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Quelle: Stardust, DIF
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"Maria an Callas" (2006)
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Götz George, geboren am 23. Juli 1938 in Berlin als Sohn des Schauspielerehepaares Berta Drews und Heinrich George, wächst mit seinem älteren Bruder Jan bei der allein erziehenden Mutter auf – Vater Heinrich, einer der renommiertesten Film- und Bühnendarsteller seiner Zeit, wird auf Grund seiner Mitwirkung in einer Reihe von NS-Propagandafilmen nach Kriegsende in einem sowjetischen "Speziallager" interniert und stirbt 1946 an den Folgen einer Blinddarmoperation.
Sein Schauspieldebüt gibt Götz George bereits 1950, im Alter von gerade 12 Jahren, mit einer kleinen Rolle in dem Bühnenstück "Mein Herz ist im Hochland" am Berliner Hebbel-Theater. Drei Jahre später ist er erstmals auf der Kinoleinwand zu sehen – an der Seite von Romy Schneider hat er einen kleinen Auftritt in dem Erfolgsfilm "Wenn der weiße Flieder blüht". Nach dem Abschluss der Mittleren Reife studiert George von 1955 bis 1958 Schauspielerei am Ufa-Nachwuchsstudio in Berlin. Parallel dazu spielt er weitere Filmrollen, unter anderem in der DEFA-Komödie "Alter Kahn und junge Liebe" (1957).
Nach Abschluss der Schauspielausbildung wird George von Heinz Hilpert in das Ensemble des Deutschen Theaters in Göttingen aufgenommen: für den jungen Schauspieler nach eigenem Bekunden eine überaus prägende Zeit, die häufig als seine "eigentliche" Ausbildung bezeichnet wird – nach dem Tod Hilperts und dem damit verbundenen Ende der Göttinger Zeit im Jahr 1963 wird George sich während seiner gesamten Karriere nie wieder einem festen Ensemble anschließen. Dennoch ist er bis 1990 immer wieder in Gastspielen oder im Rahmen von Tourneen auf der Bühne zu sehen. So etwa bei den Salzburger Festspielen 1981 in "Dantons Tod", nach eigenem Bekunden seine beste Bühnenrolle; 1986 führt er bei einer Inszenierung von Gogols "Revisor" die Regie; 1990 geht er mit Tschechows "Platonov" (bislang) letztmalig auf Tournee.
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Der Durchbruch als Filmschauspieler gelingt Götz George 1959 in Wolfgang Liebeneiners hoch gelobtem Liebesfilm "Jacqueline": Für seine Verkörperung eines jungen, gutherzigen Boxers wird er mit dem Preis der Filmkritik sowie mit einem Bundesfilmpreis als "Bester Nachwuchsdarsteller" ausgezeichnet. In den folgenden Jahren festigt er mit Rollen in anspruchsvollen Werken wie Wolfgang Staudtes Nachkriegsdrama "Kirmes" (1960), Wilhelm Dieterles "Die Fastnachtsbeichte" (1960) oder Staudtes "Herrenpartie" (1963/64) seinen Ruf als einer der vielversprechendsten Charakterdarsteller des ambitionierten deutschen Nachkriegskinos. Zugleich versteht es George, mit Rollen in reinen Unterhaltungsfilmen wie "Mörderspiel" (1961) oder den Karl-May-Klassikern "Der Schatz im Silbersee" (1962) und "Unter Geiern" (1964) seine Publikumswirksamkeit unter Beweis zu stellen.
Trotz seiner Kinoerfolge konzentriert George sich in den 1970er Jahren vor allem auf seine Theaterarbeit. So ist er 1972 am Kölner Schauspielhaus in einer Inszenierung von "Martin Luther und Thomas Münzer" als Martin Luther zu sehen. Im Kino ist er in den 70er Jahren zwar nur selten zu sehen, spielt dafür jedoch in Theodor Kotullas Nazi-Drama "Aus einem deutschen Leben" eine seiner bis heute eindrucksvollsten und vielschichtigsten Kinohauptrollen. Neben seinen Theaterverpflichtungen wendet George sich in den 70er Jahren verstärkt dem Fernsehen zu, spielt hier vor allem in Serien wie "Der Kommissar" (1970, 1972, 1973), "Diamantendetektiv Dick Donald" (in der Titelrolle; 1971), "Derrick" (1978) oder "Der Alte" (1978 & 1979).
