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Quelle und © Klaus Lemke
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Klaus Lemke (2011)
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Klaus Lemke, geboren am 13.10.1940 in Landsberg an der Warthe, gilt als einer der eigensinnigsten und – per Selbstdefinition – anti-intellektuellsten Filmemacher Deutschlands. Er wuchs in Düsseldorf auf und schlug sich nach dem Abitur zunächst mit Gelegenheitsjobs durch, unter anderem als Asphaltierer. Sein Studium der Kunstgeschichte und Philosophie brach er nach sechs Semestern ab.
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Nach einigen Regieassistenzen in München 1963/1964, unter anderem bei Fritz Kortner, wurde er 1964/1965 Mitarbeiter der Zeitschrift "Film", die in Konkurrenz zur akademischeren "Filmkritik" trat und sich auch mit dem verfemten amerikanischen Genre-Kino befasste. Im Kontext der "Neuen Münchner Gruppe" um Rudolf Thome, Max Zihlmann, Werner Enke und May Spils drehte er 1965/1966 insgesamt sechs Kurzfilme, darunter "Kleine Front" und "Ein Haus am Meer". Als "König von Schwabing", für den "Coolness" ein wichtiges Attribut war, verkörperte er das Lebensgefühl der Münchner Bohème. Über sein politisches "Dilemma" sagt er rückblickend: "Ich fand Amerika so derartig cool, dass ich gerne in Vietnam einmarschiert und gleichzeitig dagegen protestiert hätte".
Sein erster Langfilm "48 Stunden bis Acapulco" (1967) folgt einem Aussteiger vom Schliersee über Rom nach Mexiko, der sich als Abenteurer und Gangster in der Jetset-Gesellschaft
zu behaupten versucht. Noch im selben Jahr entstand "Negresco*** - Eine tödliche Affäre", in dem ein erfolgloser Fotograf über seine
Beziehung zu einer mondänen Frau in die High Society aufsteigen will.
Nach dem Misserfolg dieser zwei Kinofilme aus der großen weiten Welt
blieb Lemke laut Ponkie "festgewachsen in der Leopoldstraße" und begann
für Fernsehanstalten zu arbeiten. Mit seinem ersten Film für den WDR
sorgte er 1968 für einen Skandal: "Brandstifter" reagierte unmittelbar
auf den Berliner Kaufhausanschlag von Gudrun Ensslin und Andreas
Baader, den Lemke persönlich kannte.
Lemke grenzte sich mit seinem energischen Stil deutlich von der ersten
Erneuerer-Generation des "Oberhauser Manifests" ab, deren Werke er
bereits wieder als "Väter-Filme" empfand. Tendenzen wie die
Literaturverfilmungen Schlöndorffs
waren ihm zuwider, ebenso bemühtes soziales Engagement. Doch trotz
seiner cinephilen Neigung zur Pose und zum Genre, der die Münchner
ohnehin von anderen Vertretern des Neuen Deutschen Films unterschied,
hatte er sein ganz eigenes Interesse an roher "Wirklichkeit". Neben dem
bewussten Verzicht auf ausgearbeitete Drehbücher und perfekte
Inszenierung wurde die Arbeit mit Laiendarstellern zu seinem
Markenzeichen – zugespitzt in Lemkes Aussage, er interessiere sich
nicht für Schauspieler, sondern für "richtige Menschen" und ihre
Geschichten, die er in seinem direkten Umfeld und "auf der Straße"
finde. Ab 1975 drehte Lemke mehrere Filme mit Cleo Kretschmer und Wolfgang Fierek, darunter den Grimme-prämierten "Amore" (1977/1978), in dem eine unscheinbare Gemüsehändlerin gegen einen
Vorstadtcasanova zu Felde zieht. Mit Cleo Kretschmer war Lemke auch
durch eine langjährige private Beziehung verbunden. Er gilt außerdem
als Entdecker von Iris Berben und Christine Zierl alias "Dolly Dollar".
Neben seinem Hang zur Wahlheimat München und zur bayerischen Provinz
wurde auch Hamburg ein wichtiger Schauplatz für Lemke. Eine
eingeschworene Fangemeinde sicherte ihm vor allem "Rocker" (1972), in dem ein alternder, gerade haftentlassener Kleinkrimineller mit seiner Motorradgang den Kiez unsicher macht.
