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Der müde Tod
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Lil Dagover
Quelle: SDK
Lil Dagover
Ein junges Mädchen bittet den Tod um das Leben ihres verstorbenen Geliebten. Er führt sie in einen Raum voller Kerzen. Es sind die Lebenslichter der Menschen, die dort brennen und verlöschen, sobald ein Leben zu Ende geht.

Drei sind schon weit heruntergebrannt, und wenn es ihr gelingt, nur eines vor dem Verlöschen zu bewahren, erhält sie ihren Geliebten zurück. In drei visionären Episoden – sie spielen an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten im Orient, im Italien der Renaissance und im kaiserlichen China – erlebt sie das Schicksal und Scheitern ihrer Liebe. Noch einmal gibt der Tod ihr eine Chance, wenn sie für das Leben des Geliebten ein anderes erhält. Doch auch das gelingt ihr nicht. Erst als sie sich selbst opfert – sie rettet ein Kind aus den Flammen – werden die Liebenden im Tod vereint.


Der müde Tod
Deutschland 1921, Spielfilm
Der müde Tod
Wolffgang Fischer, Neue Zeit, Charlottenburg, 5.10.1921, zit. nach Film und Presse, Nr. 37/38, 1921

(...) Nun endlich wieder einmal etwas Großes, dieser neue Decla-Film. Eine glückliche Mischung von Wahrheit, Dichtung, Märchen, Literatur, Kunst, Darstellerkunst mit prachtvoller Malerei, Architektur und Technik. Unbedingt eine erste Leistung. Auch Fritz Lang darf den Ruhm für sich in Anspruch nehmen, dem Film neue Wege geebnet, bahnbrechend gewirkt zu haben.

Ehrlich war der Beifall, der gestern nach Schluß der Vorstellung das U.-T.-Theater Kurfürstendamm durchbrauste; er galt in erster Linie dem Autor und dem Regisseur; fast in gleichem Maße aber der Darstellung und dem technischen Personal – Architektur und Photographie.

Gespielt wurde ganz prächtig. Entzückend die schöne Lil Dagover als Braut, Zobeide, Mama Fiametta und Tiao Tsien von einer erstaunlichen Vielseitigkeit. Hervorragend in Maske und Spiel Bernhard Goetzke als Tod, Gärtner und Bogenspanner. Ganz famos in der Darstellung und im Aussehen Walter Jensen, Lil Dagovers Partner als Bräutigam Franke. Liang Tsien und Giovanfrancesco, Rudolf Klein-Rogge (Giroland), v. Winterstein (Kalif) und Paul Biensfeld taten sich in Episodenrollen hervor.

Von fabelhafter Wirksamkeit Echtheit und malerischer Schönheit die Bauten. – Paläste. Eine orientalische Stadt. Moscheen. Palmenwälder. Bambusdschungeln. Wasserfälle. Felskuppeln mit Buddhabildern. Renaissance-Paläste. – Walter Röhrig stellte den deutschen, Hermann Warm den orientalischen und Renaissance, Robert Herlth den chinesischen Teil.

Unerhört gut die ganz prächtigen Bilder von seltener Klarheit und eindrucksvollen Effekt. Erich Nietzschmann, Hermann Saalfrank und Fritz Arno Wagner zeichnen hierfür verantwortlich.

Und der Inhalt: Dichtung und Wahrheit ausgezeichnet miteinander verwoben. Heitere und ernste Momente. Viel bittere Wahrheit. Bald Literatur, bald Karl May oder Münchhausen. Wie das Leben nun einmal ist. Und über alles die Liebe. – Nur der Tod ist stärker.














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