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Robert A. Stemmle
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Robert A. Stemmle
Robert Adolf Ferdinand Stemmle, geboren am 10. Juni 1903 in Magdeburg, Sohn des Lehrers Hugo Stemmle und seiner Frau Emma, geb. Vehe. Abitur am Realgymnasium Magdeburg; Lehrerseminar in Genthin; Examen 1923. Bis 1927 unterrichtet er an der Karl Marx-Schule in Magdeburg-Buckau; beschäftigt sich mit Puppentheater, Schul- und Laienspiel. 1927 erste Veröffentlichungen, darunter ein Puppenspiel in der Reihe "Das Handpuppentheater", an der er bis 1930 mitarbeitet. 1927/28 Reisen als Puppenspieler des Volksbühnenverbandes.
1928 Übersiedlung nach Berlin, wo er mit dem Studium der Germanistik, Theater- und Literaturwissenschaften beginnt. Am 12.12.1928 Uraufführung seines Stücks "Hans Dampf" am Landestheater Meiningen. Über Hans Deppe mit Werner Finck bekannt, wird er 1929 Gründungsmitglied des Kabaretts Die Katakombe. Er schreibt mehrere Bühnenstücke, so die satirische Arbeitslosenkomödie "30 002 will arbeiten" (UA: Landestheater Gotha; 31.1.1930), das "proletarische Oratorium" (Scharff) "Mann im Beton" und die sozialkritische berliner Szene "Und Bronte schweigt dazu". Bekannt wird er durch das Schülerstück "Kampf um Kitsch" (UA: Volksbühne Berlin; 30.9.1931; R: Karlheinz Martin): Ein Lehrer will im Keller der Schule ein Kitschmuseum aufmachen und löst dadurch heftige Kontroversen aus.
"Nicht auf sprachliche Gestaltung eines 'reichen Innenlebens' kommt es Stemmle an, sondern auf geistige Orientierung, auf ,Vermittlung einer klaren Erkenntnis'" (Scharff, 1931). Am 29.5.1933 Uraufführung seines mit Jens C. Nielsen verfaßten Schauspiels "Drei Apfelbäume" am Deutschen Künstlertheater Berlin.
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Seit Beginn der 30er Jahre arbeitet Stemmle auf verschiedensten Gebieten: beim Rundfunk; beim Theater als Regieassistent Erik Charells und Ludwig Bergers und als Dramaturg und Regisseur; beim Film als Chefdramaturg der Tobis (1930-34?), Regisseur bei der Ufa (ab 1936); er schreibt für in- und ausländische Zeitungen (u.a. Schauspieleranekdoten für die Berliner Illustrirte); Publizist von Anekdoten-, Moritaten- und Balladensammlungen; Autor von Romanen ("Der Meisterdetektiv") und Drehbüchern ("Der Rebell"; nach einem Manuskript von Luis Trenker).
Im Auftrag Max Reinhardts entwirft er mit Ödön von Horváth eine Revue, die jedoch unvollendet bleibt. 1933 dreht Johannes Meyer nach der Komödie von Stemmle und Hans Szekely den Film "Die schönen Tage von Aranjuez" (Buch: Peter Francke, Walter Wassermann; Remake USA 1935: "Desire" mit Marlene Dietrich).
Nach Kriegsende wirkt Stemmle als Regisseur an Theatern in Heidelberg, München und Berlin; im Ostteil der Stadt inszeniert er bei Walter Felsenstein die Oper "Die Kluge". 1946 gründet er in München das Kabarett Gonghaus und unterrichtet bis 1948 an der Schauspielschule der Kammerspiele. 1947-49 Sendeleiter der berliner Hörspielabteilung des NWDR; schreibt und realisiert mehrere Hörspiele, darunter "Viktoria" (nach Hamsun).
1948 verfaßt Stemmle das Drehbuch für den DEFA-Film "Affaire Blum" (auch als Roman, Hörspiel, Fernsehspiel und Theaterstück); im selben Jahr dreht er nach seiner Bearbeitung von Günter Neumanns Kabarett-Programm "Schwarzer Jahrmarkt" in West-Berlin "Berliner Ballade" – als Versuch einer italienischen Version dieses Films inszeniert er 1950 im Auftrag des Produzenten Giorgio Venturini "Abbiamo vinto". Neben "Der Biberpelz" bleiben dies Stemmles einzige Regiearbeiten beim Film, die an die Kabaretterfahrungen und kritische Haltung seiner jungen Jahre erinnern. Seine Ansicht, Filme sollten sich an der Kasse selbst tragen, veranlaßt ihn zu Zugeständnissen an den Publikumsgeschmack: ""Toxi" ist ein sehr deutscher Film" (Stemmle in: Der Spiegel, 1952).
Cineastischen Ehrgeiz entwickelt er eher auf technischem Gebiet: aus Italien übernimmt er das Verfahren, Filme stumm zu drehen und nachzusynchronisieren ("Sündige Grenze"); "Toxi" hat nur wenig mehr als hundert Schnitte; sein Einsatz der Kamera, der Umgang mit Musik und Ton spiegeln oft gelungen Stemmles Beschäftigung mit den Filmen Alfred Hitchcocks.
1955-57 ist Stemmle Inhaber der Produktionsfirma Maxim Film GmbH Berlin.
Ab 1962 arbeitet er gelegentlich und ab 1965 ausschließlich fürs Fernsehen, u.a. schreibt er in den 60er Jahren vier Kurzfilme für Curd Jürgens: "Rauf und runter", "Das Bombardon", "Die Gehaltserhöhung" und "Die Münze". "Er hat zahllose brauchbare, zuständige, handwerklich vorzüglich ausgerichtete Fernsehspiele und Serien hergestellt. Er war ein solider und kenntnisreicher Mann in einem Medium, in dem sich sonst so gern und meistens unertappt die Scharlatane tummeln. Er war immens fleißig." (Luft, 1974).
In zahlreichen Filmen und Fernsehspielen schlägt sich Stemmles Vorliebe für Kriminalgeschichten nieder, wobei er fast immer authentische Fälle verarbeitet – seine umfangreiche Bibliothek umfasst u.a. mehre hundert Bände von Kriminalakten. Von 1963-69 ist er Herausgeber der Sammlung von Kriminalfällen "Der Neue Pitaval" (eine tätige Mitarbeit Mostars findet nicht statt). 1972-74 erarbeitet er neun Filme der Vorabend-Serie über Jugendkriminalität "Unter Ausschluß der Öffentlichkeit".
Robert A. Stemmle ist in erster Ehe mit der Schauspielerin Gerda Maurus verheiratet und hat eine Tochter; 1968 heiratet er seine langjährige Mitarbeiterin Anneliese Lippert. Am 24. Februar 1974 stirbt Stemmle in Baden-Baden an Herzversagen. CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film © 1984ff edition text+kritik im Richard Boorberg Verlag, München.
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(
Robert Adolf Ferdinand Stemmle )
*10.06.1903
Magdeburg
; †24.02.1974
Baden-Baden
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Quelle: DIF
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Robert A. Stemmle
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