1981 wird für Götz Georges eines der prägendsten Jahre seiner Karriere: Für den WDR-"Tatort" verkörpert er in der Folge "Duisburg-Ruhrort" erstmals den unkonventionellen Kommissar Schimanski – eine Rolle, die auf Grund ihrer derben Art zwar durchaus umstritten ist, die George aber binnen kurzer Zeit zu einem der großen Lieblinge des deutschen TV-Publikums werden lässt. 31 Mal gibt er bis 1991 den raubeinigen Ruhrpott-Kommissar, viele der Folgen gelten unter Fans und Fachleuten als Glanzpunkte der populären Krimi-Reihe. Die Schimanski-Abenteuer sind so erfolgreich, dass zwei Kinofilme daraus entwickelt werden ("Zahn um Zahn", 1985; "Zabou", 1987). Trotzdem verabschiedet George sich 1991 mit "Der Fall Schimanski" von der Rolle – um sie nach einer sechsjährigen Auszeit 1997 wieder aufzunehmen, allerdings nicht im Rahmen der "Tatort"-Reihe, sondern unter dem eigenen Serientitel "Schimanski". Bis 2008 sind 15 Folgen entstanden. Wenngleich zahlreiche Zuschauer ihn vor allem als "Tatort"-Kommissar und aus der populären TV-Film-Reihe "Schulz & Schulz" (1989-1993) kennen, lässt Götz George sich keineswegs auf diese Rollen reduzieren. Ab Mitte der 1980er Jahre spielt er regelmäßig hochkarätige Kinorollen und arbeitet mit einigen der besten Regisseure des deutschen Films zusammen. So ist er 1984 in Carl Schenkels klaustrophobischem Thriller "Abwärts" zu sehen (Deutscher Filmpreis in Gold), spielt in Dominik Grafs Krimi "Die Katze" (1988) einen genialischen Bankräuber und beeindruckt in Reinhard Hauffs Polit-Thriller "Blauäugig" (1989) als Geschäftsmann auf der Suche nach seiner verschleppten Tochter.
Ein regelrechtes Kinokarriere-Hoch erlebt George gleichwohl in den 1990er Jahren - bezeichnenderweise, nachdem er sich 1991 vorläufig von Schimanski verabschiedet hat. In Helmut Dietls Oscar-nominierter Satire "Schtonk" (1992) brilliert er als bauernschlauer Sensationsreporter und erhält prompt einen Deutschen Filmpreis in Gold. Für seine Verkörperung des Serienmörders Fritz Haarmann in Romuald Karmakars "Der Totmacher" wird er 1995 bei den Filmfestspielen von Venedig als "Bester Darsteller" ausgezeichnet. Weiterhin erhält er für seine Leistung in dem Film 1996 einen Bayerischen Filmpreis und einen Deutschen Filmpreis in Gold. Im gleichen Jahr ehrt man ihn für seine Darstellung eines mysteriösen Schriftstellers und vermeintlichen Mörders in dem TV-Thriller "Der Sandmann" mit einem Grimme-Preis. Zu Georges weiteren wichtigen Film- und Fernseharbeiten zählen Helmut Dietls Schickeria-Satire "Rossini" (1997), Roland Suso Richters TV-Film "Die Bubi Scholz Story" (1998) und das umstrittene Kinodrama "Nichts als die Wahrheit" (1999, ebenfalls unter der Regie von Suso Richter), in dem er Josef Mengele verkörpert. Seit der Jahrtausendwende ist George fast ausschließlich in Fernsehrollen zu sehen, wobei die Qualität von trivialen Romanzen wie "Alpenglühen" oder "Verliebte Diebe" (beide 2003) bis zu anspruchsvollen Produktionen wie Andreas Kleinerts Drama "Mein Vater" (2003) reicht, für das er einen Grimme-Preis sowie einen Bayerischen Filmpreis erhält. Im Kino sieht man Götz George in den letzten Jahren insbesondere in kleineren, ambitionierten Produktionen wie dem romantischem "Maria an Callas" (2006), dem Beziehungsmelodram "Der Novembermann" (2007) oder der Georges-Tabori-Verfilmung "Mein Kampf" (in Produktion, Kinostart: 2009).
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(
Götz Schulz )
*23.07.1938
Berlin
Darsteller, Mitwirkung, Co-Produzent
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