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Friedrich Wilhelm Murnau (Friedrich Wilhelm Plumpe)
Der Sohn eines Textilfabrikanten wächst in Bielefeld und Kassel auf, studiert in Berlin und Heidelberg Kunstgeschichte und Literatur, gibt das Studium auf und besucht die Max Reinhardt-Schauspielschule in Berlin. Ab etwa 1909 benutzt er das Pseudonym Murnau, nach dem Ort in Oberbayern, den er auf einer Reise mit seinem Freund Hans Ehrenbaum-Degele besucht. 1913 gehört er zum Ensemble der Reinhardt-Bühnen, wird ein Jahr später als Soldat eingezogen. Seit 1917 bei den Fliegern, wird er in der Schweiz interniert, wo er Theater spielt und ein Filmmanuskript verfaßt. Nach Kriegsende kehrt er nach Berlin zurück und dreht 1919 seinen ersten Film "Der Knabe in Blau". Ebenfalls Fantasy-Filme sind der dreiteilige "Satanas" (1919), bei dem für Murnau erstmals Karl Freund hinter und Conrad Veidt vor der Kamera stehen, und "Der Bucklige und die Tänzerin" (1920), der den Beginn der Zusammenarbeit mit dem Drehbuchautor Carl Mayer markiert. Der in nur 16 Tagen abgedrehte "Schloss Vogelöd" (1921) beweist schon Murnaus Geschick, Stimmungen von Angst und Grauen zu erzeugen, ein Können, das er im Vampirfilm "Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens" (1921) zur Meisterschaft führt.
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Zu seinen folgenden vier Filmen schreibt Thea von Harbou die Drehbücher, darunter ist auch Murnaus einzige Komödie, "Die Finanzen des Grossherzogs" (1923). Mit nur einem Zwischentitel kommt der Stummfilmklassiker "Der letzte Mann" (1924) aus, ein Film, der den sozialen Abstieg eines Hotelportiers zum Toilettenmann (Emil Jannings) beschreibt. Für den Film bedient Freund virtuos die "entfesselte" Kamera. Die Literatur-Adaptionen "Tartüff" (1925) und "Faust" (1925/26) zählen wie "Der letzte Mann" zu den von Erich Pommer produzierten Klassikern des Weimarer Kinos, bleiben aber hinter dem erwarteten kommerziellen Erfolg zurück.
Dennoch öffnen diese Filme Murnau die Tore nach Hollywood, wo er mit Fox 1926 einen Vierjahresvertrag abschließt. Auch sein erster Hollywood-Film "Sunrise" (1926/27) kann zwar die Kritik begeistern – der Film bekommt einen Oscar für seine künstlerische Qualität – nicht aber das breite Publikum. Daraufhin wird bei seinen nächsten Filmen durch die Produktion eingegriffen: "Four Devils" (1928) erhält nachträglich ein Happy-End sowie eine Tonspur, ebenso "Our Daily Bread" (1929/30), von dessen Regie Murnau zudem während der Dreharbeiten entbunden wird.
Murnau kehrt nach Berlin zurück, Verhandlungen mit der Ufa bleiben jedoch ergebnislos. 1929 reist er nach Tahiti, wo er mit dem Dokumentarfilmer Robert Flaherty einen gemeinsamen Film über die Inselbewohner plant. Ihre Vorstellungen sind aber zu unterschiedlich und Murnau realisiert die naive Liebesgeschichte "Tabu" (1930/31) auf eigene Kosten.
Hochverschuldet kehrt er nach Hollywood zurück, wo ihm die Paramount einen Zehn-Jahres-Vertrag anbietet. Er stirbt an den Folgen eines Autounfalls eine Woche vor der Premiere von "Tabu".
© hmbock
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*28.12.1888
Bielefeld
; †11.03.1931
Santa Barbara, Kalifornien, USA
Mitwirkung, Regie, Drehbuch, Schnitt, Produzent
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