Nach einem Karriereknick infolge eines Kokainprozesses in den 1980er
Jahren gelang Lemke 1992 wieder ein Erfolg mit "Die Ratte", der
ebenfalls im Hamburger Rotlichtmilieu angesiedelt ist. Auch zwei seiner
jüngsten Filme spielen in der Hansestadt: "Träum weiter, Julia!" und "3
Minuten Heroes", der über Laienimprovisationen Alltagsschicksale rund um
St. Pauli in den Blick rückt. Seine "Guerilla-Taktik", mit kleinem
Budget, ohne Gremiensubventionen und ohne professionelle Schauspieler
zu drehen, hat er sich über lange Jahre kontinuierlicher Fernseharbeit
hinweg erhalten. Und "Last Minute Jamaika" (2002) über zwei Münchner
Praktikantinnen, die Urlaub in der Karibik machen, brachte ihn
zumindest wieder in die Nähe von Acapulco, wo seine Kinolaufbahn
begann. In einem unterhaltsamen Interview anlässlich seines 65.
Geburtstages 2005 räumte er aber auch ein, sogar dem "uncoolen"
Deutschland coole Aspekte abgewinnen zu können.
Dies stellte er in seinem nächsten Film dann auch gleich unter Beweis: die Sommerkomödie "Träum weiter, Julia", mit Timo Jacobs und der Laiendarstellerin Julia Spitzner
in den Hauptrollen, erzählt von einer jungen Frau, die mit einem
ungewöhnlichen Trick einen berüchtigten Frauenhelden ganz für sich
alleine zu gewinnen versucht. Mit "3 Minuten Heroes", einem Episodenfilm aus dem Hamburger Rotlichtmilieu, und "Finale",
einer Liebesgeschichte zwischen einer aufstrebenden Schauspielerin und
einer jungen Prostituierten, blieb er ebenfalls seinem
improvisatorischen Stil treu und arbeitete einmal mehr fast
ausschließlich mit Amateurdarstellern. Eine klassisch anmutenden
Dreiecksgeschichte erzählte er in "Undercover Ibiza": Lemke spielt darin
einen Oberst im Ruhestand, der unter dem Vorwand, seinen auf Ibiza
verschollenen Sohn zu suchen, dessen Geliebte verführt.
Mit "Dancing with Devils"
(2008) legte er dann einen atmosphärischen Genrefilm à la Klaus Lemke
vor: im Mittelpunkt steht eine junge Frau, die nach ihrer
Haftentlassung im Hamburger Kiezmilieu einen Neuanfang versucht und von
der rachsüchtigen Freundin jenes Mannes verfolgt wird, dem sie einst
tatenlos beim Sterben zusah.
Bei "Schmutziger Süden"
(2010) kehrte Lemke nach München zurück und erzählte von einem jungen
Mann aus Hamburg, der in der Isar-Metropole schöne Frauen verführen
will. Sehr schnell aber merkt er, dass die Mädchen von heute ganz
anders sind als jene von früher.
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*13.10.1940
Landsberg an der Warthe (heute Gorzów Wielkopolski, Polen)
Darsteller, Mitwirkung, Regie, Regie-Assistenz, Drehbuch, Schnitt, Produzent, Produktionsleitung
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2011 |
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3 Kreuze für einen Bestseller Drehbuch, Regie |
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2011/2012 |
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Berlin für Helden Drehbuch, Regie, Produzent |
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2009/2010 |
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Schmutziger Süden Drehbuch, Produzent, Regie |
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2007/2008 |
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Dancing with Devils Drehbuch, Regie, Produzent |
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2006/2007 |
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Finale Drehbuch, Produzent, Regie |
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2005 |
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Die Quereinsteigerinnen Darsteller |
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2005/2006 |
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Er sollte tot ... Darsteller |
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2005 |
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Träum weiter, Julia! Drehbuch, Regie |
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2003 |
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Die weiss-blaue Leichtigkeit des Seins Mitwirkung |
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2002 |
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Last Minute Jamaika Drehbuch, Regie |
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