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Die Drei von der Tankstelle
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Oskar Karlweis, Heinz Rühmann, Willy Fritsch (v.l.n.r.)
Quelle: Murnau-Stiftung, DFM
Oskar Karlweis, Heinz Rühmann, Willy Fritsch (v.l.n.r.)
Die Freunde Willy, Kurt und Hans kehren von einer dreimonatigen Reise zurück. Zu Hause angekommen, müssen sie überrascht feststellen, dass sie pleite sind: Überall klebt der "Kuckuck" im trauten Heim. Nur der Hund und das Auto sind ihr ganzes Eigentum. Vom Erlös des Wagens entsteht ihre neue Existenz: Die Tankstelle "Zum Kuckuck", die sie nun zu dritt betreiben. Eine ihrer besten Kundinnen ist die junge und reiche Lilian Coßmann, in die sie sich alle drei verlieben. Auch bei der jungen Dame hat es gefunkt, sie weiß nur nicht, für wen sie sich entscheiden soll.

Eine Weile genießt sie es, von allen dreien umgarnt zu werden, die nicht wissen, dass sie mit derselben Dame ausgehen. Schließlich entscheidet sich Lilian: Es ist Willy, den sie liebt, aber der verzichtet auf den "Sieg", weil er glaubt, dass sie mit ihm und seinen Freunden nur spielt. So muss Lilians Vater, der Konsul, eine Tankgesellschaft gründen, und Willy soll Direktor werden. Er willigt aber nur unter der Bedingung ein, dass seine Freunde mit von der Partie sind. Als aber Lilian als neue Sekretärin vor ihm sitzt und er merkt, wer wirklich hinter der Sache steckt, diktiert er wütend seine Kündigung, die er ungelesen unterschreibt. In Wirklichkeit aber hat er seinen Ehevertrag mit Lilian unterschrieben.


Die Drei von der Tankstelle
Deutschland 1930, Spielfilm
Musikalische Charakterisierung als Element der Film-Komödie
Werner Richard Heymanns Arbeit an der "Tankstelle"
H.H.W., Film-Kurier, Nr. 239, 9.10.1930


Mit den "Drei von der Tankstelle" hat Werner Richard Heymann seine Entdeckungsfahrten auf das bis dahin unerforschte Gebiet der musikalischen Komödie fortgesetzt. Er ist dabei konsequent den Weg weitergegangen, den er mit dem "Liebeswalzer" eingeschlagen hatte: Musik als Überleitung von der stilisierten Realität zur Überwirklichkeit.

Durch die Überleitung wird der Bruch verdeckt, der bei den diesem Genre verwandten Thema der Sprechtheater-Operette immer wieder störend empfunden wird.

Kein Ruck mehr an die Rampe, kein ungesprochenes, aber deutlich spürbares "Herr Kapellmeister, bitteschön“ und dann geht es los. Sondern scheinbar absichtslos geht es aus dem Dialog ins Tänzerisch-Gesungene, wird der Charakter einer Szene durch plötzlich einsetzende Musik untermalt.

Es sind dabei eine ganze Reihe weiterer Notwendigkeiten zu beobachten. Die gesamte Musik mußte zunächst dem Sujet und Charakter angepaßt werden. Automilieu einerseits, Gelockertheit der jungen Menschen andererseits –, in der Bewegung muß auch das Akustische filmisch gestaltet sein.

Andererseits ist trotz der organischen Verbundenheit von Wort und Ton der Schlager als Solo-Wirkung erhalten geblieben. "Erst kommt ein großes Fragezeichen“, "Liebling, mein Herz läßt dich grüßen“, der flotte Anfang, "Ein Freund, ein guter Freund“, und nicht zuletzt "Autofahren“, mit dem symbolischen Hupen-Beginn . . . der Erfolg dieser Schlager ist der beste Beweis dafür, wie Heymann seine Aufgabe gelöst hat.

Noch eine weitere Neuerung: Die Instrumentierung stützte sich auf heutige Klangwirkungen, ohne daß der Singbarkeit Abbruch getan ist.

Damit wird die Forderung erfüllt, die immer wieder und meistens vergeblich erhoben worden ist. Die Anpassung der Unterhaltungsmusik an den Geschmacksstandard der Zeit erhöht die Popularisierung. Die Stagnierung der Operette ist vom Film aus überwunden.

Der von der musikalischen Komödie ausgehende Auftrieb kann sich weiter auswirken.

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