehbuch-Mitarbeit, Dialoge, Zwischentitel, Schnitt, Produzent
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