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Quelle: Kinowelt, DIF, Foto: Amélie Losier
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"Free Rainer - Dein Fernseher lügt" (2007)
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Moritz Bleibtreu – Schauspieler
Moritz Bleibtreu, geboren am 13. August 1971 in München, Sohn des Schauspielerpaars Monica Bleibtreu und Hans Brenner. Bereits als Kind entwickelt sich der Wunsch, beruflich seinen Eltern nachzustreben. Seinen ersten Auftritt hat er 1979/80 in Rainer Boldts Kinderfilm "Ich hatte einen Traum", der aus drei nicht ausgestrahlten Folgen der Fernsehserie "Neues aus Uhlenbusch" zu einem Spielfilm zusammengestellt wird.
Nach der elften Klasse geht Bleibtreu als Au-pair nach Paris. Zurück in Deutschland, besucht er erste Schauspielseminare. Es folgen weitere Auslandsaufenthalte in Italien und den USA. In New York Besuch kleinerer Schauspielschulen. Ein Vorsprechen am Actors Studio bleibt erfolglos, Bleibtreu arbeitet dort jedoch als "Mädchen für alles" und kann als Zuschauer bei den dortigen Proben lernen.
Nach fast 4jährigem Auslandsaufenthalt erste Engagements am Thalia Theater und am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Ab 1987 folgen diverse Fernseh- und Filmrollen, erste größere Auftritte in "Einfach nur Liebe" (Peter Timm, 1993/94) und "Kinder des Satans" (Bernd Schadewald, 1995).
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Beide Filme behandeln das Thema Jugend und Gewalt: In Timms Film spielt Bleibtreu den deutsch-türkischen Anführer einer Jugendgang Yüksel, in "Kinder des Satans" geht Bleibtreu als Schüler Henning dem okkulten Geheimnis eines Mordes an einer Schülerin auf den Grund.
Nach dem TV-Krimi "Unschuldsengel" unter Regie von Rainer Kaufmann entsteht mit demselben Regisseur die Liebeskomödie "Stadtgespräch". Bleibtreus Darstellung des homosexuellen, naiven Tischlers Karl erregt Aufsehen und wird ebenso zur Kultfigur stilisiert wie die Figur des begriffsstutzigen Gangsters Abdul in Thomas Jahns sentimentalem Roadmovie "Knockin' on Heaven's Door".
Für beide Rollen wird er 1998 mit dem Ernst-Lubitsch-Preis für komödiantische Leistungen im deutschen Film honoriert, für "Knockin' on Heaven's Door" erhält Bleibtreu außerdem ein Filmband in Gold. In Tom Tykwers erfolgreichem Episodenfilm "Lola rennt" spielt Bleibtreu den verzweifelten Tolpatsch Manni, dessen Freundin Lola (Franka Potente) 100.000 DM er-rennen muß, um sein Leben zu retten. Im Gegensatz zu "Lola rennt" floppt Detlev Bucks "Liebe deine Nächste" an den Kinokassen wie bei der Kritik.
1999 agiert Bleibtreu in "Fandango" von Matthias Glasner sowie neben Christiane Paul in Fatih Akins "Im Juli", einer Liebeskomödie zwischen Deutschland und der Türkei. In dem Thriller "Das Experiment" (Oliver Hirschbiegel) verkörpert er 2000 einen Taxifahrer, dem als Versuchsleiter eines Psycho-Experiments die Situation zusehends entgleitet.
Unter Fatih Akins Regie spielt Bleibtreu in "Solino" (2002) einen italienischen Gastarbeitersohn, dessen Lebensweg maßgeblich durch die Rivalität zu Bruder Gigi (Barnaby Metschurat) geprägt ist. Um die Geschichte dreier ungleicher Brüder dreht sich Oskar Roehlers Tragikomödie "Agnes und seine Brüder" (2004), die Bleibtreu als verklemmt sexbesessenen Bibliothekar zeigt. An der Seite von Alexandra Maria Lara sucht Bleibtreu in Helmut Dietls Melodram "Vom Suchen und Finden der Liebe" (2004) die wahre große Liebe, die in satirischer Anlehnung an die Orpheus-Sage selbst den Tod überdauert. Wieder unter der Regie von Oskar Roehler spielt Bleibtreu den sexbesessenen Bruno in "Elementarteilchen" (2006), der Verfilmung des Bestsellers von Michel Houellebecq. In Hans Weingartners "Free Rainer" (2007) verkörpert er den titelgebenden Fernsehproduzenten, der sich vom Zyniker zum Idealisten wandelt, gefolgt von der Rolle als Drogenboss Brownie in Özgür Yildirims Hamburger Gangsterdrama "Chiko" (2008). Für die großangelegte und starbesetzte Verfilmung von Stefan Austs Geschichte der RAF "Der Baader Meinhof Komplex" besetzt Bernd Eichinger ihn als Andreas Baader.
Auch in der Kinosaison 2009/2010 ist Bleibtreu auf den Kinoleinwänden
sehr präsent. In einer ganzen Reihe prestigeträchtiger Produktionen
spielt er gleichermaßen gegensätzliche und herausfordernde Rollen: Nach
einer Hauptrolle in Fatih Akins preisgekrönter Kiez-Komödie "Soul
Kitchen" sieht man ihn in Philipp Stölzls Historienfilm "Goethe!"
(2010) als Nebenbuhler des Dichters; in Uli Edels Bushido-Filmbiografie
"Zeiten ändern sich" (2010) als Cousin und Vertrauten des umstrittenen
Rappers; in der Krimikomödie "Jerry Cotton" (2010) als italienischen
Ganoven; und in Oskar Roehlers "Jud Süß" (2010) als Hitlers
Propagandaminister Joseph Goebbels.
Moritz Bleibtreu lebt in Hamburg. CineGraph Lexikon zum deutschsprachigen Film © 1984ff edition text+kritik im RICHARD BOORBERG VERLAG, München.
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(
Moritz J. Bleibtreu )
*13.08.1971
München
Darsteller
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