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Quelle: DIF
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Gustav Froehlich
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Gustav Fröhlich – Schauspieler, Regisseur
Gustav Friedrich Fröhlich, geboren am 21. März 1902 in Hannover, Sohn der würzburger Handwerkertochter Hedwig Therese Sophie Fröhlich und des Ingenieurs Karl-Friedrich König. Er wächst bei Pflegeeltern in Hannover und Würzburg auf, besucht ab 1908 die Volksschule Luisenstraße in Wiesbaden, ab 1912 das Homuth-Realgymnasium in Berlin-Friedenau. 1916/17 leistet er Freiwilligendienst in der Presseüberwachung im besetzten Brüssel, verfaßt als Obersekundaner zwei Folgen einer Groschenheft-Serie ("Heinz Brandt, der Fremdenlegionär").
1919 beginnt Fröhlich ein Volontariat bei der Niedersächsischen Landeszeitung in Celle. Er tritt als Rezitator in einem Kino auf, spielt unter dem Künstlernamen "Gustav Geef" in einem Varieté, wird Mitglied des Mittelfränkischen Gastspiel-Ensembles in Sontheim, nimmt Schauspielunterricht in Heilbronn. Es folgen Engagements am Theater in Friedberg (bei Bad Nauheim) und am Reisetheater der Schwäbischen Volksbühne.
1921 zieht Fröhlich nach Berlin, ist bis 1923 auf Empfehlung Paul Henckels' am Neuen Volkstheater in der Köpenickerstraße engagiert, spielt dann bis 1925 – unterbrochen von Auftritten am Stuttgarter Staatstheater und an Wilhelm Dieterles Dramatischem Theater – an der Volksbühne am Bülowplatz, u.a. in Inszenierungen von Erwin Piscator (Schieber in Hans J. Rehfischs "Wer weint um Juckenack?", 31.1.1925). 1931 tritt er in der Hemingway-Bearbeitung "Kat" am Deutschen Theater auf, 1932 als Prinz von Homburg in der Reinhardt-Inszenierung.
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Als Franz Liszt in "Paganini" debütiert Fröhlich 1922 im Film. 1926 in Fritz Langs "Metropolis" zunächst als anonymer Arbeiter besetzt, erhält er vier Wochen nach Drehbeginn die Hauptrolle des aus Liebe rebellierenden Unternehmerssohns.
Als Freder Fredersen, das personifizierte Herz, "Mittler zwischen Hirn und Händen", wird er unversehens berühmt, doch erst 1928/29 erhält er – in zwei Filmen von Joe May – abermals Rollen von Rang: in "Heimkehr" (nach Leonhard Franks Novelle "Karl und Anna") spielt er als Partner Dita Parlos den jungen Soldaten, der nach dem Krieg einen Kameraden in der Heimat 'entsetzt', in "Asphalt" wird er als junger Beamter der Schupo, recht stupide und selig zugleich, Opfer der kriminellen Einfallskraft und weiblichen Verführungsmacht, die Betty Amann als Schmuckdiebin entwickelt.
1930 verpflichten ihn Warner Bros. nach Hollywood, wo er unter der Regie von Berthold Viertel ("Die heilige Flamme") und Wilhelm Dieterle ("Kismet") deutsche Versionen amerikanischer Filme dreht.
Als des Mordes verdächtiger Student in Robert Siodmaks "Voruntersuchung" gerät er ein letztes Mal in heftige pubertäre Verstrickung. Festgelegt auf harmlose Bonvivants ("Der unsterbliche Lump"; "Ein Mann mit Herz") und den Typ des feschen Dragoners ("Liebeskommando"), kann er fortan nur gelegentlich dem Klischee des smarten Kavaliers entkommen, etwa 1932 in Max Ophüls' Filmmetier-Komödie "Die verliebte Firma": "Äußerlich ganz der Sunny-Boy-Liebhaber der dreißiger Jahre, erhält Fröhlichs Figur eine gefährliche Komponente, wenn wir ihn am Schluß mit energischer Miene im Zug hinter der geliebten Frau herfahren sehen. Fröhlichs Entschlossenheit, die tuckernde Mobilität des Zuges – da bahnt sich kein Happy-end an, sondern die Einvernahme einer Frau mit Gewalt." (U. Kurowski, Film-Korrespondenz, 8.3.1977).
Den größten Publikumserfolg hat Fröhlich, der 1933/34 bei "Rakoczy-Marsch" und "Abenteuer eines jungen Herrn in Polen" erstmals auch Regie führt, freilich als "Oberwachtmeister Schwenke": ein Freund und Helfer, sympathisch und patent.
Fröhlich ist 1931-35 mit der Schauspielerin Gitta Alpar verheiratet, 1934 wird ihre Tochter Julika geboren. Ab 1935 lebt er mit Lida Baarová seiner Partnerin in "Barcarole", "Stunde der Versuchung" und "Ein Teufelskerl", zusammen. Als er sie an den Minister für Volksaufklärung und Propaganda, Joseph Goebbels, verliert, gerät er mit ihm in heftigen – verbalen – Streit, daß er ihn geohrfeigt habe, kursiert als Gerücht.
1941, nach seinen Aufnahmen für Harlans "Der große König", wird Fröhlich zur Wehrmacht eingezogen und leistet, unterbrochen von einigen Film-Engagements, 18 Monate Dienst in einem posener Landschützen-Regiment.
1946 spielt Fröhlich am Brunnenhoftheater des Bayerischen Staatsschauspiels in München, u.a. in seinem selbstverfaßten Einakter "Die große Pause". Im gleichen Jahr vertritt er den noch mit Filmverbot belegten Heinz Rühmann in "Sag' die Wahrheit".
Ab 1947 inszeniert er für Rolf Meyers Junge Film-Union in Bendestorf (bei Hamburg) erneut eigene Filme: "Wege im Zwielicht", "Der Bagnosträfling" (nach Balzac), "Die Lüge" (mit Sybille Schmitz).
Der Versuch, seinem Image mit der Rolle des todgeweihten, haltlosen Malers in "Die Sünderin" eine tragische Dimension zu verleihen, wird im Trubel des Skandals, den der Film verursacht, kaum zur Kenntnis genommen.
Bis 1953 ist Fröhlich Mitglied des Gründgens-Ensembles am Düsseldorfer Schauspielhaus, spielt dann am berliner Renaissance-Theater und am Schauspielhaus Zürich. Er lebt ab 1956 in Brissago am Lago Maggiore, absolviert Auftritte bei den Festspielen in Bad Hersfeld (1956-60) und Bad Gandersheim, gastiert an Boulevardbühnen der Bundesrepublik, Österreichs und der Schweiz. Nur gelegentlich engagiert ihn das Fernsehen.
Ins öffentliche Rampenlicht tritt er zuletzt, als Giorgio Moroder auf den Berliner Filmfestspielen 1986 seine bearbeitete Fassung von "Metropolis" präsentiert.
Gustav Fröhlich ist in zweiter Ehe ab 1941 mit Maria Hajek verheiratet. Er stirbt am 22. Dezember 1987 nach einer Operation in Lugano.
CineGraph Lexikon zum deutschsprachigen Film © 1984ff edition text+kritik im Richard Boorberg Verlag, München.
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(
Gustav Friedrich Fröhlich )
*21.03.1902
Hannover
; †22.12.1987
Lugano, Schweiz
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